Man ist gewohnt, Löwenzahn, Brennnessel und Quecke im Garten als Unkraut zu betrachten. Dabei sind diese Pflanzen — wahre natürliche Apotheken. Wir untersuchen, was die «Wilden» so nützlich macht.
Es berichtet die Ernährungsberaterin Swetlana Swerewa.
Inhaltsverzeichnis:
Löwenzahn
Nutzen
Löwenzahnwurzeln — ein anerkanntes Gallenmittel. Sie verstärken die Sekretion des Magensaftes und verbessern die Verdauung. Die Bestandteile des Löwenzahns umfassen Triterpenverbindungen, Sterine, Cholin, Inulin, Harze und fettes Öl. Inulin ist wertvoll für Menschen mit Diabetes und Dysbakteriose. Eine Abkochung von Löwenzahnwurzeln wird sogar von Ärzten bei chronischer nichtverkalkender Cholezystitis, Gallenwegsdyskinesie vom hypomotorischen Typ, und auch bei hypoazider und chronischer atrophischer Gastritis zur Appetitanregung empfohlen. Der bittere Geschmack regt die Verdauung reflektorisch an.
Schaden
Löwenzahn ist kontraindiziert bei:
- Gallensteinleiden (kann Steinbewegungen auslösen);
- Magengeschwür und Zwölffingerdarmgeschwür, Gastritis im akuten Stadium, akute Pankreatitis;
- Hypersekretion des Magensafts (erhöhte Säureproduktion);
- Schwangerschaft und Stillzeit;
- individueller Unverträglichkeit (Quelle: Gebrauchsinformation).
Wichtig! Der Sud aus Löwenzahnwurzeln sollte nicht länger als 3–4 Wochen ohne ärztliche Konsultation eingenommen werden.
Brennnessel
Nutzen
Die Blätter der Zweihäusigen Brennnessel — ein wahrer Multivitaminkomplex. Sie enthalten die Vitamine K, B-Gruppe, C, Carotinoide, Chlorophyll, Flavonoide und organische Säuren. Die Hauptwirkung — blutstillend. Der Brennnesselaufguss erhöht den Uterustonus und ist bei starken Menstruationsblutungen im Rahmen einer Kombinationstherapie sowie bei leichten Blutungen nach Koagulation einer Erosion des Gebärmutterhalses wirksam. Dank Chlorophyll und Vitamin K verbessert die Brennnessel die Blutgerinnung. Außerdem wirkt die Brennnessel entzündungshemmend und stärkend.
Schaden
Brennnessel ist kontraindiziert bei:
- Schwangerschaft (kann den Uterustonus erhöhen);
- Hyperkoagulation (erhöhte Blutgerinnung);
- Blutungen, die durch Tumoren oder Zustände verursacht werden, die einen chirurgischen Eingriff erfordern;
- Kindesalter unter 12 Jahren;
- individueller Unverträglichkeit.
Mit Vorsicht anwenden bei Niereninsuffizienz. Die Einnahmedauer des Brennnesselaufgusses — nicht länger als 5 Tage.
Wegerich
Nutzen
Großer Wegerich (Blätter) — ein klassisches schleimlösendes und entzündungshemmendes Mittel. Die Blätter enthalten Schleimstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide, Ascorbinsäure und Carotin. Der Wegerichaufguss verstärkt die Sekretion der Bronchialdrüsen, verflüssigt das Sekret und erleichtert dessen Abtransport. Er wird in der Kombinationstherapie von Bronchitis und Tracheitis eingesetzt. Darüber hinaus regt der Wegerich die Magensaftsekretion an und erhöht dessen Säuregehalt, was bei hypaziden Zuständen nützlich ist. Er besitzt wundheilende Wirkung (dank Gerbstoffen und Flavonoiden).
Schaden
Wegerich ist kontraindiziert bei:
- Hypersekretion des Magensafts (erhöhte Säureproduktion);
- hyperazider Gastritis;
- Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren in der akuten Phase;
- individueller Unverträglichkeit.
Wichtig! Nehmen Sie Spitzwegerich nicht gleichzeitig mit kodeinhaltigen Hustenmitteln und anderen Präparaten ein, die den Hustenreflex unterdrücken. Dies erschwert das Abhusten des verflüssigten Schleims. Die Behandlungsdauer beträgt 7–10 Tage.
