Anzucht von Unterlagen

Für gute Ergebnisse bei der Anzucht von Unterlagen sind die Standortwahl und die Bodenvorbereitung von großer Bedeutung. Nasse oder besonders schwere Böden sind ungeeignet. Leichte Sandböden können nur bei Vorhandensein von Bewässerung genutzt werden.

Die Samen von Steinobstarten, insbesondere von Süß- und Sauerkirschen, reagieren sehr empfindlich auf die Bodenfeuchtigkeit. Bei Anzucht auf schweren Böden reifen die Sämlinge spät aus. Dies führt zu einem späten Wachstumsabschluss, besonders bei Apfel und Antipka, und macht eine Entlaubung erforderlich.

Man sollte die Bodenmüdigkeit nicht vergessen. Besonders stark reagieren Sämlinge von Kernobstarten auf Bodenmüdigkeit: Selbst nach mehreren Jahren zeigen sie eine schwache Entwicklung und schlechtere Qualität. Auf ein und derselben Fläche können Steinobstarten erst nach 3–5 Jahren wieder angebaut werden.

Auch eine ordnungsgemäße Bodenvorbereitung ist von großer Bedeutung. Bei der Aussaat im Herbst müssen die Saatbeete spätestens bis zum 15. Oktober angelegt werden. Mist sollte möglichst ein Jahr zuvor unter die Vorfrucht gegeben werden. Ein hoher Strohgehalt im Mist erschwert die Pflegearbeiten, insbesondere beim Abschneiden. Zur Verbesserung der physikalischen Eigenschaften und der Fruchtbarkeit des Bodens eignet sich Stallmist, der zur guten Zersetzung im Laufe des Jahres unter Zugabe von Erde umgeschaufelt wurde. Vor der Aussaat im Herbst oder Frühjahr werden außerdem Mineraldünger in Höhe von 17 kg/ha Phosphor und 65 kg/ha Kalium (Reinnährstoff) ausgebracht.

Die Frühjahrsaussaat erfolgt nur auf Beeten, die im Herbst oder im Winter vorbereitet wurden. Trotz der großen Arbeitsbelastung im Herbst durch das Ausgraben der Unterlagen muss der Vorbereitung der Saatbeete große Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Aussaat von Unterlagen

Die Aussaat erfolgt mit Sämaschinen mit einem Reihenabstand von 21,5 cm oder von Hand. Neben modernen Maschinentypen werden auch alte, meist umgebaute Maschinen eingesetzt.

Bei der Herbstaussaat müssen die Samen in einer Tiefe von 3–5 cm abgelegt werden. Danach sollten die Reihen leicht angehäufelt werden, um das Aufpicken der Samen durch Vögel zu verhindern. Im Frühjahr werden diese Häufelwälle beim Eggen eingeebnet. Darüber hinaus verhindert das Eggen die Krustenbildung und hemmt das Unkrautwachstum. Zur Bekämpfung der Krustenbildung können auch andere Bodenbearbeitungsgeräte eingesetzt werden.

Siehe auch:
Okulation von Bäumen

Im Frühjahr ist die Saattiefe geringer als bei der Herbstaussaat. Nur bei starker Trockenheit werden die Samen etwas tiefer gesät. Die Aussaatmenge richtet sich nach der Keimfähigkeit der Samen.

Wurzelschnitt

Um Pflanzen mit einem verzweigten Wurzelsystem zu erhalten, wurden die Sämlinge früher nach dem Erscheinen des zweiten Blattes pikiert. Der Wurzelschnitt der Sämlinge mit Geräten ähnlich einem Kultivator erhöht die Arbeitsproduktivität erheblich. Ganze Beete werden auf einmal geschnitten, und der Schnitt erfolgt in beide Richtungen.

Bewölktes Wetter und die Möglichkeit von Niederschlägen nach dem Beschneiden verringern die Anzahl der Ausfälle. Je dichter der Pflanzenbestand, desto notwendiger ist der Wurzelschnitt.

Die Pflanzenpflege besteht hauptsächlich aus Unkrautjäten mit Bodenlockerung zur Bekämpfung von Unkräutern und einigen Pflanzenschutzmaßnahmen.

Ausgraben

Die Unterlagen werden nach dem Ende des Triebwachstums ausgegraben. Nach Möglichkeit sollte diese Arbeit erst begonnen werden, nachdem ein Teil des Laubs gefallen ist oder wenn noch keine Gefahr besteht, dass das verbliebene Laub an den Pflanzen bei der Lagerung deren Austrocknung verursacht.

Fallen die Blätter nicht ab, wie es oft bei Sämlingen von Apfelbäumen und Antipka beobachtet wird, müssen sie bei der Lagerung einer Abflammung unterzogen werden.

Sämlinge von Süßkirschen und einzelnen Pflaumenarten können oft bereits im Oktober ausgegraben werden, da bei diesen Arten das Ende des Triebwachstums und der Laubfall relativ früh eintreten. Einfallende frühe oder nächtliche Fröste tragen oft zur Reifung der Triebe und zum Laubfall bei.

Das Ausgraben erfolgt mit verschiedenen Geräten. Das einreihige Ausgraben mit anschließender manueller Ernte wird kaum angewendet, aber das Ausgraben von Bandaussaaten mit einem sechsscharigen Pflug ist von großer Bedeutung. In einem Arbeitsgang wird das gesamte Beet ausgegraben, aber auch hier ist eine manuelle Auslese der Sämlinge erforderlich.

Lagerung von Unterlagen

Am besten lagert man sie in Räumen mit einer Temperatur von etwa 5°C bei ausreichend hoher Luftfeuchtigkeit. Wenn aufgrund der hohen Feuchtigkeit Tropfen entstehen und fallen, hat dies die Bildung von Schimmel an den nicht vollständig ausgereiften Pflanzenteilen zur Folge.

Die Sämlinge werden in Stapeln von 1 bis 1,5 m Höhe geschichtet, je nach Vorhandensein von verbliebenem Laub. In jedem Fall ist eine Kontrolle der Temperatur im Inneren des Stapels erforderlich.

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