Während des Kartoffelanbaus und auch bei der Lagerung kann diese Kultur von den unterschiedlichsten Krankheiten befallen werden: Krautfäule, Bakterienbrand sowie den verschiedensten Arten von Fäulen.
Über die Varianten der letztgenannten Krankheiten werden wir sprechen und die Besonderheiten jeder Kartoffelfäule hervorheben.
Inhaltsverzeichnis:
Trockenfäule der Kartoffel
Die betreffende Krankheit befällt die Kartoffelknollen über das Wurzelsystem. Die Infektion der Pflanze erfolgt hauptsächlich über den Boden, in dem der Fusariose-Erreger (Trockenfäule) vorhanden ist.
Eine befallene Pflanze während der Vegetationsperiode zu erkennen, ist nicht so einfach; die Infektion zeigt sich hauptsächlich an den Knollen während der Winterlagerung. Die Ansteckung der Knollen erfolgt über Bodenpartikel, die nach der Ernte zurückbleiben. Trockenfäule befällt in der Regel Kartoffeln mit verschiedenen mechanischen Schäden: Rissen, Druckstellen, verschiedenen Schnitten und Fraßgängen des Drahtwurms.
Im ersten Stadium der Krankheitsentwicklung erscheinen auf den Knollen graue, eingedrückte Flecken, dann verliert das Fruchtfleisch Feuchtigkeit, wird trocken und krümelig, die Schale runzelt sich. Bei Befall des Pflanzguts entwickeln sich die Keime an den Knollen langsam, sie werden dünn und lang.
Ringfäule der Kartoffel
Als eine der gefährlichsten bakteriellen Kartoffelkrankheiten gilt die Ringfäule. Dieser Erreger befällt die Gefäße der Knollen, so dass im Schnitt des Fruchtfleischs braune Ringe zu sehen sind. Eine Infektion der Knollen ist möglich bei Beschädigung durch maschinelle Ernte sowie über verseuchten Boden während der Lagerung.
Ein charakteristisches Merkmal der Ringfäule der Kartoffel während der Vegetationsperiode ist das Auftreten von gelben und welken Trieben an der Pflanze. Ein Unterscheidungsmerkmal der Krankheit sind gelbe, schleimige Ausscheidungen im unterirdischen Teil der Pflanze.
In der kalten Jahreszeit mit hoher Luftfeuchtigkeit entwickelt sich die Fäule langsam; die krankheitserregenden Organismen wandern von den Knollen zu den Stängeln, wodurch die Zufuhr von Wasser und Nährstoffen zu den Blättern unterbrochen wird und die Pflanze langsam abstirbt.
Nassfäule der Kartoffel
Zur Verbreitung dieser Krankheit trägt eine unsachgemäße Lagerung der Kartoffelknollen bei (hohe Luftfeuchtigkeit, fehlende Belüftung und eine Temperatur im Lager von 16-18 Grad). Die Knollen können während der Vegetationsperiode oder der Ernte durch Schnitte und Schädlingsbefall Bakterienangriffen ausgesetzt sein, die endgültige Ausbreitung der Krankheit ist jedoch bei der Lagerung möglich.
Im Falle eines Befalls der Kartoffeln zerfällt ihr Fruchtfleisch in einzelne Zellen und verwandelt sich in eine formlose Masse mit einem kaum wahrnehmbaren Alkoholgeruch. Die Farbe der Kartoffeln verändert sich zu dunkelbraun, wobei die Schale unbeschädigt bleibt. Alle Arten von krankheitserregenden Bakterien der Nassfäule entwickeln sich schnell bei steigender Temperatur und Feuchtigkeit im Lager, sodass eine beträchtliche Menge Kartoffeln buchstäblich innerhalb einer Woche verrotten kann.
Bakterielle Knollenfäule
Als erste Anzeichen der bakteriellen Fäule gelten das Welken der Kartoffelstauden, wobei die Blätter vergilben und ihre ursprüngliche Form verlieren und die Triebe hängen. Die befallenen Stängel verfärben sich braun, und ihr unterer Teil fault und sondert braunen Schleim ab.
Die betreffende Krankheit befällt die Leitbahnen der Nährstoffe der Pflanze. Nach der Verstopfung der Gefäße welken einzelne Kartoffelstängel, und das Virus gelangt in die Gefäße der Knollen. Das von bakterieller Fäule befallene Kartoffelfleisch wird weich und bräunt sich; beim Aufschneiden der Knollen sind auf den Hälften deutlich dunkelbraune, schleimige Ringe zu erkennen. Einige Zeit nach der Infektion zersetzt sich die Kartoffel vollständig.