Bei der Roten Bete werden neben der Wurzelknolle als Hauptorgan auch die jungen Blätter der Sommer- und Winterkultur verwendet. Die Rote Bete ist in ganz Russland verbreitet. Es ist eine ertragreiche Kultur und ihre Wurzelknollen eignen sich für eine lange Winterlagerung im frischen Zustand.
Beschreibung und Merkmale
Die Blattform der Roten Bete ist der Mangold. Die Blätter werden gekocht wie Spinat gegessen. Sie enthalten Mineralsalze, Provitamin A und Ascorbinsäure.
Die Samen der Roten Bete sind Sammelfrüchte, sogenannte Knäuel, die aus mehreren (2 bis 7) miteinander verwachsenen einsamigen Früchtchen bestehen. Das Gewicht von 1000 Knäueln beträgt 10-20 g, meist — 12-14 g. Die Samen der Roten Bete bleiben 3-4 Jahre keimfähig. Zur Keimung benötigen sie 120 % Wasser bezogen auf ihr eigenes Trockengewicht. Die Form der Keimblätter ist elliptisch, auf der Unterseite haben sie und das Hypokotyl eine purpurrote Färbung (bei Zuckerrüben — gelblich, bei Futterrüben — rosa).
Die Rote Bete entwickelt im ersten Sommer eine Blattrosette an einem verkürzten Stängel. In diesem Sommer bilden der verkürzte Stängel, das Hypokotyl und die Basis der Hauptwurzel unter Einlagerung von Nährstoffen die Wurzelknolle. Wenn sie durch Vergrößerung der Wurzel entsteht, nimmt sie eine konische Form an; wenn dagegen hauptsächlich der Hals wächst, entsteht eine runde oder flache Wurzelknolle.
Im Querschnitt der Wurzelknolle ist zu sehen, dass sie aus mehreren Ringen besteht, was auf die Besonderheit der sekundären Veränderungen zurückzuführen ist. Diese Besonderheit besteht darin, dass das ursprüngliche Kambium der Wurzel und des Hypokotyls seine Tätigkeit bald einstellt.
Um das Wachstum fortzusetzen, wird in der peripheren Region und in der Wurzelknolle ein neuer Kambiumring angelegt, der zum Zentrum hin einen Ring aus sekundärem Xylem und zur Peripherie hin — einen Ring aus sekundärem Phloem ablagert. Bald erlischt die Tätigkeit dieses Rings, und an der Peripherie des sekundären Phloems entsteht ein neuer Kambiumring, der wie zuvor einen neuen Ring aus sekundärem Xylem nach innen und nach außen — einen neuen Ring aus sekundärem Phloem bildet, usw. Daraus ergeben sich in der Wurzelknolle mehrere Ringe aus sekundärem Xylem und sekundärem Phloem. Die Wurzelknolle ist von einer Schale bedeckt, die aus mehreren Zellschichten besteht.
Die lebenden Zellen des sekundären Phloems enthalten gefärbten Zellsaft, der die rot-violette Farbe der Bastringe verursacht. Das Gewebe des sekundären Xylems ist stets deutlich heller und härter und ärmer an Nährstoffen. Daher hat eine Wurzelknolle mit stark ausgeprägten hellen Ringen einen geringeren Geschmacks- und Nährwert.
Die Wurzel der Roten Bete dringt gut 2-2,5 m tief und seitlich (bis 110 cm) ein. Im Frühjahr des zweiten Jahres bilden die Rüben einen verzweigten, bis zu 1 m hohen Blütenstiel, der gut mit Blättern bedeckt ist. Die Blüten sind in Gruppen von 2-8 an einer verlängerten Achse angeordnet und bilden eine Ähre. 50-60 Tage nach dem Pflanzen der Rüben beginnt die Blüte mit den unteren Blüten der Ähre des Hauptstiels und dauert je nach Luftfeuchtigkeit 10 bis 40 Tage.
Die Blüten haben einen starken Honiggeruch, sondern jedoch keinen für Bienen geeigneten Nektar ab, weshalb diese sie kaum besuchen. Die Bestäubung ist fremdbestäubt. Alle Kultursorten der Rübe (Tafelrüben, Futterrüben, Zuckerrüben) kreuzen sich leicht untereinander.
Die Rote Bete stammt von den Küsten des Ärmelkanals und der europäischen Küste des Mittelmeers. Sie wurde im 6.-4. Jahrhundert v. Chr. in Kultur genommen. Anfang des 17. Jahrhunderts wurde in Europa bereits rote Rüben angebaut.
Die Rote Bete gehört aufgrund ihrer phylogenetischen Entwicklung zu den Kulturen gemäßigter Temperaturen und des Langtages. Die Mindestkeimtemperatur beträgt 6-7 °C, optimal sind 25 °C und maximal 33-35 °C. Die beste Wachstumstemperatur liegt bei 18-23 °C, die Sämlinge vertragen kurzzeitige Fröste bis minus 2-3 °C und ausgewachsene Rübenpflanzen halten bis minus 3-4 °C aus.
Zum Licht ist die Rote Bete eine mittelmäßig anspruchsvolle Kultur, mäßig feuchtigkeitsbedürftig und reagiert negativ auf erhöhte Bodenazidität. Bei pH 5,0-5,8 sinkt der Ertrag stark. Böden mit alkalischer Reaktion (pH 8 und mehr) sind ebenfalls ungeeignet. Sie hat während der Vegetation unterschiedliche Ansprüche an Nährstoffe. Im Zeitraum vom Auflaufen bis zur vollständigen Ausbildung der Rüben und der Einlagerung von Nährstoffen ist die Kaliumversorgung von großer Bedeutung, da sie die Bildung von Kohlenhydraten fördert.