Mit der Installation der Stützen auf dem Grundstück zögert man fast immer. Und das ist einer der häufigsten Fehler. Die Stützen sollten nicht erst in dem Moment gesetzt werden, wenn die Pflanzen bereits umgefallen sind, sondern vorher — vor dem aktiven Wachstum.
Inhaltsverzeichnis:
Nicht zu spät
Kletternde (Bohnen) und rankende (Gurken, Erbsen) Kulturen entwickeln sich schnell und beginnen praktisch sofort, nach einer Stütze zu suchen. Wenn in der Nähe keine Führung vorhanden ist, legen sie sich auf die Bodenoberfläche und beginnen ungeordnet zu wachsen, wobei sie sich miteinander verflechten. In der Folge verschlechtern sich die Belichtung und die Belüftung drastisch, die Blätter bleiben nach Regenfällen länger feucht, und das Risiko von Krankheiten steigt deutlich an.
Außerdem erhalten die auf dem Boden liegenden Triebe weniger Licht, und die Pflege der Pflanzungen wird erschwert: Gießen, Lockern und Ernten werden zu einer unbequemen Arbeit. Der Versuch, die Situation später zu korrigieren, führt in der Regel zu Schäden an den Stängeln und zum Verlust eines Teils der Fruchtansätze.
Verschiedene Ansätze
Trotz eines ähnlichen Wuchstyps erfordern Gurken, Erbsen und Kletterbohnen leicht unterschiedliche Ansätze. Ein häufiges Problem ist, dass die Stützen zu niedrig, zu spärlich oder nicht stabil genug gemacht werden, wodurch es den Pflanzen schwerfällt, sich zu verankern und vollständig zu entwickeln.
Gurken
Die Gurke wird formal als kletternd bezeichnet, aber in der Praxis hält sie sich mithilfe von Ranken fest. Ohne Stütze bildet sie schnell einen dichten, verworrenen Teppich von Trieben. Die Blätter beginnen sich gegenseitig zu überdecken, im Inneren des Bestands staut sich Feuchtigkeit, und die Früchte landen auf dem Boden.
Der vertikale Anbau ermöglicht es, mehrere Aufgaben auf einmal zu lösen: verbessert die Belichtung, beschleunigt das Abtrocknen der Pflanzen nach Niederschlägen und fördert die Bildung gleichmäßigerer Früchte.
Für Gurken ist eine vollwertige vertikale Spalier erforderlich, die die Wachstumsrichtung vorgibt. Die optimale Höhe der Konstruktion — 1,8–2,2 m. Die obere Querstange oder das Seil müssen straff gespannt sein, ohne Durchhängen. Bindfaden oder Netz werden streng vertikal zu jeder Pflanze herabgelassen.
Pflanzschema: Reihenabstand 60–100 cm, Abstand zwischen den Pflanzen in der Reihe 25–40 cm. Eine dichtere Bepflanzung verschlechtert die Belüftung, eine zu spärliche — verringert die Flächeneffizienz. Die Stützpfosten werden in einem Abstand von 1,5–2 m angebracht, damit die Konstruktion unter Belastung stabil bleibt.
Erbsen
Erbsen klammern sich ebenfalls mit Ranken fest, aber diese befinden sich an den Blattenden. Diese Kultur ist besonders empfindlich gegenüber dem Zeitpunkt der Anbringung von Stützen. Solange die Pflanzen niedrig sind, halten sie sich aufrecht, aber nach Regen oder Wind legen sie sich schnell hin und erheben sich nicht mehr.
Die Stängel beginnen sich auf dem Boden auszubreiten, heben nur die Spitzen, verflechten sich miteinander, ein Teil der Pflanzen gerät in den Schatten und die Entwicklung verlangsamt sich.
Bei Erbsen ist es wichtig, ein Gleichgewicht zwischen Pflanzdichte und Beleuchtung zu wahren. Ein häufiger Fehler — zu dichte Reihen im Abstand von 15–20 cm: Die Pflanzungen werden schnell zu dicht, innen wird es feucht und dunkel, die Pflanzen strecken sich und tragen schlechter.
Das optimale Schema sieht anders aus: Der Reihenabstand beträgt 30–45 cm, was eine Beschattung vermeidet und die Pflege erleichtert. In der Reihe werden die Pflanzen dicht gesetzt — im Abstand von 5–8 cm, sodass eine durchgehende «Wand» entsteht.
Die Stütze wird nicht für jede Reihe einzeln angebracht, sondern entlang zweier benachbarter Reihen in einer Linie. Man verwendet ein Netz oder spannt 4–5 Reihen Bindfaden. Die Höhe der Konstruktion — 0,8–1,2 m, der Abstand zwischen den Pfosten — 1–1,5 m.
Stangenbohnen
Bohnen zeichnen sich durch ein aktiveres Wachstum aus und erfordern von Anfang an eine stabile Stütze. Ohne diese verflechten sich die Triebe schnell miteinander und bilden eine dichte Masse. Im Inneren eines solchen Haufens verschlechtert sich die Luftzirkulation, die Feuchtigkeit steigt und das Risiko von Fäulnis nimmt zu.
Diese Kultur erfordert sofort eine Reserve an Höhe und Festigkeit. Die Stützen werden nicht niedriger als 2–2,5 m mit einer obligatorischen festen oberen Verbindung hergestellt. Die Führungen oder der Bindfaden werden vertikal oder mit einer leichten Neigung angebracht, damit die Triebe sich sicher umwickeln können.
Pflanzschema: 70–90 cm zwischen den Reihen und 20–30 cm zwischen den Pflanzen in der Reihe. Bei zu dichter Bepflanzung bilden die Bohnen eine dichte Masse und werden schlechter belüftet, daher ist die Einhaltung der Abstände entscheidend. Der Abstand zwischen den Stützen — 1,5–2 m, wobei die Konstruktion stabiler sein muss als bei Gurken.
In allen Fällen ist nicht nur das Anordnungsschema wichtig, sondern auch die korrekte Installation: Die Pfosten werden mindestens 30–40 cm tief eingegraben. Bei unzureichender Tiefe beginnt selbst eine richtig konzipierte Konstruktion unter Wind und Pflanzengewicht zu wackeln.
Was wählen?
In der Praxis funktionieren am besten einfache und zuverlässige Lösungen, die leicht zu installieren und zu warten sind. Am häufigsten werden Spaliere mit gespanntem Bindfaden oder fertige Netze verwendet — sie ermöglichen eine gleichmäßige Verteilung der Triebe und vereinfachen die Pflege.
Für Bohnen sind pyramidenförmige Konstruktionen geeignet: Sie sind stabil und bieten den Pflanzen ausreichend Platz zum Wachsen.
Die Hauptanforderung an jede Stütze — Festigkeit, Stabilität und Verfügbarkeit der Materialien.
Stützen — das ist kein Hilfselement, sondern die Grundlage für die Pflanzenbildung für die gesamte Saison. Wenn sie rechtzeitig installiert werden, erhält die Kultur sofort die richtige Wachstumsrichtung und schöpft ihr Potenzial maximal effizient aus.