Die Krone der Unterlage wird im Januar und Februar entfernt. Dabei wird die Krone der Unterlage 15 cm über der Veredlungsstelle abgeschnitten und alle danach verbleibenden Seitenverzweigungen entfernt. Die abgeschnittenen Teile müssen sofort mit geeigneten Maschinen beseitigt werden, um die erste Bodenbearbeitung im Frühjahr nicht zu verzögern. Bei Zeitmangel für die gesamten Arbeiten sollten zuerst die Steinobstflächen bearbeitet werden, um den früh austreibenden veredelten Augen das Erwachen zu ermöglichen.
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Abschneiden des Dorns
Der Dorn wird beim Anziehen von Jungpflanzen ohne Dorn je nach Art und Witterung von Ende März bis Anfang Mai entfernt. Je früher er entfernt wird, desto besser entwickelt sich der Trieb aus dem veredelten Auge. Der Schnitt erfolgt mit einer leichten Schräge, wobei das Auge auf der höheren Seite liegen muss. Nach dem Schnitt muss die Schnittstelle mit Baumwachs verschlossen werden. Dadurch wird das Austrocknen des Auges oder eine Verzögerung seiner Ruhephase verhindert.
Leider kann diese Anbaumethode nicht für alle Arten und Sorten empfohlen werden, da die Edelreiser bei manchen Sorten leicht abbrechen oder sich schlecht entwickeln. In Gegenden mit starkem Wind werden solche Sorten mit Dorn gezogen, und wenn die Dornen entfernt werden, setzt man Pflöcke zur Verbesserung der Wachstumsbedingungen der Okulanten.
Säubern des Dorns
Säubern des Dorns oder Entblindung der Augen am Dorn. Wenn Okulanten mit Dorn gezogen werden, wird der Dorn oberhalb der Veredlungsstelle gereinigt oder die darauf befindlichen Augen (Knospen) entfernt. Bei Quitten lässt man einen Trieb am Dorn, sonst trocknet dieser ein, und möglicherweise leidet auch der Okulant. Der vertrocknete Dorn ist sehr schwer zu entfernen. Der Dorn wird zu Beginn des Wachstums des veredelten Auges gereinigt, um möglichst wenig Verluste durch Wildtriebwuchs zu haben.
Ausbrechen der Triebe oder Entfernen von Wildtrieben. Unabhängig davon, ob das Pflanzmaterial mit oder ohne Dorn gezogen wird, muss im Mai bis Juni das Entfernen der Wildtriebe erfolgen, und nach 3-4 Wochen die Arbeit wiederholt werden. Dabei müssen ausnahmslos alle Triebe der Unterlage entfernt werden, unabhängig davon, ob sie über oder unter der Veredlung sitzen.
Die entstandenen Wildtriebe werden mit einem Messer entfernt, junge Triebe oder Knospen werden mit dem Daumen ausgebrochen. Das Ausbrechen darf nicht durchgeführt werden, wenn die Gefahr einer großen tiefen Wunde besteht; solche Wunden heilen schlecht. Bei Steinobst, insbesondere bei Kirschen, kann dies zu Gummifluss führen.
Anbinden der Okulanten
Gleichzeitig mit dem Entfernen der Wildtriebe wird beim Anziehen von Jungpflanzen mit Dornen das Anbinden der Okulanten durchgeführt. Dabei wird der Trieb so an den Dorn gebunden, dass er senkrecht wächst. Das Anbinden erfolgt, wenn der Trieb der veredelten Sorte eine Höhe von etwa 10 cm erreicht hat. Zu diesem Zeitpunkt ist der Trieb noch krautig und nimmt leicht die gewünschte Wuchsrichtung an. Der Trieb wird möglichst gerade angebunden, da sonst an der Biegungsstelle unweigerlich ein Adventivtrieb entsteht. Als Material für die Anbindung können Reste von Bast, Wollfäden oder Ähnliches dienen.
Die zuvor vorgeschlagenen Klammern zur Triebführung haben sich in der Praxis nicht bewährt, da sie keinen wirksamen Einfluss auf das Wachstum hatten und nur einmal verwendet werden konnten. Bei der normalen Anbindung und ordnungsgemäßen Durchführung dieser Arbeit ist die Gefahr von Wachstumshemmung und Entwicklungsverzögerung des Triebes geringer.
Die Anbindung wird auch bei der Erhöhung der Stammhöhe bei Sorten angewendet, deren Wachstum nicht immer aus der Endknospe erfolgt. Früher wurde die Stammhöhe fast ausschließlich mit Dornen erhöht. Jetzt wird diese Arbeit in geringem Umfang durch die Auswahl geeigneter Stammbildner durchgeführt.
Das Ausschneiden des Dorns erfolgt Ende August. Diese Arbeit muss rechtzeitig beendet werden, damit die Schnittstelle an der Unterlage gut verheilen kann. Das Ausführen der Schnitte, insbesondere bei Steinobst, erfordert eine relativ hohe Qualifikation der Arbeiter. Daher sollte der Fachmann ernsthaft abwägen, inwieweit ein Anbau ohne Dorn möglich ist. Der Dorn wird mit einem speziellen Messer herausgeschnitten; der Schnitt wird so ausgeführt, dass kein Stumpf zurückbleibt. Er sollte leicht schräg sein, um eine gute Wundheilung und ein gerades Wachstum des Setzlings zu gewährleisten.
Um das Ausschneiden zu erleichtern, wird empfohlen, ihn mit einer Hand leicht an den Okulanten zu drücken. Dadurch entsteht eine Spannung im Gewebe, was das Durchschneiden erleichtert. Die Schnittstelle des Dorns benötigt keine Behandlung.