Luzerne-Samenanbau

Die Untersuchung der Entwicklungsmerkmale der Luzerne zeigte, dass die Vernalisation bei ihr nicht in den Samen, sondern in den Keimlingen und bei vegetativer Erneuerung in jungen Trieben erfolgt, die aus den Knospen der Bestockungszone entstehen.

Für die Vernalisation sind keine niedrigen Temperaturen erforderlich; die Triebe der Luzerne entwickeln sich nach dem Typ einer Sommerpflanze, daher bildet die Luzerne bereits im ersten Lebensjahr generative Triebe, blüht und kann Samen bilden.

Samen können auch vom zweiten und den folgenden Schnitten gewonnen werden, abhängig von der Luzernesorte und der Dauer der Vegetationsperiode der Anbauregion. Die Dauer der Vernalisation wird hauptsächlich durch die Temperatur bestimmt, das Licht hat eine geringere Bedeutung. Bei sommerlichen Aussaatterminen der Luzerneaussaat verläuft die anfängliche Entwicklung beschleunigt, bei Frühjahrsaussaat verlangsamt. Für den Ablauf der generativen Phase und die normale Samenentwicklung ist der Bodenfeuchtigkeitshaushalt von großer Bedeutung. Die günstigsten Bedingungen für die Samenbildung ergeben sich, wenn die Bodenfeuchte vom Austrieb bis zur Knospenbildung bei etwa 60 % gehalten und dann schrittweise auf 50–45 % reduziert wird.

Siehe auch:
Wolosnez Sibirskij

Eine negative Bedeutung für den Ablauf der generativen Phase und die Samenbildung der Luzerne hat die Eigenschaft des Austreibens neuer Triebe aus den Kronenknospen, wenn die Bildung und Entwicklung der Samen noch nicht abgeschlossen ist. Dies ist in der Regel mit einer erhöhten Bodenfeuchte von 70–80 % bei Bewässerung oder mit Niederschlägen während der Blütezeit verbunden, wenn die Pflanze über einen großen Vorrat an Nährstoffen verfügt.

Unter Bewässerungsbedingungen kann durch die Regulierung des Bewässerungsregimes ein übermäßiges Wachstum verhindert werden. Die Verringerung der Bodenfeuchte in der Zeit von der Knospenbildung bis zur Samenreife hemmt das vegetative Wachstum und das Austreiben neuer Triebe. Bei normaler und reichlicher Hülsenbildung werden in der Regel keine neuen Triebe gebildet.

Unter Bedingungen, bei denen der zweite Schnitt für die Saatgutgewinnung genutzt werden kann, kann durch einen rechtzeitigen ersten Schnitt das für die Samenpflanze übermäßige vegetative Wachstum des Pflanzenbestandes begrenzt werden.

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