Binsen-Quecke

Wolosnez sitnikowyj ist ein mehrjähriges, lockerhorstiges, niedriges Süßgras. Es hat ein gut entwickeltes faseriges Wurzelsystem. Es zeichnet sich durch eine Fülle verkürzter Triebe mit einer Höhe von 20–30 cm, durch grundständige Blätter und eine geringe Anzahl wenig beblätterter generativer Stängel (60–120 cm) aus.

Die Stängel sind dünn, glatt, unter den Ähren rau. Die Blätter sind lang, bläulich- oder graugrün, zart, von unten und oben rau. Der Blütenstand ist eine gerade, lange, schmale Ähre, in den meisten Fällen brüchig; es gibt Formen mit stabiler Ährenachse.

Eigenschaft

Es zeichnet sich durch hohe Winterhärte, Trockenheitsresistenz und Salztoleranz aus. Im Aussaatjahr und im folgenden Jahr entwickelt es sich langsam. Die normale Entwicklung wird erst im dritten Lebensjahr erreicht. Nach der Entwicklungsgeschwindigkeit gehört es zu den mittelspäten Gräsern. Im Frühjahr treibt es recht früh aus, aber einige Tage später als das Weizengras. Die Ährenphase tritt in der zweiten Maihälfte ein, die Blüte erfolgt in der zweiten bis dritten Junidekade.

Die Pflanze ist vom winterannuellen Entwicklungstyp. Die Pflanzenbestände im zweiten Lebensjahr bilden eine geringe Anzahl generativer Stängel, ab dem dritten Jahr werden es mehr. Im Nachwuchs werden keine generativen Stängel gebildet. Die Samen reifen in der zweiten Julidekade bis zur ersten Augusthälfte. Die Samenproduktivität ist gering, bei der Reife rieseln sie stark aus. Die Samen sind lang, klein, behaart, mit einer kurzen grannenartigen Spitze, nicht ausreichend rieselfähig.

Siehe auch:
Wiesenknäuelgras: biologische Besonderheiten

Wolosnez sitnikowyj ist eine typische Weidepflanze. Nach einer Beweidung oder Mahd im jungen Zustand (nicht später als das Ährenschieben) treibt sie gut nach. Sie kann zwei- bis dreimal beweidet werden.

Bei Weidenutzung steht der Wolosnez sitnikowyj hinsichtlich des Futterertrags dem Weizengras nicht nach und übertrifft es im Nachwuchsvermögen. Daher ist er von außergewöhnlichem Wert für die Anlage von Weiden in den südlichen Steppengebieten, bei der Erschließung trockener salzhaltiger bis salzhaltiger Böden, von krustigen, klumpigen Salzböden und von Hanglagen in Sibirien und anderen Regionen.

Die Futtermasse wird im jungen Alter von Tieren gut gefressen, zeichnet sich durch einen hohen Proteingehalt aus. Nach dem Ährenschieben vergräsen die Pflanzen schnell, die Fressbarkeit verschlechtert sich drastisch. In den Pflanzenbeständen bleibt sie 7–9 Jahre erhalten.

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