Die Zuckerrübe — eine zweijährige Pflanze aus der Familie der Gänsefußgewächse. Im ersten Lebensjahr bildet die Rübe eine Rosette aus grundständigen Blättern und eine verdickte Hauptwurzel, und im zweiten Jahr — Blütentriebe.
Einzelne Pflanzen bilden im ersten Jahr Blütentriebe (Schossen). Die Anzahl der Schosser nimmt in kalten Frühjahren zu.
Biologische Eigenschaften der Zuckerrübe
Das Wurzelsystem der Zuckerrübe besteht aus einer Pfahlwurzel und einer Masse feiner Nährwurzeln. Die kräftige Entwicklung des Wurzelsystems erklärt ihre relative Trockenheitstoleranz. Die Nährwurzeln reichen bis zu 1,6 m in die Tiefe und über 1 m in die Breite. Die Wurzeln der Zuckerrübe besitzen eine hohe Aufnahmefähigkeit für Bodenkalium und eine geringere — für Phosphor.
An der Rübe unterscheidet man drei Teile: Kopf, Hals und die eigentliche Wurzel bzw. den Wurzelkörper. Der Kopf — der obere Teil der Wurzel, stammbürtigen Ursprungs, trägt eine Blattrosette und Knospen, aus denen sich künftig Blütentriebe entwickeln können. Der Hals — der zwischen Kopf und eigentlicher Wurzel gelegene Teil. Er entwickelt sich aus dem Hypokotyl des Keimlings und zeichnet sich dadurch aus, dass er in der Regel weder Blätter noch Wurzeln aufweist.
Die eigentliche Wurzel bzw. der Wurzelkörper — der Hauptteil der Wurzel, beginnt nach dem Ende des Halses. Auf den Kopf entfallen etwa 10-15% der gesamten Länge einer ausgewachsenen Wurzel, auf den Hals — 10-20% und auf die eigentliche Wurzel — 65-80%. Die Wurzelform kann je nach Sorte und Anbaubedingungen variieren und von der üblichen (konischen) Form abweichen; es kommen beutelförmige, birnenförmige und zylindrische Formen vor. Bei ungleichmäßigem Wachstum der Rüben, insbesondere in Bewässerungsgebieten mit stark schwankender Bodenfeuchte, treten häufig hohle Wurzeln auf.
Die Wurzel der Zuckerrübe enthält 20-25% Trockensubstanz und 75-80% Wasser. Den Hauptteil der organischen Substanzen der Wurzel bildet Zucker. Neben Zucker enthält die Rübe geringe Mengen an Zellulose, Eiweiß und Spuren von Fett. Der Gesamtgehalt an Aschebestandteilen in der Wurzel übersteigt 0,8 Prozent nicht. Die Ablagerung von Zucker in den einzelnen Teilen der Wurzel ist ungleichmäßig: Am wenigsten Zucker befindet sich im oberen Teil des Kopfes, etwas mehr im unteren Teil der Wurzel und am meisten im mittleren Teil, insbesondere an der Übergangsstelle vom Hals zur eigentlichen Wurzel.
Die Blätter der Zuckerrübe sind gestielt und am Wurzelkopf in Form einer Rosette angeordnet. Die Blätter werden während der gesamten Vegetationsperiode gebildet. An jeder Pflanze werden durchschnittlich 50-60 Blätter gebildet, aber die Hauptarbeit für die Ertragsbildung leisten die Blätter, die sich im Juni und Juli entwickeln, denn sie besitzen eine stark entwickelte Spreite und sind langlebiger.
Zuckerrüben werden durch Wind und Insekten fremdbestäubt. Die Blüten der Zuckerrübe sind in Blütenständen — Quirlen angeordnet.
Jeder Quirl enthält 2 bis 6 dicht beieinander stehende Blüten. Bei der Reifung verwachsen die Früchte mit ihren Fruchtwänden und bilden Knäuel, die üblicherweise als Samen bezeichnet werden. Im botanischen Sinne handelt es sich um Fruchtverbände, die aus mehreren Früchtchen (Nüsschen) bestehen. In den Knäueln der gewöhnlichen Zuckerrübe befinden sich meist zwei bis vier Samen, es wurden jedoch auch Formen der einsamigen Zuckerrübe mit einem Samen gezüchtet.
Die Samen der Zuckerrübe beginnen bei einer Temperatur von 4-5° Wärme zu keimen. Fröste bis zu 3-4° fügen ihren Keimlingen (im ‚Gabelstadium‘) große Schäden zu. Mit dem Erscheinen des ersten Paares echter Blätter nimmt die Kältetoleranz der Rübe zu, und zu diesem Zeitpunkt kann sie Fröste bis zu 8° aushalten.