Vermehrung durch verholzte Stecklinge

Die Vermehrung durch verholzte Stecklinge erfolgt in der Ruheperiode. Obwohl es für Menschen, die Pflanzen züchten, nie eine Zeit ohne Arbeit gibt, sind einige Monate weniger ausgelastet. Daher ist in vielen Fällen die Vermehrung durch verholzte Stecklinge der Vermehrung durch grüne Stecklinge vorzuziehen.

Darüber hinaus sind dabei keine zusätzlichen Kultivierungseinrichtungen erforderlich. Die Gefahr besteht jedoch genau darin, dass viele Betriebe ihre Möglichkeiten nutzen und regelmäßig große Mengen an Pflanzmaterial bestimmter Arten produzieren, wodurch von Zeit zu Zeit eine Überproduktion entsteht.

Die Vermehrung durch verholzte Stecklinge ist nur in spezialisierten Betrieben bei der Produktion großer Mengen von einheitlichem Pflanzmaterial sinnvoll. Dabei ist es wünschenswert, dass diese Betriebe enge kooperative Beziehungen zu anderen Baumschulen unterhalten. Die Gewinnung und das Schneiden der Stecklinge kann in verschiedenen Baumschulen erfolgen, während die Anzucht des Pflanzmaterials besser in den Betrieben konzentriert werden sollte, die dafür die organisatorischen Voraussetzungen und geeignete Bodenverhältnisse haben sowie den bestehenden Bedarf an diesem Material besser einschätzen können.

Eine hohe Anwuchsrate ist nur auf gut durchlüfteten Böden zu erwarten, insbesondere auf humusreichen, schnell erwärmbaren Sandböden. Schwere Lehm-, Ton- und Lössböden sind ebenso ungeeignet wie nasse Böden.

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Die Vermehrung durch verholzte Stecklinge hat im Vergleich zur Grünstecklingsvermehrung neben der Arbeitszeiteinsparung weitere Vorteile. Viele Pflanzen, die sich leicht durch verholzte Stecklinge vermehren lassen, sind nach einer Vegetationsperiode umpflanzbereit, während grüne Stecklinge derselben Arten frühestens nach zwei Vegetationsperioden umgepflanzt werden können.

Die Gefahr des Erfrierens, die unter unseren klimatischen Bedingungen nicht unterschätzt werden darf, wird bei der Vermehrung durch verholzte Stecklinge auf null reduziert, da die Pflanzen noch vor Wintereinbruch ausgegraben und eingelagert werden.

Die Vermehrung durch verholzte Stecklinge hat jedoch einige physiologische Einschränkungen. Neben den leicht zu vermehrenden Arten und Sorten gibt es solche, bei denen die Anwuchsrate stark schwankt, und solche, die bei der Vermehrung durch grüne Stecklinge eine hundertprozentige Anwuchsrate erzielen, was bei der Vermehrung durch verholzte Stecklinge nicht möglich ist. Die Ursache für solche Schwankungen ist, wie bei anderen Vermehrungsmethoden, der Zustand der Mutterpflanzen, die Holzreife und die Witterungsbedingungen vor der Stecklingsgewinnung.

Für ein besseres Wachstum ist der Zeitpunkt der Stecklingsgewinnung von großer Bedeutung. Versuchsergebnisse zeigen, dass für die meisten Ziergehölze die geeignetsten Monate dafür Dezember und Januar sind.

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