Anzucht von Aronia-Sämlingen

Zwei Methoden der Samenvermehrung der Eberesche verdienen Beachtung.

Nach der ersten Methode, die bei der Massenanzucht von Setzlingen angewendet wird, werden im Oktober die frischen Früchte gründlich gewaschen und durch einen Fleischwolf gedreht. Die zerkleinerten Früchte werden in ein festes Tuch gegeben und der Saft ausgepresst, wobei bis zu 60 % des Fruchtgewichts an Saft gewonnen werden. Die Rückstände mit den Samen werden in Eimer oder Fässer mit Wasser gegeben und gut vermischt.

Dabei sinken die Samen auf den Boden, während das Fruchtfleisch an die Oberfläche steigt. Das Wasser mit dem Fruchtfleisch wird vorsichtig abgegossen. Der Waschvorgang wird noch drei- bis viermal wiederholt. Die am Boden abgesetzten Samen werden gesammelt, durch ein Tuch von überschüssiger Feuchtigkeit befreit und sofort gut mit feuchtem Flusssand vermischt. Auf einen Teil Samen werden drei Teile Sand genommen. Die Mischung wird in Holzkisten gefüllt, die auf den Boden einer 1 m tiefen Grube gestellt werden. Die Grube wird an einem trockenen, nicht überschwemmungsgefährdeten Ort ausgehoben. Die Kisten werden oben mit Tannenzweigen oder Moos bedeckt und mit Erde überschüttet. Die Grenzen der Grube werden mit Pfählen markiert. Von Oktober bis April verbleiben die Samen in dieser Grube.

Im April, wenn der Boden aufgetaut ist, werden die Kisten entnommen und die Samen in vorbereitete Frühbeete ausgesät. Die Oberfläche des Bodens im Frühbeet wird mit einem Rechen sorgfältig eingeebnet und die Mischung aus Sand und Samen wird gleichmäßig in einer Schicht von etwa 1 cm ausgestreut. Die Samen werden mit einer Mischung aus Flusssand, Sägespänen und Erde oder Torfkrümeln bedeckt. Sind viele Samen vorhanden, ist es besser, sie zu mehreren Terminen auszusäen. In diesem Fall erscheinen die Keimlinge zu unterschiedlichen Zeiten, was das Pikieren erleichtert.

Die zweite Methode besteht darin, dass die Ebereschenfrüchte im Herbst gründlich zerkleinert und das gewonnene Fruchtfleisch mehrmals in Wasser gewaschen und durch ein Tuch ausgepresst wird. Das gewaschene und ausgepresste Fruchtfleisch wird in einer Schicht von etwa 5 mm in Kisten mit einer Höhe von 15 cm ausgestreut, die zur Hälfte mit Erde gefüllt sind, und mit einer hellrosa Lösung von Kaliumpermanganat gegossen, damit das Fruchtfleisch nicht schimmelt. Es wird mit einer 3-5 mm dicken Erdschicht bedeckt. Die Kisten werden gut abgedeckt und für den Winter in einer Grube vergraben, wie bei der ersten Methode. Im Frühjahr werden die Kisten entnommen, an einen sonnigen Ort gestellt und mit Glas oder Folie abgedeckt.

Die Aussaten der Eberesche in Frühbeeten und Kisten werden regelmäßig gelüftet, bewässert und gejätet. Die Keimlinge erscheinen zwei bis drei Wochen nach der Aussaat oder nach dem Entnehmen der Kisten aus der Grube. Innerhalb eines Monats entwickeln die Sämlinge ein bis zwei echte Blätter. Von 1 m2 Frühbeetfläche erhält man bis zu zweitausend, von der gleichen Fläche in Kisten vier- bis fünftausend zum Pikieren geeignete Sämlinge.

Siehe auch:
Gemeiner Schneeball

Das Pikieren von Vogelbeersämlingen erfolgt auf Beeten mit einer Breite von 1 m. Um die Pflege der Sämlinge zu erleichtern, werden zwischen den Beeten 0,5 m breite Gänge gelassen. Für das Pikieren wird ein ebener Standort mit leichtem, fruchtbarem Boden gewählt. Der Abstand zwischen den Sämlingen beim Pikieren hängt von der Dauer ihrer Anzucht an einem Ort ab. Bei einjähriger Anzucht beträgt der Reihenabstand 15 cm und in der Reihe 6-7 cm, bei zweijähriger — 20 × 10 cm, bei dreijähriger — 25 × 15 cm. Dabei erreicht die Anzahl der Sämlinge pro 1 m2 Nutzfläche der Baumschule entsprechend 90-100, 50 und 30 Stück.

Zwei bis drei Stunden vor Beginn des Pikierens werden die Beete mit den Sämlingen gut bewässert. Die Sämlinge werden 0,5-1 cm tiefer in die Erde gesetzt, als sie vor dem Umpflanzen gewachsen sind. Nach dem Pikieren werden die Beete vorsichtig gegossen. Auf vorbereiteten Beeten kann ein Arbeiter in acht Stunden etwa 1000 Sämlinge pikieren. Das Pikieren erfolgt in kurzer Zeit, da die Sämlinge sonst überwachsen und nach dem Umpflanzen schlecht anwachsen.

Die Beete werden bei Trockenheit bewässert, gejätet und gelockert. Bei Bedarf werden die Sämlinge mit schnell wirkenden organischen oder mineralischen Düngemitteln gedüngt.

Bis zum Ende des ersten Sommers erreicht der oberirdische Teil der Sämlinge 10-15 cm und die Wurzeln 20 cm, bis zum Ende des zweiten Sommers 25-30 bzw. 40 cm, bis zum Ende des dritten 50-70 bzw. 50-60 cm.

Man kann die Aussaat im Herbst in Gewächshäusern durchführen. Vorher wird die Erde in den Gewächshäusern von Pflanzenresten befreit, umgegraben, jedoch so, dass der darunter liegende Mist nicht berührt wird, gelockert und geebnet. Die ausgesäten Vogelbeertrester werden mit einer dünnen Schicht Humus oder Torf bedeckt. Im Winter durchlaufen die Samen eine Stratifikation und keimen im Frühjahr.

Während des ersten Sommers werden die Sämlinge bei trockenem Wetter bewässert und bei Bedarf gejätet. Im Herbst des ersten oder Frühjahr des zweiten Jahres werden die Sämlinge, die beim Ausdünnen dichter Reihen gezogen wurden, auf Beete mit einem Abstand von 20 × 10 cm umgepflanzt. Die übrigen wachsen in den Gewächshäusern bis zur Standardgröße heran. Die Sämlinge werden im Alter von zwei bis drei Jahren ausgegraben und verkauft.

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