Beim Anbau von niedrigstämmigen Bäumen werden die einjährigen Pflanzen im März auf die Krone zurückgeschnitten. Über der gewünschten Stammhöhe lässt man sechs Augen, aus denen sich die Krone entwickeln soll. Dazu verwendet man Messlatten, auf denen die entsprechenden Stammhöhen markiert sind.
Bäume mit gleicher Stammhöhe sollten nach Möglichkeit in einer Reihe und noch besser in einem Bereich platziert werden. Dies erleichtert die Pflegearbeiten.
Wenn geplant ist, die abgeschnittenen Triebteile als Stecklinge für Veredelungen zu verwenden, sollte der Schnitt bereits Ende Februar erfolgen, oder die Triebe werden sofort nach dem Schnitt für die Veredelung genutzt.
Wenn in einem bestimmten Bereich die Veredelung an der Spitze des Triebes auf Stammhöhe erfolgt, werden diese Stammbildner ebenfalls in einer bestimmten Höhe zurückgeschnitten, jedoch entfällt hier die Notwendigkeit, zusätzlich sechs Knospen zu belassen. Beim Anbau von Stammbildnern erreichen nicht alle Pflanzen die Veredelungshöhe, daher ist es sinnvoll, die einjährigen Pflanzen in unterschiedlichen Höhen zu stutzen, um später gleichzeitig ausgraben zu können.
Ausbrechen
Im Mai werden bei einjährigen Pflanzen die sich öffnenden Blattrosetten und die zu wachsenden Triebe entfernt. Der Zeitpunkt dieser Arbeit ist streng begrenzt. Auf keinen Fall darf ein Ausbrechen vorgenommen werden, wenn die Triebe bereits so weit entwickelt sind, dass die Gefahr besteht, dass Triebe mit einem Stück Holz ausbrechen. Dies kann die Qualität der Setzlinge stark beeinträchtigen. Wenn der Zeitpunkt für diese Arbeit versäumt wurde, müssen die Triebe mit einem Messer entfernt werden, was wesentlich teurer ist.
Durch das Ausbrechen wird ein Teil der Zeit eingespart, die für das Nachreinigen aufgewendet werden müsste, das Wachstum der verbleibenden Zweige verbessert sich, und im Bereich des Bodens entsteht ein gesundes Mikroklima. Dadurch werden Krankheiten und Schädlingsbefall reduziert.
Pinzierung
Unter Pinzierung versteht man das Kürzen oder Beschneiden von Trieben, die für die Kronenbildung nicht benötigt werden. Bei der Pinzierung wird in der Regel etwa die Hälfte des Triebes entfernt. Der Zeitpunkt der Pinzierung richtet sich nach dem gewünschten Effekt. Ein zu starkes Einkürzen sollte vermieden werden, da das spätere Entfernen zu kurzer Triebe erschwert wird.
Die Pinzierung gehört zu den Pflegemaßnahmen, die das Wachstum der verbleibenden Triebe fördern und die Stammdicke erhöhen. Bei nicht rechtzeitiger Durchführung wird die Wirkung der Pinzierung jedoch erheblich verringert.
Das Entfernen vorzeitiger Zweige wird während der Anzucht von Setzlingen mehrfach durchgeführt. Das erste Mal werden vorzeitige Zweige im Frühjahr, etwa im März, von den einjährigen Pflanzen entfernt. Bei Kirschen ist das Entfernen solcher Zweige nicht sinnvoll, da es an den Schnittstellen zu Gummifluss kommen kann.
Wenn diese Arbeit im Frühjahr aus irgendeinem Grund nicht rechtzeitig durchgeführt wurde, werden die vorzeitigen Zweige beim Rückschnitt der einjährigen Pflanzen auf die Krone entfernt.
Beim Anbau von hochstämmigen Bäumen wird diese Maßnahme auch im folgenden Jahr wiederholt. Auch die Stammbildner werden vor der Veredelung von den erschienenen Trieben befreit.
Fertige Setzlinge werden vor dem Ausgraben von unnötigen Trieben befreit. Diese Arbeit sollte am besten nach dem Abschluss der Okulation durchgeführt werden, aber spätestens Ende September abgeschlossen sein. Bei größeren Setzlingen mit einem ausreichend dicken Stamm sollte diese Arbeit Ende Juni abgeschlossen werden.