Klette
Nutzen
Klette (Große Klette) ist ein wertvolles Nahrungs- und Arzneimittel. Frische Blattstiele der Klette enthalten 1,86 % Eiweiß, 2,41 % Ballaststoffe, 0,32 % Fett sowie ein breites Spektrum an Mineralstoffen und Vitaminen. Hinsichtlich des Kaliumgehalts (0,63 %), Natriums, Magnesiums (0,02 %) und Eisens (9,2 mg/kg) übertreffen die Blattstiele der Klette viele Gemüsesorten um das Zwei- bis Dreifache. Vitamingehalt: Vitamin C (48 mg/100 g – fast die Hälfte des Tagesbedarfs), Carotin (1,7 mg/100 g, was den Tagesbedarf übersteigt). Klette wirkt entzündungshemmend, blutreinigend, harntreibend und leicht gallentreibend.
Schaden
Es gibt keine direkten Gegenanzeigen, jedoch:
- Die limitierende Aminosäure im Eiweiß der Klette ist Methionin, daher ist es besser, sie mit methioninreichen Lebensmitteln (Eier, Fisch, Quark) zu kombinieren;
- Aufgrund des hohen Ballaststoffgehalts kann es bei Reizdarmsyndrom in der akuten Phase zu Blähungen und Unwohlsein führen;
- individuelle Unverträglichkeit;
- Schwangerschaft und Stillzeit – vor der Anwendung ist eine ärztliche Konsultation erforderlich.
Quecke
Nutzen
Die kriechende Quecke (Rhizome) — eine der am meisten unterschätzten Pflanzen. In der Volksmedizin wird ein Sud der Quecke bei Erkrankungen der Harnblase, der Gallenwege, des Magen Darm-Trakts, als blutreinigendes, schleimlösendes Mittel, bei Stoffwechselstörungen, Nieren und Gallensteinleiden eingesetzt. Wissenschaftliche Studien bestätigen, dass Extrakte der Quecke die Entstehung von Oxalat-Harnsteinen verhindern. Italienische Wissenschaftler haben festgestellt, dass die Kombination von Kaliumcitrat mit getrocknetem Queckenkraut wirksam die Bildung von Harnsteinen verhindert.
Schaden
Die Quecke ist kontraindiziert bei:
- Schwangerschaft und Stillzeit;
- individueller Unverträglichkeit.
Wichtig! Da die Quecke harntreibend und gallenfördernd wirkt, sollte sie nicht bei großen Steinen in den Nieren und der Gallenblase ohne ärztliche Überwachung eingenommen werden. Vorsicht ist auch geboten — bei Verschlimmerung von Gastritis und Magengeschwüren (der hohe Schleimgehalt kann nützlich sein, aber die raue Faser kann reizen).
Sicherheitsregeln
Alle aufgeführten Pflanzen (Löwenzahn, Brennnessel, Wegerich, Quecke, Klette) — sind biologisch aktiv. Absolute Kontraindikationen für die meisten von ihnen:
- individuelle Unverträglichkeit und Allergie (insbesondere auf Korbblütler — Löwenzahn, Klette);
- Schwangerschaft (Brennnessel und Löwenzahn — strengstens verboten; Quecke, Wegerich, Klette — mit Vorsicht und nur nach Rücksprache);
- Verschlimmerung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren, hyperazide Gastritis (Löwenzahn, Wegerich);
- Gallensteinleiden (Löwenzahn);
- Hyperkoagulation, Thrombosen (Brennnessel);
- Kindesalter bis 12 Jahre (Löwenzahn, Brennnessel) — für Wegerich gibt es Altersdosierungen, aber ab 3 Jahren.
! Konsultieren Sie vor der Einnahme Ihren Arzt, insbesondere wenn Sie chronische Erkrankungen haben oder Medikamente einnehmen.
Sammeln Sie «Unkräuter» nur an ökologisch sauberen Orten, fern von Straßen, Industriegebieten und Orten mit Pestizidbehandlung. Verwenden Sie die Pflanzen nicht, wenn Sie sich über ihre Artzugehörigkeit nicht sicher sind.
Mit welchen Gartenblumen kann man sich vergiften?
Fingerhut. Krokus. Herbstzeitlose. Rizinus. Akelei. Hortensie. Breitblättrige Kalmia. Rittersporn. Clematis. Rhododendron. Tollkirsche. Beinwell. Oleander. Sumpfdotterblume.Trollblume.Salomonssiegel. Weißer Diptam.
Mit welchen Gartenblumen kann man sich vergiften?
Fingerhut. Krokus. Herbstzeitlose. Rizinus. Akelei. Hortensie. Breitblättrige Kalmie. Delphinium. Clematis. Rhododendron. Belladonna. Rittersporn. Oleander. Sumpfdotterblume. Trollblume. Weißwurz. Weißer Diptam.