Die Erdbirne, auch Topinambur genannt, ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Korbblütler.
Biologische Besonderheiten des Topinambur
Im Bau von Stängel, Blättern und Blütenkorb ähnelt sie etwas der Sonnenblume, besitzt aber Knollen, die gewissermaßen einer Birne ähneln – die Erdbirne. Die Grünmasse wird zur Silierung oder zur Frischfütterung an das Vieh verwendet, und die Knollen dienen als Futter,
zur Verarbeitung für die Gewinnung von Zucker, Alkohol, Hefe. Hinsichtlich des Futterwerts übertreffen die Knollen des Topinambur die Futterhackfrüchte deutlich und sind in dieser Hinsicht den Kartoffelknollen ähnlich.
Die Knollen der Erdbirne enthalten im Gegensatz zu Kartoffeln anstelle von Stärke Inulin – einen löslichen Zucker. Die Lösung dieses Zuckers erhöht die Konzentration des Zellsafts und macht die Knollen gewissermaßen frostbeständig. Daher können sie milde Winter im Boden überstehen und im folgenden Jahr wieder austreiben, was den Eindruck einer mehrjährigen Pflanze erweckt. Dies kann sich über mehrere Jahre wiederholen, solange im Boden die notwendigen Bedingungen für das Pflanzenwachstum vorhanden sind.
Das Auflaufen von Topinambur kann auch durch Verluste bei der Knollenernte erfolgen, was zu einer Verunkrautung anderer Kulturen führt. Um eine solche Verunkrautung zu verhindern, werden die Erdbirnenbestände auf Abzugsflächen angelegt. Zur endgültigen Unterbindung des weiteren Wachstums auf der Fläche greift man zum Mähen der Stängel in der Zeit, wenn die Knollen des Vorjahres bereits gekeimt haben, aber noch keine neuen Knollen gebildet wurden (in der Mittelzone – Juli).
Anbau von Topinambur
Die Anbautechnik der Erdbirne ist derjenigen der Kartoffel sehr ähnlich. Sie liefert hohe Erträge auf gut kultivierten, lockeren und nährstoffreichen Böden; verträgt keine Grundwassernähe; reagiert gut auf eine sorgfältige und tiefe Bodenbearbeitung; wird mit Mist gedüngt in einer Menge von 20–30 t pro Hektar auf Schwarzerdeböden, 30–40 t und mehr auf sodpodzoligen und waldsteppenartigen Böden.
Topinambur wird durch Knollen vermehrt. Die Knollen werden im Quadratnestverfahren mit Abständen von 60 × 60 oder 70 × 70 Zentimetern gepflanzt. Die Setztiefe der Knollen beträgt auf schweren Böden 5–6 cm, auf mittelschweren Böden 6–8 cm und auf leichten Böden 9–10 Zentimeter. In jedes Nest werden zwei mittelgroße oder eine große Knolle gelegt.
Die Pflanzung erfolgt mit frisch ausgegrabenen Knollen, da die Lagerung der Knollen aufgrund der dünnen Schale und der schnellen Austrocknung schwierig ist. Große Knollen (Gewicht 40–50 g) werden geteilt. Am besten pflanzt man die Erdbirne im zeitigen Frühjahr mit Knollen, die ebenfalls im Frühjahr ausgegraben wurden. Eine Pflanzung im Herbst ist ebenfalls möglich – kurz vor dem Frost, damit im Herbst keine Triebe erscheinen, die durch Winterfröste absterben würden.
Die Knollen keimen bei einer Temperatur von 3–4 Grad Celsius. Die Keimlinge erscheinen nach 20–25 Tagen. Das Feld wird in der Zeit vom Pflanzen bis zum Auflaufen zweimal geeggt. Die Keimlinge entwickeln sich anfangs langsam, daher wird innerhalb von 1–1,5 Monaten nach dem Auflaufen eine zweimalige Bearbeitung der Reihenzwischenräume in Längs- und Querrichtung durchgeführt. Vor dem Lockern der Reihenzwischenräume ist eine Düngung empfehlenswert. Wenn die Pflanzen eine Höhe von 60–70 cm erreicht haben, wird empfohlen, die Triebspitzen abzuknipsen, um die Bildung einer größeren Anzahl gut beblätterter Triebe zu fördern.
In der zweiten Hälfte der Vegetationsperiode entwickelt sich die Topinambur intensiver und legt täglich 5–8 cm an Höhe zu. Die Bildung neuer Knollen beginnt im Juli–August. Die Grünmasse wird in der Nicht-Schwarzerde-Region 2–3 Wochen vor dem Einsetzen starker Fröste geerntet, also in der zweiten Septemberhälfte, im Süden dagegen mit Beginn des Vertrocknens der unteren Blätter.
Im zweiten und den folgenden Jahren muss man sich nur um die Pflege der Plantage kümmern. Die Pflege beginnt mit dem Entfernen überflüssiger Knollen, damit die Keimlinge nicht zu dicht stehen. Die Knollen werden im Frühjahr oder Herbst geerntet, ähnlich wie Kartoffelknollen. Die weitere Pflege umfasst Düngung und Eggen vor dem Auflaufen sowie Düngungen und Lockern der Reihenzwischenräume nach dem Auflaufen. Bei der Bildung von Fehlstellen auf alten Plantagen werden Knollen nachgepflanzt, um den Pflanzenbestand auszugleichen.