Das ist Gift. Mykologe Djakow: Drei Gründe, warum Sie nie Pilze auf der Datscha pflücken sollten

Sie nehmen buchstäblich alles auf

Pilze besitzen eine enorme Saugkraft dank des Myzels (Pilzgeflecht). Über dieses Netz aus vielen feinen Fäden unter der Erde werden aus der Umgebung jegliche Lösungen absorbiert. Pilze nehmen dabei auch Chemikalien auf, wie Schwermetalle und Pestizide. Sie reagieren sehr empfindlich auf Düngemittel, Wachstumsstimulatoren und Insektizide, die von Hobbygärtnern verwendet werden. Der Verzehr von Pilzen, die auf einem Grundstück wachsen, auf dem Sie selbst Gartenbau betreiben, kann Ihrer Gesundheit schaden. «Intensive Landwirtschaft, bei der wir aktiv Chemie einsetzen, ist mit den Pilzen, die in der Umgebung wachsen, nicht vereinbar, das ist offensichtlich. Aber jede Saison stellt sich heraus, dass nicht allen», — erzählte Djakow. Wir gehen auf alle Gründe ein, warum das Sammeln von Pilzen auf der Datscha absolut nicht erlaubt ist.

Erster Grund: Herbizide

Für die Pflege eines Gartengrundstücks gibt es verschiedene Arten von Präparaten. Sie helfen hauptsächlich, Kulturpflanzen durch Vorbeugung gegen verschiedene Krankheiten zu schützen. Allerdings haben viele chemische Elemente eine schädliche Wirkung auf die Entwicklung von Pilzen. Herbizide, die von Hobbygärtnern häufig zur Bekämpfung von Unkraut eingesetzt werden, können aufgrund ihrer Zusammensetzung im Boden akkumulieren und die ökologischen Bedingungen der Pilzreifung verändern. Wenn Sie in dieser oder der letzten Saison glyphosathaltige Mittel verwendet haben – das sind systemische Breitbandherbizide zur Unkrautbekämpfung –, dann sind die Pilze auf Ihren 6 Ar nicht genießbar. Auch Herbizide auf Triazinbasis vergiften die Pilze.

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Zweiter Grund: Insektizide

Eine andere Kategorie von Präparaten, deren Verwendung auf dem Grundstück die Pilze in Gift verwandelt, sind Insektizide, die Pflanzen vor Insekten schützen. Wenn Sie erlaubte Mittel wie Deltamethrin, Cypermethrin und andere verwendet haben, die schnell im Wasser und Boden abgebaut werden, kann man mit Einschränkung annehmen, dass sie für Pilze relativ unbedenklich sind.

Dagegen sind die verbotenen Verbindungen, Neonicotinoide (Thiamethoxam, Imidacloprid, Acetamiprid usw.), synthetische Nikotinanaloga, die das Myzelwachstum der Pilze beeinträchtigen und den Fruchtkörper selbst vergiften.

Dritter Grund: Fungizide

Viele Gärtner verwenden Fungizide, um ihre Pflanzen von Pilzkrankheiten zu heilen oder zu schützen. Dabei zerstören anorganische Substanzen wie Metallsalze (insbesondere Kupfer) aufgrund spezieller Ionenverbindungen meist erfolgreich das Protein, aus dem der Fruchtkörper des Pilzes besteht. Allerdings hat jede Pilzart ihre eigene antagonistische Zusammensetzung. Wenn Sie die Pilze an Sträuchern oder Nadelgehölzen bekämpfen, sterben die auf dem Boden wachsenden Pilze nicht, werden aber durch die Ansammlung von Toxinen gefährlich. 

Übrigens sollten Sie auch in Stadtparks und an Straßen, auf denen Autos fahren, keine Pilze sammeln — in ihnen lagern sich leicht Schwermetalle an. Sie bereiten dann nicht etwa ein Walddelikatesse zu Mittag zu, sondern eine langsam wirkende Giftbombe.

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