Während der gesamten Wachstumsperiode benötigen Kartoffeln einen lockeren und unkrautfreien Boden. Die Kartoffelpflege sollte sich sowohl in der Art und Anzahl der Arbeiten als auch in der Zeit ihrer Durchführung unter Berücksichtigung der Wetter- und Bodenbedingungen ändern.
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Eggen
Durch das Eggen der Kartoffelpflanzungen wird die Austrocknung des Bodens verhindert, Unkraut wird vernichtet und der Luftaustausch im Boden verbessert. Die Kartoffelsaaten werden vor und nach dem Auflaufen geeggt.
Das Eggen muss jedes Mal wiederholt werden, wenn auf dem Feld Unkraut auftritt oder sich eine Kruste auf dem Boden bildet. Meistens wird Kartoffeln 2-3 Mal geeggt. Das letzte Eggen erfolgt immer nach dem Auflaufen der Kartoffeln.
Besonders effektiv ist das Eggen von Kartoffeln in nördlichen Regionen auf bindigen Böden und bei einem langen, kalten Frühling, wenn die Keime an den keimenden Knollen durch Rhizoctonia geschädigt werden, die bei verspätetem Eggen zu einer starken Ausdünnung der Aufläufe führen kann.
Mit den Zwischenreihenbearbeitungen von Kartoffeln wird begonnen, wenn die Reihen der Aufläufe deutlich erkennbar sind. Vorher wird bei starkem Unkrautbefall in Reihenpflanzungen oft manuell in den Reihen gehackt, dessen Notwendigkeit bei rechtzeitigem Eggen entfällt.
Häufeln und Lockern
Kartoffeln häufeln ist die Hauptart der Zwischenreihenbearbeitung. Das Häufeln ist jedoch nur bei ausreichender Bodenfeuchtigkeit von Vorteil, bei Feuchtigkeitsmangel trocknet es den Boden aus und verringert die Erträge. Daher sollte man selbst in normal feuchten Jahren auf leichten Böden der Nicht-Schwarzerde-Zone und auf Schwarzerden mit dem Häufeln nicht übereilt sein.
Die erste Zwischenreihenbearbeitung von Kartoffeln erfolgt durch Lockern. Nur im Norden und Nordosten, wo die Böden kalt sind, und in anderen Gebieten auf schweren, verschlämmenden Böden kann frühes Häufeln mit anschließendem Eggen entlang der Dämme vorteilhaft sein.
Die zweite Bearbeitung der Kartoffelzwischenreihen erfolgt 7-12 Tage nach der ersten; bei Trockenheit erfolgt eine flache Lockerung (6-7 cm), bei ausreichender Feuchtigkeit eine tiefe Lockerung (bis 10-12 cm) oder ein flaches Häufeln.
Die dritte Zwischenreihenbearbeitung erfolgt kurz vor dem Schließen des Kartoffelkrauts in den Zwischenreihen, was in der Regel mit dem Beginn der Kartoffelblüte zusammenfällt. Zu diesem Zeitpunkt wird der Boden durch das Kraut gut beschattet und die austrocknende Wirkung des Häufelns wird stark reduziert. Daher wird bei der dritten Bearbeitung der Zwischenreihen Kartoffel häufiger tief gehäufelt und nur bei großem Feuchtigkeitsmangel gelockert.
Das Häufeln von Kartoffeln ist besonders in Gebieten mit starker Verbreitung der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora) notwendig. Die dabei auf die Knollen aufgebrachte zusätzliche Erdschicht schützt sie vor einer Infektion durch Konidien des Pilzes, die durch Regen von den Blättern abgewaschen werden.
Bewässerung
Bewässerung spielt bei der Pflege von Kartoffeln eine große Rolle. Für die Bildung einer Einheit Trockenmasse verbrauchen Kartoffeln im Durchschnitt etwa 400 Einheiten Wasser und leiden während des Wachstums oft unter Feuchtigkeitsmangel, besonders im Süden und Südosten. Unter diesen Bedingungen ist die Bewässerung ein wirksames Mittel zur drastischen Steigerung des Kartoffelertrags.
Es ist zu beachten, dass die Bewässerung von Kartoffeln im Sommer gleichmäßig und regelmäßig erfolgen sollte, da Unterbrechungen der Wasserversorgung nicht nur den Ertrag mindern, sondern auch zum Auswachsen der Knollen führen. Die erste Bewässerung bei Frühjahrsanpflanzungen erfolgt 2–3 Wochen nach dem Auflaufen der Keimlinge. Bei Sommeranpflanzungen ist oft eine Vorbewässerung erforderlich. Um die Knollen stärkehaltiger zu machen und ihre Reifung zu beschleunigen, wird die Bewässerung 2–4 Wochen vor der Kartoffelernte eingestellt.