Biologische Besonderheiten der Aronia

Aronia — ein mehrjähriger sommergrüner Strauch. Bis zum Alter von sechs bis sieben Jahren sind die Büsche zusammengedrängt, kompakt, später werden sie unter der Last der Früchte ausladend. Die übliche Höhe der Büsche beträgt bis zu 2-2,5 m, bei Verdichtung und Beschattung erreicht sie 3-3,5 m.

Das Wurzelsystem der Aronia ist faserig und stark verzweigt. Die horizontalen Wurzeln der Büsche befinden sich hauptsächlich nicht tiefer als 35-40 cm, die vertikalen — bis zu 1 m und mehr.

Einzelne horizontale Wurzeln erstrecken sich bis zu 150 cm oder mehr vom Zentrum des Busches, aber der Großteil ihrer Masse konzentriert sich nicht weiter als 60 cm vom Zentrum. Auf diese Zone entfallen fast 90 % des Gewichts aller Wurzeln. Bei einem Temperaturabfall in der durchwurzelten Bodenschicht auf — 11-12° ist eine Schädigung des Wurzelsystems möglich.

Die Verzweigung der Aronia ist vom monopodialen Typ. Ihre Triebe sind dünn, schwach behaart, von dunkelgrauer Farbe. Die Dauer ihres Wachstums beträgt 60-70 Tage. Die Internodien sind mittellang. Die Blätter am Trieb sind wechselständig angeordnet.

In ihrer Form ähneln sie überhaupt nicht den Blättern der gewöhnlichen Eberesche, sondern erinnern eher an die Blätter der gewöhnlichen Kirsche und des Hausapfelbaums. Sie haben in der Regel eine elliptische oder verkehrt eiförmige Form. Die durchschnittliche Blattlänge beträgt 4-6 cm, die Breite 2-3 cm. Die Blattspitze ist spitz, die Ränder — gezähnt. Der Blattstiel ist nicht länger als 1 cm, von purpurner Farbe. Die Oberseite ist hellgrün, glänzend, mit zahlreichen schwarzen Drüsen auf der Mittelrippe. Die Unterseite ist weißlich, schwach behaart. An den Jahrestrieben sind die Blattränder bootförmig gebogen, an Wurzelschösslingen bogenförmig gekrümmt. Größe und Form der Blattspreite hängen von ihrer Position an der Pflanze und den Wachstumsbedingungen ab.

Die Knospen der Aronia sind von drei Arten — vegetative (Wachstumsknospen), gemischte und schlafende Knospen. Aus den vegetativen Knospen wächst ein Fortsetzungstrieb. Die gemischten Knospen enthalten Anlagen von Blüten und Ersatztrieben (Erneuerungstrieben). Die schlafenden Knospen befinden sich an den Basen des Triebes (Zweiges) und der Endknospe. Ohne mehrere Jahre auszutreiben, erwachen sie bei günstigen Bedingungen und bilden lange vegetative Triebe.

Die vegetative Knospe ist flach, hat eine längliche Form und ist fest an den Trieb gedrückt. Die gemischte Knospe ist etwas größer als die vegetative, sie ist rundlich, und ihre Spitze steht etwas vom Zweig ab. Die schlafenden Knospen zeichnen sich durch kleine Größe aus.

Siehe auch:
Anbau von Aronia

Die Eberesche fruchtet an denselben Arten von Fruchtbildungen wie andere Kernobstgewächse. Dazu gehören Ringel, Spieße, Fruchtzweige und Mischzweige. Als Ringel bezeichnet man einjährige Zweige von bis zu 3 cm Länge mit einer Blattrosette. Die Endknospe eines Ringels kann gemischt (generativ) oder vegetativ sein. Ein Spieß ist ein einjähriger Zweig von 3–10 cm Länge. Seine Endknospe ist in der Regel gemischt. Der Fruchtzweig unterscheidet sich vom Spieß durch seine größere Länge — von 10 bis 20 cm, seine Endknospe ist ebenfalls gemischt. Die Länge eines Mischzweigs beträgt mehr als 20 cm, seine Endknospe ist in der Regel vegetativ, während die Seitenknospen sowohl vegetativ als auch gemischt sind.

Im Zentrum einer gemischten Knospe befindet sich der Blütenstand. Bei der Eberesche ist er stets endständig, da er aus der Spitze des Wachstumskegels entsteht. Der Blütenstand ist eine zusammengesetzte Schirmtraube, die Anzahl der Blüten beträgt 12 bis 30. Bei allen Arten von Fruchtbildungen erzeugen die Endknospen Blütenstände mit einer größeren Anzahl von Blüten als die Seitenknospen. Bei zehnjährigen Sträuchern beträgt die durchschnittliche Blütenanzahl in den aus Endknospen gebildeten Blütenständen 21,5 und in den aus Seitenknospen 14,2.

Die Blüten der Eberesche haben einen Durchmesser von etwa 12 mm und sind zwittrig. Die Blüte besitzt fünf an der Basis verwachsene, stark behaarte grüne Kelchblätter und fünf weiße, nicht verwachsene, verbreiterte Kronblätter. Es gibt 18–20 Staubblätter. Sie enden in purpurfarbenen Staubbeuteln, die leicht über die Narben des Stempels hinausragen. Am Ende des Stempels befinden sich fünf freie Narben. Der Fruchtknoten ist unterständig und fünffächrig. Die Lebensdauer einer Blüte beträgt acht bis zehn Tage.

Die Blüten der Eberesche sondern Nektar ab und werden daher gerne von Bienen und anderen Insekten besucht. Für den Fruchtansatz ist dies jedoch nicht notwendig, da die Blüten der Aronia (Schwarze Apfelbeere) selbstbestäubend sind. Der Prozentsatz des Fruchtansatzes durch Selbstbestäubung erreicht 80–90 %.

Der Fruchtknoten der Eberesche ist stark mit Härchen besetzt, die zu Beginn der Fruchtreife abfallen.

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