Besser spät. Sollte man im Mai Zwiebeln pflanzen und warum schießen sie?

Welcher Zeitplan sollte beim Pflanzen von Steckzwiebeln eingehalten werden? Eigentlich ist eine zu frühe Pflanzung auch nicht ideal. Geraten die Steckzwiebeln in starke Spätfröste, erhöht dies direkt das Risiko des Schossens. Für die Mittelzone gilt der Zeitraum von der letzten Aprildekade bis Mitte Mai als optimaler Zeitraum für die Frühjahrspflanzung. In den südlichen Regionen kann bereits ab Mitte März gepflanzt werden, auch wenn dies keine strenge Vorgabe ist – die Termine lassen sich durchaus bis Anfang Mai verschieben. Die entscheidenden Bedingungen bleiben dabei unverändert: Der Boden sollte ausreichend abgetrocknet sein, um bei der Arbeit nicht zu verdichten, und die Lufttemperatur sollte im Bereich von +10…+15 °C liegen.

Ein späteres Pflanzen der Steckzwiebeln ist möglich, aber nach dem 20. Mai ist nicht mehr mit der Bildung einer vollwertigen großen Zwiebel zu rechnen – bestenfalls ist mit einem mittelmäßigen Ergebnis zu rechnen. In dieser Zeit setzt trockeneres und wärmeres Wetter ein, und die Pflanze reagiert mit Stress: Sie durchläuft die ersten Entwicklungsphasen beschleunigt, bildet eine kleinere Knolle und geht deutlich häufiger zum Schossen über. Im Grunde bleibt den Gärtnern ein Arbeitsfenster – etwa bis zum 10.–15. Mai.

Vorbereitung

Das Beet für Zwiebeln sollte in einer Tiefe von etwa 15–18 cm gut gelockert sein. Ist der Boden verdichtet, muss er unbedingt mit einer Grabegabel bearbeitet werden. Bei schweren Böden werden zusätzlich grobe Klumpen zerkleinert.

Bei der Grundbearbeitung wird Holzasche in einer Menge von einem 200-Gramm-Glas pro Quadratmeter eingearbeitet. Ist der Boden nährstoffarm, wird eine geringe Menge Volldünger zugegeben – zum Beispiel Nitroammophoska in einer Dosierung von etwa 20–30 g pro Quadratmeter (etwa zwei gehäufte Esslöffel). Die Verwendung von frischem Mist ist völlig ausgeschlossen, da dies nahezu sicher zu Problemen bei der Zwiebelbildung führt und das Schossen fördert.

Unmittelbar vor dem Pflanzen werden die Furchen bei ausgetrocknetem Boden unbedingt gewässert. Das Pflanzen „in den Staub“ ist nicht zulässig – unter solchen Bedingungen wurzeln die Steckzwiebeln schlecht.

Woher kommen die Schosser?

Der Hauptgrund für das Schossen liegt weniger im Pflanzzeitpunkt als vielmehr in den Lagerbedingungen der Steckzwiebeln vor dem Auspflanzen. Bis zu 80 % der Fälle sind auf diesen Faktor zurückzuführen.

Wenn das Pflanzgut bei einer Temperatur von +2…+8°C gelagert wurde – beispielsweise im Keller oder Kühlschrank – neigt es nahezu unvermeidlich zum Schossen. Dies ist einer der häufigsten Fehler.

Korrekte Lagerungsbedingungen erfordern entweder eine kalte Variante nahe 0°C, jedoch stabil und ohne Schwankungen, oder eine warme Variante im Bereich von +18…+22°C. Gerade die Zwischentemperaturen lösen am häufigsten eine unerwünschte Jarowisation aus.

Der Mai verstärkt das Problem noch: Lange Tage, Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen schaffen zusätzliche Stressbedingungen. Nächtliche Kälte wechselt mit Tageswärme, und bei austrocknendem Boden erhält die Pflanze das Signal zur Beendigung des Lebenszyklus – sie bildet beschleunigt eine Zwiebel und geht zur Samenvermehrung über.

