Biologische Besonderheiten der Kammquecke

Die Hauptarten des Agropyron werden durch verschiedene ökologische Typen repräsentiert. Sie unterscheiden sich in einigen morphologischen Merkmalen und ihrem Standort.

Beschreibung und Eigenschaften

Je nach Bedingungen, Art und Sorte blüht es in der ersten bis zweiten Junihälfte. Das schmalährige Agropyron beginnt im Vergleich zum breitährigen 5–10 Tage später zu blühen. Während der Blütezeit befindet sich die Narbe des Stempels oberhalb der Staubblätter, was die Selbstbestäubung erschwert und die Fremdbestäubung fördert.

Allerdings kann eine Selbstbestäubung, wie oben erwähnt, wenn auch in geringem Maße, stattfinden.

Blüte

Die Blüte beginnt in der Mitte des unteren Drittels oder in der Mitte der Ähre und breitet sich nach oben und unten aus. In den Ährchen blühen zuerst die unteren Blüten, zuletzt die oberen. Die Blüte ist auf die heißeste Tageszeit und niedrige Luftfeuchtigkeit beschränkt. Sie findet in der Regel in der zweiten Tageshälfte statt.

Eine Blüte blüht etwa 30–40 Minuten, die gesamte Pflanze 3–5 Tage. Bei kaltem Regenwetter dauert die Blüte 10–15 Tage. Zusätzliche Bestäubung bei Agropyron ist recht effektiv. Vom Ende der Blüte bis zur vollständigen Samenreife vergehen 20–30 Tage. Die Samen reifen in den südlichen Gebieten der Waldsteppe in der zweiten Julihälfte bis Anfang August, in der Steppe in der ersten Julihälfte.

Anwendung von Agropyron

Agropyron wird in Reinsaat und in Mischung mit Luzerne und Esparsette auf Ackerland sowie in Grassmischungen zur Anlage von Heuwiesen und Weiden in der Steppenzone des europäischen Teils des Landes, in West- und Ostsibirien, im Nordkaukasus, in Kasachstan und Zentralasien verwendet. Es wird auch zur Begrünung salzhaltiger Hänge und erosionsgefährdeter Flächen eingesetzt.

In der Regel werden Agropyron-Bestände in den ersten zwei bis drei Jahren als Heu genutzt und anschließend zur Beweidung. Bis dahin bildet sich eine dichte Grasnarbe, die Trittbelastung standhält. Der Ertrag schwankt je nach Sorte und Anbauzone.

Agropyron ist eine Pflanze vom Wintertyp. Die Grundlage des Ertrags an Futtermasse und Samen liefern hauptsächlich die Triebe der Herbstbestockung, die eine Vernalisation durchlaufen haben. Im Pflanzenbestand befinden sich bis zu 80% generative Halme, etwa 18% vegetative verlängerte und 2% verkürzte Triebe. Je mehr überwinterte und vernalisierte Triebe vorhanden sind, desto höher ist der Ertrag an Heu oder Samen. Daher ist der erste Schnitt (oder die erste Beweidung) am produktivsten. Triebe der Frühjahrs- und Sommerbestockung bleiben verkürzt und sind in der Regel weniger produktiv.

Siehe auch:
Futtergräser, ihre Bedeutung

Die Grummetfähigkeit der Quecke ist gering; bei Heunutzung liefert sie in der Regel nur einen Schnitt. Nur in günstigen Jahren können Zuchtsorten zwei Schnitte liefern, wobei der zweite Schnitt im Ertrag dem ersten stets unterlegen ist. Der zweite Schnitt wird rechtzeitig durchgeführt, damit sich vor Eintritt der Fröste ein guter Grummet bilden kann. Obwohl sie im Vergleich zu anderen Süßgräsern am trockenheitsresistentesten ist, ist ihre Hitzebeständigkeit gering. In heißen und trockenen Jahren reduziert sie den Massenertrag drastisch.

Als ausgezeichnetes Weidegras liefert die Quecke nicht mehr als zwei bis drei Beweidungen pro Jahr. In den trockensten Gebieten wird eine einmalige Beweidung im Frühjahr-Sommer-Zeitraum durchgeführt; in Einzelfällen erfolgt im Herbst eine zweite, nicht sehr intensive Beweidung. Dabei ist zu beachten, dass eine intensive Herbstbeweidung zu einem starken Ertragsrückgang im folgenden Jahr führt. In feuchteren Bedingungen werden zwei oder drei Beweidungen durchgeführt: die erste — im Frühjahr, die zweite und dritte — nach dem Nachwuchs des Grummets (Sommer und Herbst).

Die Futterqualität der Quecke bei Ernte zu Beginn des Ährenschiebens ist recht hoch. Nach dem Ährenschieben werden die Halme schnell grob, die Blätter trocknen aus, wodurch der Nährwert des Futters stark abnimmt. Das Grummet der Quecke besteht hauptsächlich aus Blättern vegetativer Triebe. Es ist sehr nährstoffreich, aber seine Produktivität ist gering.

Die Quecke zeichnet sich durch eine beachtliche Langlebigkeit aus. In Futterfruchtfolgen der Steppen- und südlichen Waldsteppengebiete bleibt sie 4-6 Jahre und länger im Bestand. Auf Heuwiesen und Weiden kann ihr Bestand 7-10 Jahre für Heu und Beweidung genutzt werden. Allerdings ist der Ertrag über die Jahre ungleichmäßig; mit zunehmendem Alter nimmt er stark ab.

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