Gurkenanbau im Freiland

Der Anbau von Gurken im Freiland ist die einfachste und kostengünstigste Methode, die dennoch einen guten Ertrag liefern kann.

In der Gemüsefruchtfolge werden Gurken nach mehrjährigen Gräsern, Tomaten, Spätkohl und Erbsen angebaut, in der Feldrotation — nach Winterweizen und Frühkartoffeln.

Nach der Ernte der Vorfrucht wird auf eine Tiefe von bis zu 10 cm geschält. Zum Zerkleinern grober Pflanzenreste und auf schweren Böden werden Scheibeneggen eingesetzt. Die Grundbodenbearbeitung erfolgt frühzeitig nach der Unkrautkeimung und der Düngung auf eine Tiefe von 22-25 cm, im Polesie auf 18-20 cm. Nach Kulturen, die das Feld spät räumen, wird eine tiefe Herbstfurche ohne Schälung durchgeführt. Im zeitigen Frühjahr wird der Boden geeggt, geschleppt und kultiviert, vor der Aussaat wird er gewalzt.

Unter den Gemüsekulturen sind Gurken am anspruchsvollsten an organische und mineralische Düngemittel, deren Ausbringungsmenge von der Bodenart abhängt. Auf Schwarzerdeböden werden Gurken nach gedüngten Vorfrüchten oder nach mehrjährigen Gräsern entweder nur mit mineralischen oder mit mineralischen und organischen Düngemitteln angebaut. Stallmist wird für Gurken in einer Menge von 40-60 t/ha unter die Herbstfurche ausgebracht.

Vorbereitung der Gurkensamen für die Aussaat

Die Vorbereitung der Samen für die Aussaat ist beim Gurkenanbau im Freiland von wesentlicher Bedeutung. Dazu werden 2-3 Jahre alte Samen verwendet, sie werden nach Größe kalibriert, in einer 5%igen Kochsalzlösung gewaschen, dann nach dem Spülen mit klarem Wasser eingeweicht und bei niedrigen Temperaturen gehärtet (1-2 Tage bei — 2 — +2 °C oder 5-7 Tage abwechselnd 6 Stunden bei 15-18 °C und 18 Stunden bei 0-2 °C).

Eine wirksame Maßnahme vor der Aussaat ist das Einweichen der Gurkensamen in einer Spurenelementlösung: Kupfersulfat, Zinksulfat, Mangansulfat je 100 mg/l Wasser und Ammoniummolybdat 20 mg/l für 12 Stunden.

Die Gurkensamen werden vor der Aussaat mit folgenden Präparaten gebeizt:

  • Apron XL 350 ES — 2,5 g/kg (gegen Falschen Mehltau und Bakteriose)
  • TMTD — 4-6 g/kg Samen.

Aussaat der Gurken ins Freiland

Die Gurkensamen werden ausgesät, wenn die Bodentemperatur in 10-12 cm Tiefe 12-14 °C beträgt und zum Zeitpunkt des Auflaufens keine Frostgefahr mehr besteht. Die optimalen Aussaattermine sind: in der südlichen Steppe — die zweite bis dritte Aprildekade und die erste Maidekade, in der Waldsteppe — die erste bis zweite Maidekade, im Polesie — die zweite Maidekade.

Siehe auch:
Wie man Gurken am besten anbindet

Die Aussaatmenge beträgt 4-6 kg/ha. Bei der Berechnung der Aussaatmenge ist zu beachten, dass die Samen bei sorgfältiger Bodenvorbereitung eine Feldkeimung von 65-80 % aufweisen können. Die Saattiefe beträgt 3-4 cm, auf leichteren Böden kann sie auf 4-5 cm erhöht werden. Vor und nach der Aussaat wird der Boden gewalzt. Während der Pflanzung werden Mineraldünger ausgebracht.

Die Pflanzmethoden und Schemata für Gurken im Freiland können unterschiedlich sein. Meistens wird die Aussaat im Breitreihenverfahren mit Reihenabständen von 70-90 cm oder im Bandverfahren nach dem Schema 90-50 cm durchgeführt. Bei Verwendung von Sämaschinen mit einer Spurweite von 1,8 m und einer Arbeitsbreite von 5,4 m werden Gurken im Bandverfahren nach den Schemata 120×60, 140×70 cm oder im Breitreihenverfahren mit einem Reihenabstand von 90 cm angebaut.

In der Reihe werden die Pflanzen im Abstand von 12-15 cm gesetzt, sodass pro Hektar 80.000 Pflanzen kurzstieliger und 65.000-70.000 langstieliger Sorten stehen. Bei maschineller Ernte werden die Pflanzen enger gesetzt und die Aussaatmenge auf 10 kg/ha erhöht.

Über das Auspflanzen von Gurkensetzlingen ins Freiland gibt es einen ausführlichen Artikel, hier beschreiben wir die wichtigsten Punkte. Im Freiland werden Gurken zur Erzielung einer frühen Ernte mit dem Auspflanzen von Setzlingen angebaut. Sie werden auf fruchtbaren, gut erwärmbaren Böden platziert. Auf übernässten Böden werden sie auf Beeten oder Dämmen angebaut.

Das Alter der Setzlinge beträgt 20-25 Tage, die Pflanzzeit – wenn die Frostgefahr vorüber ist – in der Steppe vom 5. bis 15., in der Waldsteppe und in Polesien vom 15. bis 20. Mai. Das Pflanzschema für Setzlinge ist das gleiche wie bei der Aussaat mit Samen.

Besonderheiten der Pflege

Beim Anbau von Gurken im Freiland, insbesondere in der Steppe, werden Kulissen aus hochstämmigen Pflanzen (Mais, Sorghum u. a.) verwendet, um das Mikroklima für die Hauptkultur zu verbessern. Die Kulissenpflanzen werden gleichzeitig mit den Gurken oder 6-10 Tage früher in Richtung der Reihen der Hauptkultur ausgesät.

Für die industrielle Verarbeitung können Gurken als Zweitkultur angebaut werden, nach der Ernte von Frühkulturen (Rettich, früher Kohl, Lauchzwiebeln u. a.). Die späte Aussaatzeit ist in der Waldsteppe die erste, in der Steppe die zweite Junidekade.

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