Methoden der Veredelung von Obstbäumen

Frostresistenz und Trockenheitstoleranz der angebauten Obstsämlinge hängen weitgehend von der Qualität der Unterlage ab. Daher muss besonderes Augenmerk auf die Herkunft der Unterlagen gelegt werden. Hierfür werden als Unterlagen meist Wildlinge verwendet, auf die Kultursorten veredelt werden.

Am häufigsten werden folgende Veredelungsmethoden angewandt: Okulation, Veredelung durch Steckling, Veredelung durch Annäherung (Anplatten).

Okulation

Okulation ist die Veredelung durch ein Auge, also mit Knospen und kleinen Rindenstücken (Schildchen).

Die Okulation wird zu zwei Zeitpunkten durchgeführt: in der zweiten Sommerhälfte, wenn die Triebe der Mutterbäume gut ausgebildete Knospen aufweisen und der Saftfluss der Unterlage noch nicht beendet ist (Veredelung mit schlafendem Auge). Der zweite Zeitpunkt ist das zeitige Frühjahr mit treibendem Auge.

Veredelung von Obstbäumen durch Stecklinge

Die Veredelung durch Stecklinge erfolgt auf verschiedene Weise: durch Kopulation, Anplatten, Steckling unter die Rinde, Spaltung und Halbspaltung, seitliche Veredelung des Stecklings, Veredelung mit dem Mark auf das Kambium usw. Gemeinsam ist ihnen, dass der zu veredelnde Teil (Steckling) bereits vor der Veredelung von der Mutterpflanze getrennt wird. Mit Stecklingen kann das ganze Jahr über veredelt werden, die beste Zeit ist jedoch das Frühjahr, während des Frühjahrssaftflusses der Bäume.

Siehe auch:
Spornschnitt bei Obstbäumen

Veredelung von Obstbäumen durch Annäherung

Die Veredelung durch Annäherung besteht darin, dass die zu veredelnden Pflanzenteile miteinander verbunden werden, ohne sie zuvor von den Mutterpflanzen zu trennen. Diese Veredelung wird auch in der Ruhephase durchgeführt, aber die günstigste Zeit ist das Frühjahr und die zweite Sommerhälfte.

Die Pflege der Obstsämlinge erfolgt im ersten Jahr: Die Veredelungen werden vor Frost geschützt, indem man sie anhäufelt oder mit wärmeisolierendem Material abdeckt, das Stämmchen der Unterlage wird ausgeschnitten (mit oder ohne Dorn), und auftretender Wildwuchs unterhalb der Veredelungsstelle wird entfernt.

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