Obwohl Regen zu dieser Jahreszeit als normal gilt, kann anhaltendes feuchtes Wetter günstige Bedingungen für die Entwicklung von Pilzkrankheiten an Obstbäumen schaffen.
Ob man mit einem Ausbruch von Krankheiten rechnen sollte und wie man den Garten vor den Folgen feuchten Wetters schützen kann, erklärte der Vorsitzende des Moskauer Gärtnerverbands, Agronom Andrej Tumanow.
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Das Wichtigste — Ruhe
Laut dem Experten ist es verfrüht, Alarm zu schlagen. Beeilen Sie sich nicht, irgendwelche dringenden Behandlungen durchzuführen oder Fungizide einzusetzen, nur wegen des Regens. Man muss zunächst verstehen, mit welcher Krankheit man es zu tun hat. Dennoch betonte der Experte: Wenn die Feuchtigkeit anhält, können die Gärtner tatsächlich mehr Arbeit bekommen.
Moniliose. Gefahr für Steinobst
Bei Kernobst (Äpfel, Birnen, Quitten) äußert sich die Krankheit häufiger als Fruchtfäule, das ist die sogenannte «Monilia-Fruchtfäule». Die Infektion erfolgt im Frühjahr während der Blütezeit, wenn Pilzsporen auf die Blüten gelangen und zu keimen beginnen.
Der Höhepunkt der Pathogenaktivität tritt gerade bei anhaltendem Nieselregen auf. Moniliose entwickelt sich am aktivsten bei Temperaturen von +24 bis +28 °C und einer Luftfeuchtigkeit von 75 %.
Schorf — ein weiterer Feind des Gartens
Neben der Moniliose können langanhaltende Niederschläge die Ausbreitung einer weiteren gefährlichen Krankheit begünstigen — des Schorfs von Äpfeln und Birnen. Der Schorf kann fast alle Pflanzenteile befallen, von den Blättern bis zu den Früchten, und den Ertrag und die Qualität drastisch reduzieren. Auch die Winterhärte des Baumes wird geschwächt, das Wachstum verlangsamt sich.
Der erste Ausbruch erfolgt durch Niederschläge — Regen, Nebel oder Tau —, die die Sporen aktivieren.
Wie schützt man den Garten?
Der beste Weg, sich vor Pilzkrankheiten zu schützen — ist die sorgfältige Sortenauswahl.
«Wenn Sie einen Garten anlegen, wählen Sie zumindest Sorten, die gegen die eine oder andere Krankheit resistent oder immun sind. Das ist viel effektiver, als zu versuchen, gegen die Natur anzukämpfen, indem Sie nach der Infektion Präparate einsetzen», — betonte Tumanow.
Pflanzen vollständig vor anhaltendem Regen zu schützen ist unmöglich, aber rechtzeitige vorbeugende Maßnahmen können helfen, Ernteverluste zu minimieren und die Gesundheit der Bäume zu erhalten. Man muss sich mit einem teilweisen Ernteverlust abfinden, aber der richtige Schutz kann helfen, die Bäume gesund und bereit für die nächste Saison zu halten. Dazu sollten folgende Maßnahmen durchgeführt werden, rät Agronomin Julia Knjasewa.
Chemischer und biologischer Schutz
Kupferpräparate: Bordeauxbrühe, Kupfersulfat, Chom, Oxychom, Abiga-Pik;
Fungizide: Skor, Chorus, Rajek, Topas, Strobi, Topsin-M;
Biologika: Phytosporin, Serebromedin, Alirin, Gamair, Phytolavin, Trichoderma.
Agrotechnische Maßnahmen
- Entfernung befallener Äste;
- Lockern des Bodens;
- Auslichten dichter Kronenbereiche;
- Düngung mit Mehrnährstoffdüngern (Stickstoff, Phosphor, Kalium);
- Behandlung mit Immunmodulatoren (Epin, Zirkon, Immunozytophyt u. a.).
Empfehlungen für Gärtner
- Führen Sie alle Behandlungen nur bei trockenem Wetter durch;
- Düngen Sie nicht während des Regens;
- Überprüfen Sie regelmäßig die Bäume und entfernen Sie kranke Teile;
- Entfernen Sie abgefallene Früchte und Blätter;
- Achten Sie auf die Belüftung der Krone.