Regen und Kälte. Tomaten, Gurken und andere Pflanzen unter dem Einfluss des Unwetters

Moskau begrüßt Mitte Juni nicht sommerlich. Wetterexperten warnen vor einem plötzlichen Kälteeinbruch, Starkregen und Gewittern. Die Temperatur, die noch vor kurzem bei +25 °C lag, könnte in den nächsten Tagen auf +8 °C fallen. Laut dem leitenden Experten des Wetterzentrums «Fobos» Jewgeni Tischkowez steht der Hauptstadt ein echter «Herbst im Juni» bevor.

Starkregen schafft ideale Bedingungen für die Entwicklung von Pilzkrankheiten bei Pflanzen. Besonders anfällig sind Weinberge. Was mit der Ernte passiert, erklärte der Hobbygärtner und Winzer mit 20-jähriger Erfahrung, Waleri Kokorin.

Den Weinreben wird es schlecht gehen

«Je heißer es nach den Regenfällen wird, desto aktiver entwickeln sich Pilzkrankheiten. Wenn nicht sofort nach den Niederschlägen Maßnahmen ergriffen werden, kann ein erheblicher Teil der Ernte verloren gehen», — erklärt der Experte.

Die häufigsten Pilzkrankheiten der Weinreben unter diesen Bedingungen sind:

Mildiu (Falscher Mehltau)

Die ersten Anzeichen sind «ölige» Flecken auf den Blättern. Bei jungen Blättern sind sie in der Regel rundlich, bei älteren eckig und entlang der Blattadern. Bei hoher Luftfeuchtigkeit erscheint auf der Blattunterseite ein weißer, flockiger Belag – das Myzel. Die Flecken breiten sich aus, das Blatt vertrocknet und fällt ab, die Triebe werden freigelegt. Wird die Krankheit nicht gestoppt, bleiben die Reben ungeschützt und sind nicht zu einer vollen Fruchtbildung fähig.

Oidium (Echter Mehltau)

Diese Krankheit befällt die Oberseite der Blätter. Sie sieht aus wie ein weißlich-grauer mehliger Belag. Sie behindert die Blattentwicklung, stört die Photosynthese, führt zu Verformung und Austrocknung. Früher trat die Krankheit im Juli auf, aber aufgrund des veränderten Klimas und des regnerischen Sommers werden Ansteckungsfälle bereits im Juni registriert.

Graufäule

Besonders tückisch ist, dass sie alle Pflanzenteile befallen kann – von den Blättern bis zu den Beeren. Diese chronische Krankheit begleitet den Stock die ganze Saison, besonders wenn eine hohe Luftfeuchtigkeit erhalten bleibt. Graufäule verschlechtert nicht nur das Aussehen der Ernte, sondern macht die Beeren auch ungenießbar.

So retten Sie die Weinreben

Die Hauptregel – die Behandlung der Reben sollte nicht während des Regens, sondern unmittelbar danach auf trockenem Blatt erfolgen. Zum Schutz werden zwei Arten von Präparaten verwendet:

  • Kontaktfungizide (Kupfersulfat, Bordeauxbrühe) – sie bilden einen Schutzfilm auf der Blattoberfläche, werden aber leicht vom Regen abgewaschen;
  • systemische Präparate – sie dringen in die Pflanze ein und wirken von innen, sie gelten derzeit als die wirksamsten und benutzerfreundlichsten.

Nicht nur Krankheiten

Neben dem Risiko von Pilzerkrankungen bergen lang anhaltende Regenfälle eine weitere versteckte Gefahr für die Weinberge — die Bodenerschöpfung. Wie der Experte erklärt, werden bei längerer Übernässung die wichtigsten Mikroelemente, vor allem Eisen, buchstäblich aus dem Boden ausgewaschen.

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Bei Hitze: Boom von Pilzkrankheiten. Womit behandelt man Pflanzen gegen Phytophthora?

Glücklicherweise lässt sich das Problem einfach und schnell lösen. Zum Ausgleich des Eisenverlusts wird Eisenvitriol verwendet: 300 Gramm des Mittels werden in einem Eimer Wasser verdünnt, dann wird der Boden an den Wurzeln mit dieser Lösung getränkt.

Andere Kulturen werden ebenfalls leiden

Pfirsich

Der südliche, empfindliche Baum reagiert besonders stark auf Kälte und Feuchtigkeit. Bei feuchtem Wetter wird der Pfirsich am häufigsten von der Kräuselkrankheit befallen — einer Krankheit, durch die der Baum ohne Ernte bleiben oder absterben kann. Die Blätter verformen sich, kräuseln sich und werden brüchig.

Wenn der Pfirsichbaum bereits an der Kräuselkrankheit erkrankt ist, muss sofort gehandelt werden. Zunächst müssen alle befallenen Blätter und Triebe entfernt werden. Das hilft, die weitere Ausbreitung des Pilzes zu stoppen, dessen Sporen leicht durch Wind und Regen verbreitet werden.

Zur Behandlung werden moderne Fungizide eingesetzt, die speziell zur Bekämpfung von Pilzinfektionen entwickelt wurden.

Zu den wirksamsten Mitteln gegen die Kräuselkrankheit des Pfirsichs gehören:

  • Skor
  • Fundazol
  • Ridomil Gold
  • Topas
  • Chorus
  • Delan

Alle diese Mittel sollten streng nach Anleitung angewendet werden, wobei sie in den erforderlichen Verhältnissen verdünnt werden. Die Behandlung wird mehrmals pro Saison durchgeführt — im Abstand von zwei Wochen. Dabei wird empfohlen, die Präparate zu wechseln, damit der Pilz sich nicht an einen einzigen Wirkstoff anpasst.

Gurken

Gurken vertragen keine Übernässung. Nach lang anhaltenden Regenfällen kann an der Blattunterseite Weißfäule auftreten — eine Pilzkrankheit, die das Pflanzengewebe zerstört. Die Früchte werden weich, schleimig und ungenießbar. Die Krankheit kann sowohl im Freiland als auch im Gewächshaus auftreten.

Für einen wirksamen Schutz der Gurken vor Weißfäule ist ein ganzheitlicher Ansatz wichtig. Wenn die Krankheit dennoch auftritt, werden die befallenen Pflanzenteile samt einem Teil des gesunden Gewebes entfernt und mit Fungiziden behandelt. Bei einem starken Befall muss die ganze Pflanze leider vernichtet werden.

Tomaten

Eine Kultur, die die Sonne liebt. Kurze Regenfälle vertragen Tomaten, aber lang anhaltende Starkregen sind für sie verheerend. Hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt die Entwicklung von Kraut- und Braunfäule sowie anderen Pilzkrankheiten. Dabei ist das Gießen von Tomaten von oben strikt verboten — Wasser auf den Blättern beschleunigt nur die Infektion.

Die Behandlung der Kraut- und Braunfäule ist schwierig, daher ist das Wichtigste die Vorbeugung. Um Tomaten zu schützen, muss man:

  • Pflanzenreste entfernen und verbrennen;
  • krankheitsresistente Sorten pflanzen;
  • Tomaten und Kartoffeln nicht nebeneinander pflanzen
  • rechtzeitig Phosphor-Kalium-Dünger ausbringen;
  • Fruchtfolge einhalten.

Wenn Anzeichen der Krankheit auftreten, sollten die Pflanzen mit Fungiziden behandelt werden, z. B. mit Bordeauxbrühe.

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