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Zusätzlich zum Schossen führen drei Faktoren: die Verwendung von großen Steckzwiebeln, zu tiefes Pflanzen und Überdüngung mit Stickstoff. Unter den Mai-Bedingungen zeigen sich ihre Auswirkungen besonders stark.

Schema und Pflanztiefe

Die Zwiebeln werden in einem Abstand von 8–10 cm voneinander gesetzt, wobei der Reihenabstand 20–25 cm beträgt. Eine zu dichte Pflanzung ist sinnlos, besonders im Mai, wenn die Zwiebeln ohnehin dazu neigen, kleinere Zwiebeln zu bilden.

Die Pflanztiefe – streng im Bereich von 2–3 cm über der Spitze. Dies ist einer der entscheidenden Punkte. Bei einer Tiefe von mehr als 4–5 cm verzögert sich die Entwicklung der Pflanze und sie bildet deutlich häufiger einen Schoss.

Die Pflanztechnik ist einfach: Es wird eine Furche von etwa 3–4 cm Tiefe gezogen, die Steckzwiebel wird mit dem Wurzelansatz nach unten eingesetzt und dann mit lockerer Erde bedeckt, ohne sie festzudrücken. Sie darf nicht in den Boden gedrückt werden, da dies die Wurzelanlagen beschädigt.

Schossen minimieren

Um das Schossen zu minimieren, werden die Steckzwiebeln vor dem Pflanzen unbedingt vorgewärmt – mindestens 5–7 Tage bei einer Temperatur von etwa +30°C. Wenn das nicht möglich ist, werden sie wenigstens 2–3 Stunden in Wasser von etwa +40°C eingelegt.

Für die Pflanzung im Mai sollte man bevorzugt kleine oder mittlere Steckzwiebeln von bis zu 1,5–2 cm Größe verwenden – sie schossen deutlich seltener und bilden besser marktfähige Zwiebeln.

Es sollte nur in erwärmten und mäßig feuchten Boden gepflanzt werden, wobei zu tiefes Pflanzen vermieden wird. Nach dem Pflanzen ist es wichtig, das Beet nicht zu überwässern – übermäßige Feuchtigkeit in dieser Zeit verstärkt den Stress und beeinträchtigt die Entwicklung der Pflanzen.

Wenn dennoch ein Schoss erscheint, muss er sofort an der Basis ausgebrochen werden, ohne ihn wachsen zu lassen. Das löst das Problem nicht vollständig, ermöglicht aber, einen Teil der Ernte zu retten.

Passende Sorten

Bei einer Verschiebung der Pflanztermine auf Mai ist es wichtig, nicht nur eine bewährte Sorte zu wählen, sondern eine, die die vegetative Phase stabil hält und nicht vorschnell zur Blüte übergeht. Die Praxis zeigt, dass am besten mittelspäte und späte Sorten sowie Hybriden mit erhöhter Schossfestigkeit geeignet sind.

Gut bewährt haben sich

Sorte

Aussehen

Gewicht

Stuttgarter Riesen

gelb, flachrund

80–150 g

Sturon

gelb, rund, mit fester Zwiebel

90–180 g

Centurion F1

gelb, ovalrund, gleichmäßig

100–170 g

Red Baron

rot, rund

80–150 g

Shakespeare

gelbbraun, rund

90–160 g

Radar

gelb, rund

100–200 g

Strigunowski

gelb, rund

50–120 g

Globo

gelb, rund

300–700 g

Exhibition

gelb, rund

300–800 g

Bamberger

gelb, länglich

70–120 g

Hercules F1

gelb, rund

120–250 g

Carmen

rotviolett, rund

80–150 g

Olina

gelb, rund

80–140 g

Troy F1

gelb, rund

90–180 g

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