Dieses Frühjahr benimmt sich das Wetter wie ein ungezogenes Kind — ohne Regeln, ohne Logik, nur mit plötzlichen Launen. Kaum hat man einen warmen, sonnigen Tag genossen, da rächt sich die Natur auch schon mit eisigem Wind und stechenden Regentropfen. Gestern konnte man noch in Shorts durch den Park laufen, heute sollte man die Daunenjacken hervorholen. Auch für den Sommeranfang prognostizieren die Meteorologen Temperaturschwankungen: mal Hitze, mal Kälte. Und in einigen Regionen, warnt der Gidrometzentr, kann es Anfang Juni durchaus noch schneien.
Wie können Gartenbesitzer ihre Pflanzen bei Spätfrösten retten? Ihre über Jahre erprobte Methode verrät die bekannte Gärtnerin, Autorin der Bücher „Nicht nur ein Gemüsegarten“ und „Blühender Garten“, Swetlana Samoilowa.
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Nachtwache
„Ich empfehle seit Jahren die Methode der Beregnung. Allerdings muss man nachts aufbleiben. Der Ablauf ist also folgender: Beobachten Sie die Temperatur draußen. Sobald das Thermometer +2°C anzeigt, gehen Sie mit dem Schlauch auf das Grundstück. Sie drücken mit dem Finger — genau mit dem Finger, keine Aufsätze sind geeignet — und beginnen, Ihren gesamten Obstgarten zu bewässern. Auch Stauden sollten Sie gut besprühen.“
„Wenn Sie nicht die Möglichkeit haben, die Wasserleitung zu nutzen, nehmen Sie ein Sprühgerät. Es ist eine feine Wasserverteilung erforderlich, durch die sich Tröpfchen um jede Knospe, jede Blüte und jeden Trieb bilden. Hauptsache, sie trocknen nicht vor Eintritt der Minusgrade. Dann wird die Knospe in dieser Kapsel nicht durch Frost geschädigt.“
Wann funktioniert diese Methode?
„Man muss bedenken, dass diese Methode bis −2°C, maximal bis −3°C funktioniert. Wenn ein stärkerer Frost zu erwarten ist, ist die Beregnung leider sinnlos. Dann wickeln wir buchstäblich nur ein paar Zweige von Apfel- oder Birnbäumen ein — diejenigen, die man abdecken kann. Ganze Bäume einzuwickeln ist schwer und nutzlos. Und wenn es auch noch windig ist, ist es völlig wirkungslos. Wählen Sie also ein paar Zweige aus, die Ihnen ein Körbchen Birnen geben: besser wenig als nichts.“
Und was ist mit Aprikosen und Kirschen?
Dieser Tipp gilt für Apfel- und Birnbäume. Laut Swetlana Samoilowa überstehen die empfindlicheren Aprikosen-, Süßkirsch- und Kirschbäume bei ihr im nördlichen Moskauer Umland die Spätfröste oft nicht.
«Bei mir auf dem Grundstück reißt der Frost buchstäblich die Rinde auf. Man hat es schon mehrmals versucht – vergeblich, sie stirbt. Daher rate ich Ihnen, statt Aprikosen und Sauerkirschen und Süßkirschen eine Birne zu pflanzen. Zum Beispiel die Birne ‚Pamjati Jakowlewa‘ – eine ausgezeichnete Sorte. Sie werden die Sauerkirschen vergessen, die Süßkirschen vergessen!»