Infolge eines afrikanischen Zyklons im Hauptstadtgebiet zeigen die Thermometer +33°C, die Temperatur in den Gewächshäusern erreicht +45°C. Man muss die Pflanzen dringend retten, sonst riskieren Sie, die gesamte Ernte zu verlieren! Als erste in der Gefahrenzone befinden sich Tomaten. In einem Gespräch mit dem Vorsitzenden des Moskauer Gärtnerverbandes, dem Agronomen Andrei Tumanow, riet er, was zu tun ist.
Trei Hauptgefahren: Unfruchtbarkeit, Kraut- und Knollenfäule und Tod durch Hitze
Das Hauptproblem bei Tomaten bei Hitze: Der Pollen kann steril werden, und an den Pflanzen bilden sich keine Fruchtansätze mehr. Als Grenztemperatur gelten +30… +35°C — ab dieser Schwelle können Tomatensträucher unfruchtbar werden. «Gleich vorweg: Dieses Problem kann bei parthenokarpischen Tomatensorten nicht auftreten (zu ihnen gehören „Balkonwunder“, „Kleines Wunder“ und andere samenlose Tomaten — Anm. d. Red.)», — bemerkt Tumanow. Allerdings sind die Sorten dieser Gruppe bei weitem nicht die beliebtesten in unseren Gärten.
Unsere Aufgabe ist es also, das Gewächshaus mit bewährten Methoden zu kühlen. Die wichtigsten sind Lüften und Beschattung.
Ein weiteres Problem — Tomaten, die in einem geschlossenen, aufgeheizten Gewächshaus zurückgelassen werden, können einfach an der Hitze sterben. Sonnenbrände hingegen bezeichnete Tumanow als hartnäckigen Mythos — sie kämen, so der Experte, bei Pflanzen nicht vor.
«Manche sagen, dass wenn Sie an einem sonnigen Tag die Blätter besprühen, sich Tröpfchen bilden. Und durch diese, wie durch Linsen, verbrennt die Sonne die Blätter und Stängel der Pflanze. In Wirklichkeit ist das eine große Dummheit — das hat vor etwa 50 Jahren jemand dahergesagt, und diese Unwahrheit wird immer weiter verbreitet, — bemerkt Andrei Tumanow. — Der Tropfen trocknet einfach und es passiert nichts. Und die punktförmigen Schäden, die alle für Verbrennungen halten, — sind eigentlich Herde von Pilzkrankheiten. Sie zeigen sich als lokale dunkle Punkte, Nekrosen und so weiter.»
Genau damit hängt die dritte Hauptgefahr bei Hitze zusammen — die Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora) und andere Pilzkrankheiten. «Tomaten lieben Trockenheit,» bemerkt der Experte. «Hohe Luftfeuchtigkeit führt zur Entwicklung von Krankheiten.» Wenn Sie versuchen, die Pflanzen häufiger zu besprühen oder den Boden zu bewässern, in der Hoffnung, ihr Los in der Hitze zu erleichtern, dann beschleunigen Sie nur das Auftreten von Phytophthora — unter solchen Bedingungen vermehrt sich der Pilz sofort.
Methoden zur Rettung: Lüften, «Kalken» und mäßiges Gießen
Der Agronom zählte auf, was getan werden muss, um die Pflanzen und die Ernte zu erhalten. «Die erste und wichtigste Methode ist das Lüften. Sie müssen sich nicht ständig manuell darum kümmern, auf dem Markt sind viele automatische Systeme erhältlich. Zum Beispiel gibt es spezielle Geräte für Fenster mit Thermoantrieb, die von 10 bis 20 € kosten», betont Tumanow.
Es ist wichtig zu beachten, dass wenn die Temperatur im Gewächshaus +23°C und mehr erreicht, die Fenster und Lüftungsöffnungen geöffnet werden müssen, und wenn sie niedriger ist — geschlossen. Dabei sollte man sich ausschließlich an der Innentemperatur des Gewächshauses orientieren.
Die zweite Methode, die Luft im Gewächshaus zu kühlen, ist die Behandlung der Südseite der Wand mit einer Kalklösung, die die Sonnenstrahlen effektiv reflektiert. Eine solche Lösung wird einfach zubereitet — aus gelöschtem Kalk und Wasser.
Und die dritte Methode ist mäßiges Gießen. Es ist besser, die Beete nicht vollständig zu bewässern — das erhöht die Luftfeuchtigkeit. Man sollte eine Mulde um die Pflanze machen, Wasser hineingießen und zudecken. So minimieren Sie das Risiko von Pilzbefall.