Okulation von Bäumen

Die Okulation — ist eine der am häufigsten angewandten Veredelungsmethoden bei Obstgehölzen und wird fast ausschließlich in den Sommermonaten durchgeführt. Ihr Vorteil gegenüber der Kopulation besteht darin, dass die Arbeitsleistung 2- bis 3-mal höher sein kann, die Anwuchsrate besser ist und der Bedarf an Edelreis geringer ist als bei der Veredelung mit Stecklingen.

Der Erfolg der Okulation von Obstbäumen wird durch eine gute Trennbarkeit der Rinde vom Holz bestimmt, nachdem ein T-förmiger Einschnitt für das Einlegen des Auges gemacht wurde. Die Unterlage muss ausreichend gut entwickelt sein, um eine hohe Arbeitsproduktivität zu gewährleisten.

Auch die Edelreiser müssen ausreichend gut ausgereift sein, um eine gute Anwuchsrate zu erzielen. In den meisten Fällen beginnt der Saftstrom bei den Unterlagen bereits vor dem optimalen Okulationszeitpunkt, wenn die Stecklinge noch keine gute Ausreife erreicht haben.

Augen, die von unreifen Trieben gewonnen werden, faulen leicht, insbesondere wenn als Bindematerial Folien verwendet werden, da sich unter der Umwicklung ein besonderes Mikroklima bildet. Es dürfen auch keine Augen von Trieben genommen werden, die ihr Wachstum bereits vollständig abgeschlossen haben. In diesem Fall lässt sich die Rinde schlecht oder gar nicht vom Holz trennen, und daher brechen die Augen oft ab.

Die Auswahl der geeigneten Stecklinge ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Erfolg. Auch der Zeitpunkt der Veredelung der entsprechenden Unterlagen ist von großer Bedeutung. Während einige Unterlagen bereits im Juli veredelt werden können, kann die Okulation der Antipka noch Anfang September durchgeführt werden.

Vegetativ vermehrte Unterlagen sollten in den meisten Fällen früher okuliert werden als Sämlinge. Aus der Praxis ist jedoch bekannt, dass es auch hier erhebliche Unterschiede geben kann. Der Zeitpunkt hängt von den Witterungsbedingungen ab. So ist in trockenen Jahren in der Regel ein früherer Abschluss des Triebwachstums zu beobachten.

Über die Reihenfolge der Okulation der jeweiligen Unterlagen können nur allgemeine Hinweise gegeben werden, da der Zeitpunkt dieser Arbeit durch Standort, Wetter, Zustand der Unterlagen und andere Faktoren beeinflusst wird.

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Früher veredelt man die Pflaume, dann die Quitte, Sämlinge von Aprikose und Birne, danach Sämlinge von Apfel und Pfirsich, und zuletzt okuliert man die Altscha und die Antipka. Der Zeitpunkt wird meist vor Ort durch Kontrolle einzelner Pflanzen festgelegt.

Die Durchführung der Okulation von Bäumen hat sich bei Obstgehölzen grundsätzlich nicht verändert. Versuche, Teile der Arbeiten zu mechanisieren, sind gescheitert oder haben sich wirtschaftlich nicht gerechtfertigt. Somit ist die Technik der Augengewinnung sowie der Einschnitte an der Unterlage bis heute unverändert geblieben.

Aber auch die Arbeiten zur Stecklingsgewinnung lassen sich rationalisieren. So kann man an Stecklingen, insbesondere von Apfelbäumen, die Blätter abstreifen und dadurch sehr viel Zeit sparen. Die Verwendung von Stecklingen mit entfernten Blättern hat den Vorteil, dass sich die Verbindung beim Umwickeln mit Folie oder Gummistücken besser gestaltet. Natürlich ist das Abstreifen der Blätter von Birnentrieben und der meisten Steinobstarten aufgrund der besonderen Knospenstellung schwierig.

Im Laufe der Zeit ist das für die Umreifung verwendete Material deutlich besser geworden. In Obstbaumschulen wird fast kein Bast mehr als Umreifungsmaterial verwendet. Weit verbreitet haben sich Umreifungsarten wie Bänder aus Kunststofffolie und Gummistücke mit Klammern. Beide Arten von Umreifungsmaterial sind elastisch und verhindern so ein Einschnüren der Unterlagen. Dabei muss die Umreifung, insbesondere mit Gummistücken, so ausgeführt sein, dass unabhängig vom Wetter ein Wachstum möglich ist und die Umreifung selbst nicht vorzeitig zerstört wird oder zu fest wird.

Die Umreifung wird nach 3-4 Wochen entfernt und gleichzeitig wird die Anwachsrate überprüft. Falls nötig, wird sofort eine Nachokulation durchgeführt, solange sich die Rinde der Unterlagen noch löst. Andernfalls muss die Veredelung im nächsten Frühjahr mit einem Steckling erfolgen.

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