Bei Hitze: Boom von Pilzkrankheiten. Womit behandelt man Pflanzen gegen Phytophthora?

Paradoxerweise, aber bei Hitze stellen Gärtner eine Zunahme von Pilzkrankheiten an Pflanzen fest. Viele werden dadurch ihre Ernte verlieren! Eine der schrecklichsten — die Kraut- und Knollenfäule. Im Gespräch mit dem erfahrenen Agronomen, Gründer der Baumschule für Obst-, Beeren- und Zierpflanzen sowie des Landschaftsdesignstudios Iwan Nikonorow berichtete er, welche wirksamen Mittel gegen die Kraut- und Knollenfäule es gibt, Behandlungspläne und einen bewährten Algorithmus zur Vorbeugung der Kraut- und Knollenfäule.

Die Kraut- und Knollenfäule zerstört Gewächshäuser vollständig

«Wir sind es gewohnt zu glauben, dass die Kraut- und Knollenfäule nur bei kaltem und feuchtem Wetter aktiv ist. Aber weit gefehlt. Hitze und das Gewächshaus können zu ihren besten Verbündeten werden, wenn man sich nicht rechtzeitig mit den Faktoren auseinandersetzt, die ihre Entwicklung begünstigen», — erklärt Nikonorow.

Hier sind die Hauptgründe, warum die Gefahr der Kraut- und Knollenfäule in den nächsten paar Wochen so hoch ist:

● Temperaturkontraste. An heißen Tagen überhitzt das Gewächshaus und kühlt am Abend ab, wodurch reichlich Kondenswasser entsteht. Das ist ein üppiges «Festmahl», das Bakterien und Pilzen die ersehnte Feuchtigkeit bietet.

● Hohe Luftfeuchtigkeit. Wenn das Gewächshaus übermäßig feucht ist und schlecht belüftet wird — rette sich, wer kann: Die Kraut- und Knollenfäule wird nicht zögern, ihren Angriff zu starten.

● Geschwächte Pflanzen. Bei Hitze verbrauchen Pflanzen all ihre Kraft zum Überleben. Die allgemeine Entwicklung nimmt ab, das Wachstum verlangsamt sich, und die Pilzinfektion wird dies ausnutzen.

● Dichte Bepflanzung. Wenig Platz, viele Blätter, schlechte Belüftung— ein ideales Zuhause für die Kraut- und Knollenfäule.

Die fünf Hauptsymptome und Anzeichen der Kraut- und Knollenfäule

● Braune Flecken auf den Blättern. Sie treten plötzlich auf, und Sie werden ihre grob-braune Farbe und den charakteristischen Belag unverkennbar erkennen.

● Schwarze Flecken auf Früchten und Stängeln. Tomaten, Paprika und Kartoffeln verraten sich sofort durch ihr Aussehen. Wenn die Früchte in der Nähe des Stielansatzes dunkel werden — seien Sie sicher: Die Kraut- und Knollenfäule ist bei Ihnen zu Gast.

● Gelbe Blätter, die schnell welken. Die Pflanze wirkt erschöpft. Die Blätter welken und fallen direkt vor den Augen ab.

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● Blitzartige Ausbreitung über das Grundstück. Wenn gestern die Kraut- und Knollenfäule ein paar Büsche befallen hat, wird sie morgen überall sein.

● Geruch nach Fäulnis. Dieser unangenehme Duft wird zum Schlussakkord der vollständig gespielten Pilzsymphonie.

Wie man als Sieger aus dem Kampf hervorgeht: den Schaden der Kraut- und Knollenfäule minimieren

«Um der Phytophthora keine Chance auf einen Sieg zu lassen, ist ein komplexer Ansatz erforderlich. Das ist das Hauptprinzip eines jeden Agronomen, der die Ernte erhalten will», sagt Nikonorow. Er teilt seinen Algorithmus, der seit Jahren erprobt ist.

1. Wasser ohne Übermaß

Gießen Sie nur morgens! Die Abend- oder Nachtbewässerung im Gewächshaus — das sind ideale Bedingungen für Phytophthora.

Die Tropfbewässerung, die die Mikrobalance erhält, — die beste Wahl. Blätter und Stängel bleiben trocken, während die Wurzeln genau so viel Feuchtigkeit erhalten, wie sie benötigen.

Bewässerungen jeden zweiten Tag oder seltener lassen die Erde austrocknen, was die Wahrscheinlichkeit der Sporenbildung verringert.

2. Unbedingt zurückschneiden: Überflüssige und untere Blätter entfernen

Verschonen Sie keine kranken oder verdächtigen Blätter — sie sind eine Infektionsquelle, also entfernen Sie sie sofort. Beachten Sie jedoch, dass Schere oder Gartenschere nach jedem Strauch desinfiziert werden müssen.

Lichten Sie überflüssige Triebe aus, damit die Pflanzen mehr Licht, frische Luft und Platz zum Wachsen erhalten.

3. Mikroklima unter strenger Kontrolle

Das Gewächshaus muss gut belüftet sein. Ohne guten Luftaustausch riskieren Sie, eine geschlossene Pilz-«Sauna» zu schaffen.

Halten Sie die Luftfeuchtigkeit niedrig.

Offene Fenster und Türen im Gewächshaus tagsüber helfen sowohl bei der Belüftung als auch bei der Temperaturregulierung. Ein einziger Temperaturausreißer — und die Phytophthora feiert.

4. Pilzbekämpfungs-Artillerie

Verwenden Sie Biopräparate, z. B. «Fitosporin-M», «Alirin-B», «Gamair», «Baktofit», «Trichofit», zur Vorbeugung in frühen Stadien. Das sind sanfte, aber wirksame Maßnahmen.

Für aggressive Fälle — setzen Sie Fungizide ein: «Quadris», «Ordan». Die Hauptsache ist, die Dosierungen und Wartezeiten strikt einzuhalten — wann die Früchte nach der «Chemie» geerntet werden können.

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