In der Biologie unterscheidet sich der kriechende Weißklee erheblich von anderen in der Kultur bekannten mehrjährigen Arten – dem Rotklee und dem Rosenklee.
Biologische Merkmale des Weißklees
Die Lebensdauer beträgt unter Kulturbedingungen 3 bis 5 Jahre. In der Natur bleibt er wesentlich länger erhalten, was durch die Bewurzelung der Stängel an den Knoten begünstigt wird. Das Betreten des Weißklees durch Weidetiere beeinträchtigt die Pflanzen nicht, sondern fördert im Gegenteil ihr Wachstum. Stängel, die von den Hufen der Tiere vom Spross und der Hauptwurzel abgerissen werden, sterben bei günstigen Feuchtigkeitsbedingungen nicht ab, sondern wachsen aufgrund der vorhandenen Wurzeln an den Stängelknoten als einzelne Pflanzen weiter.
Beim Wachstum in Mischungen mit Gräserkomponenten wird Weißklee von den Gräsern unterdrückt und lichtet sich aus. Eine Weidenutzung mit rechtzeitigem Abweiden der Grasbestände verbessert die Wachstumsbedingungen und fördert die Zunahme des Weißkleeanteils in der Grasmischung.
Die Aufnahme von Weißklee in die Grasmischung mit Weidelgras, Timothy und anderen Gräsern verbessert den Futterwert des Weidegrases – erhöht den Gehalt an Rohprotein, Fett, Phosphor, Kalium, Kalzium und verringert den Rohfasergehalt. Neben der Steigerung der Futterqualität erhöht die Einbeziehung von Weißklee in Wiesengrasmischungen deren Ertrag aufgrund der zusätzlichen Stickstoffversorgung der Grasbestandteile der Mischung.
Nach Angaben von Forschungseinrichtungen kann Weißklee 3,5–4,5 Zentner Ammoniumnitrat pro Hektar ersetzen, daher sollte er verstärkt als lokale Stickstoffquelle genutzt werden.
Der kriechende Klee treibt in der zentralen und nördlichen Teilen der Nichtschwarzerdezone in der zweiten Aprilhälfte aus. Die Blüte erfolgt je nach Sorte Anfang oder in der zweiten Junihälfte. Es gibt auch extrem frühe Formen, die Ende Mai blühen.
In Jahren mit bewölktem und kühlem Wetter und ausreichender Feuchtigkeit während der Blütezeit bildet Weißklee mehr Triebe als in Jahren mit heißem und trockenem Wetter. Am besten gedeiht er in Gebieten mit kühlem, feuchtem Klima. Er ist nicht anspruchsvoll an den Boden.
Er gedeiht gut auf Acker- und Überschwemmungsflächen, auf normal feuchten, lehmigen, humusreichen und gut durchlässigen Böden sowie auf ausreichend entwässerten Mooren und gekalkten Böden.
Er gedeiht schlecht auf sehr sauren Böden, ist jedoch weniger empfindlich gegenüber der Bodenreaktion als Rotklee. Der optimale pH-Wert des Bodens liegt bei 5,5–7,9. Als optimaler Grundwasserstand gelten 85–90 cm.
Nach einigen Angaben liefert 1 Hektar Weißklee-Anbau bis zu 100 kg Honig, Rotklee dagegen nur 6 kg.
Viele Formen des Weißklees enthalten cyanogene Glukoside und eine gewisse Menge freier Blausäure. Studien haben gezeigt, dass cyanogene Glukoside nicht gefährlich sind, aber Blausäure und andere Hydrolyseprodukte sind gefährlich. Reiner Weißklee verursacht Tympanitis. Zur Vorbeugung wird empfohlen, 3 Tage vor der Beweidung oder dem Abgrasen den Pflanzenbestand nach dem Abtrocknen des Taus mit emulgiertem Paraffin oder Fett zu besprühen.
Weißklee zeichnet sich durch einen niedrigen, kriechenden Wuchs aus, mit an den Knoten wurzelnden Stängeln, von denen nach oben Blätter an langen Blattstielen (4 bis 60 cm) und weiße, runde Köpfchen an langen Blütenstielen abgehen. Der Hauptstängel des Weißklees ist verkürzt, kaum sichtbar. Die Blätter sind dreizählig. Die Blättchen sind in Form und Größe vielfältig. Die Zeichnung auf den Blättchen ist nicht immer deutlich, manchmal fehlt sie; oft haben ungemusterte Blättchen braune Striche.
Der Blütenstand ist ein rundes, vielblütiges Köpfchen. Der Blütenstiel ist lang, meist länger als der Blattstiel und dicker. Die Blüten sitzen an kurzen Stielen (0,8–1,5 mm). Die Krone ist meist weiß, mit rosa Streifen auf der Fahne.
Die Anzahl der Blüten in den Köpfchen beträgt 30 bis 120. Beim Verblühen werden die Blüten braun und biegen sich nach unten. Die Frucht ist eine Hülse, meist mit 2–4 Samen, selten mehr. Die Samen sind klein, rundlich, leicht abgeflacht. Ausgereifte und ordnungsgemäß geerntete Samen sind gelb, bei Lagerung unter ungünstigen Bedingungen braun. Die Tausendkornmasse beträgt 0,6–0,7 g.
Die Wurzel ist eine Pfahlwurzel, weniger tief als bei Rotklee, stark verzweigt. An den Knoten des liegenden Stängels bilden sich zusätzliche Wurzeln, die sich entwickeln und ein eigenes Wurzelsystem bilden, das das Überleben der Pflanzen auch nach dem Absterben der Hauptwurzel sichert.
Die Wurzeln dringen bis zu 1 m in den Boden ein, die Hauptmasse liegt jedoch in der oberen Schicht (40–50 cm). Daher kann Weißklee auf Böden mit niedrigem Grundwasserstand (40–90 cm) wachsen.