Für Winterkulturen wird die Herbstbearbeitung von Schwarzbrachen nach dem System der Stoppelbearbeitung durchgeführt, das 1-2 Schälvorgänge und Pflügen auf eine Tiefe von 20-22 cm oder bei erhöhter Verunkrautung auf 25-30 cm vorsieht.
Die Frühjahrsbearbeitung beginnt mit dem Schließen der Feuchtigkeit. Während der Frühjahrs- und Sommerperiode werden 4-5 schichtweise Kultivierungen mit gleichzeitigem Eggen und bei trockenem Wetter auch Walzen durchgeführt. Die letzte Vorsaatkultivierung erfolgt in Saattiefe. In winderosionsgefährdeten Gebieten wird die Brache mit Flügelschargrubbern – Tiefenlockerern und Kultivatoren – bearbeitet.
Auf frühen Brachen wird die Bodenbearbeitung im zeitigen Frühjahr gleichzeitig mit der Aussaat früher Sommerkulturen durchgeführt – Sommergerste, Sommerweizen und Hafer. Das Pflügen erfolgt gleichzeitig mit dem Eggen und bei Bedarf auch mit dem Walzen. Im Laufe des Sommers wird das Feld analog zur Schwarzbrache bearbeitet.
Die Hauptmethode der Bodenbearbeitung auf bewachsenen Brachen ist das Pflügen mit Vorschälpflügen in Kombination mit Eggen und Ringelwalzen nach der Ernte der Zwischenfrüchte. Danach wird der Boden bis zur Aussaat der Winterkulturen in gelockertem und unkrautfreiem Zustand gehalten.
Die Bodenbearbeitung für Winterkulturen nach Nichtbrache-Vorfrüchten hängt von der Feuchtigkeit der Ackerkrume, den Ernteterminen und der Anbautechnik der Vorfrucht ab. Dementsprechend unterscheidet man Vorfrüchte für Drillsaat und für Weitreihensaat. Zu ersteren gehören Getreide, Flachs, Erbsen, mehrjährige Gräser und andere. Nach Getreide wird bei ausreichender Feuchtigkeit eine halbbrachemäßige Bodenbearbeitung durchgeführt, die Pflügen und 2-3 Kultivierungen beim Auflaufen von Unkraut umfasst.
Auf ausgetrockneten Böden wird geschält, dann gepflügt mit Eggen und Walzen. Nach mehrjährigen Gräsern im zweiten Nutzungsjahr wird bei ausreichender Feuchtigkeit der Ackerkrume mit Vorschälpflügen gepflügt. Bei unzureichender Feuchtigkeit wird geschält und nach einigen Tagen gepflügt.
Nach Flachs, Erbsen und Hirse wird gepflügt, und vor der Aussaat wird kultiviert mit einmaligem Eggen und Walzen. Vor der Aussaat von Winterweizen nach Erbsen zur Körnergewinnung ist anstelle des Pflügens eine Oberflächenbearbeitung mit Scheibengeräten eine hochwirksame Maßnahme. Auch nach Hackfrucht-Vorfrüchten, insbesondere nach Silomais, nach dessen Ernte nur wenig Zeit bis zur Aussaat der Winterkulturen bleibt, wird der Boden oberflächlich bearbeitet.
Die besten Bedingungen für die Erhaltung und Ansammlung von Feuchtigkeit in den oberen Bodenschichten werden nach dieser Vorfrucht durch rechtzeitige Oberflächenbearbeitung geschaffen. In winderosionsgefährdeten Gebieten werden zur Bearbeitung der Stoppeln der Vorfrüchte Nadeleggen eingesetzt.
Minimale Bodenbearbeitung für Winterkulturen
Die Bodenbearbeitung, bei der der Boden auf die minimal mögliche Tiefe bearbeitet wird und in einem Durchgang des Aggregats mehrere technologische Vorgänge ausgeführt werden, bezeichnet man als minimal, und das System — als System der minimalen Bodenbearbeitung. Diese Bearbeitung ermöglicht es, die Gesamtenergiekosten für den Anbau der Kultur zu senken und die Anzahl der Maschinendurchgänge auf dem Feld zu reduzieren, was zur Verbesserung der wasserphysikalischen und agrochemischen Eigenschaften des Bodens beiträgt.
Man unterscheidet nun zwei Hauptrichtungen der Minimierung der Bodenbearbeitung. Bei der ersten werden die Anzahl der Vorgänge und die Tiefe der Bodenbearbeitung verringert. Die zweite Richtung ist die Zusammenführung mehrerer Vorgänge. Dazu werden spezielle kombinierte Aggregate mit Scheiben- oder Flachschneidwerkzeugen eingesetzt, die in einem Durchgang den Boden zerkleinern, auflockern, einebnen und verdichten, d.h. den Boden vollständig für die Aussaat vorbereiten.
Das Aggregat kann auch eine Sämaschine, leichte Walzen oder Schleppen für das Nachwalzen oder das Einebnen der Bodenoberfläche enthalten.