Unter einer gespannten dünnen Polyethylenfolie können optimale Umgebungsbedingungen für die Bewurzelung von Stecklingen geschaffen werden. Eine solche Folie gewährleistet einen guten Gasaustausch und ermöglicht es, eine hohe Luftfeuchtigkeit aufrechtzuerhalten.
Früher wurde die Folie verwendet, um sie über Rahmen zu spannen oder frei über den Stecklingen auszubreiten. Da unter der Folie die Feuchtigkeit gut erhalten bleibt, kann der Arbeitsaufwand für Pflege, Bewässerung und Besprühen erheblich reduziert werden.
Bei intensiver Sonneneinstrahlung sollte auch in diesem Fall eine Beschattung vorgenommen werden, da bei starkem Temperaturanstieg die Sättigung der Luft mit Wasserdampf langsam erfolgt. Bei Temperaturabfall bildet sich Kondenswasser auf der Folie, das in Form von Tropfen auf die Stecklinge fällt.
Solche klimatischen Bedingungen begünstigen die Fäulnis. Daher kommt der Verhinderung des Einschleppens von Infektionen unter die Folie und der Desinfektion des Substrats vor der Pflanzung eine besondere Bedeutung zu. Am gefährlichsten ist die Fäulnis für nicht verholzte Stecklinge. Bei kühlem Wetter wird die Folie für einige Zeit entfernt, um überschüssige Feuchtigkeit zu beseitigen. Danach ist jedoch eine Bewässerung erforderlich, was die Effizienz der Arbeitszeitersparnis entsprechend verringert. Daher ist die Vermehrung durch grüne krautige Stecklinge unter Bedingungen künstlichen Nebels sinnvoller.
Im Gegensatz dazu werden verschiedene immergrüne Gehölze durch Stecklinge vermehrt, deren Holz halb oder vollständig ausgereift ist. Ihre Vermehrung fällt hauptsächlich in die Zeit von September — Januar, also in Monate mit geringer Beleuchtungsstärke. In dieser Zeit können die Gewächshäuser nach dem Pflanzen der Stecklinge und gründlichem Durchfeuchten des Substrats hermetisch verschlossen werden. Bis zur vollständigen Bewurzelung ist keine Bewässerung erforderlich, obwohl dieser Zeitraum bis zu 20 Wochen betragen kann.
Bei dieser Vermehrungsmethode ist die Arbeitsfolge wie folgt: Auf die Folie wird eine etwa 5 cm dicke Schicht Torf oder einer Mischung aus Sand und Torf gelegt. Darauf wird eine etwa 3 cm dicke Schicht einer Mischung aus Sand und Torf aufgebracht, in die die Stecklinge gesteckt werden. Die gesteckten Stecklinge werden mit einer 0,1 mm dicken Polyethylenfolie abgedeckt. Seitlich wird die Folie tief in das Substrat eingegraben. Bei Verwendung einer dickeren Folie wird der Gasaustausch erschwert, was zum Absterben der Stecklinge führen kann.
Die genannte Methode bewirkt eine deutliche Zunahme des Zuwachses bei Rhododendren, immergrünen Berberitzen, Pfaffenhütchen und Schneeball. Ein Vorteil dieser Methode ist die erhebliche Reduzierung des Arbeitsaufwands und die Schaffung guter Bedingungen für Bewurzelung und Wachstum. Das Problem der Bewässerung mit Wasser, das kein Kalzium und verschiedene Salze enthält, entfällt bei der Vermehrung von Sumpfgehölzen.
Die Bewurzelung unter Folie kann auch im Freiland in den Sommermonaten bei entsprechender Beschattung durchgeführt werden.