Der Schneeball kommt in freier Wildbahn fast in ganz Europa, Asien und Nordamerika vor. Es sind über 100 Arten von Schneeball bekannt, aber die bekannteste ist der Gewöhnliche Schneeball.
Der Schneeball ist recht häufig anzutreffen; er wächst an Seeufern, Flüssen in Gebüschen, in der Nähe von Sümpfen, im Unterholz von Laub- und Mischwäldern, in Senken.
Die Pflanze ist winterhart, feuchtigkeitsliebend, schattenverträglich, gedeiht jedoch besser auf offenen, sonnigen Standorten und ist anspruchsvoll hinsichtlich der Bodenfruchtbarkeit.
Der Gewöhnliche Schneeball wächst als Strauch oder Baum mit dichter Krone und erreicht eine Höhe von 3–4 m. Die Triebe sind kahl, glatt, gräulich-weiß, manchmal gerippt, mit rötlicher Tönung. Bei alten Ästen ist die Rinde gräulich-braun und rissig. Die Blätter sind gegenständig, drei- bis fünflappig, grob gezähnt und sitzen an langen Blattstielen. Die Blüten sind klein, weiß, cremefarben, manchmal rosafarben, duftend und in runden, schirmartigen Blütenständen angeordnet. Am Rand der Blütenstände befinden sich große, unfruchtbare Blüten, in der Mitte kleine, zwittrige Blüten. Sie werden von Insekten bestäubt. Die Frucht ist eine leuchtend rote, saftige, runde, bittere Steinfrucht mit einem flachen Kern.
Die Früchte reifen Ende August bis Anfang September. Sie tragen reichlich; der Ertrag einer ausgewachsenen Pflanze kann 25–30 kg erreichen. Die Früchte hängen lange am Strauch (auch im Winter) und fallen nicht ab. Die Bitterkeit der Früchte verschwindet nach dem ersten Frost oder nach dem Eindampfen. Die Früchte des Schneeballs enthalten Zucker, organische Säuren, Gerb- und Pektinstoffe, Vitamine sowie das bittere Glykosid Viburnin. Die Früchte werden frisch (nach Frost) zur Zubereitung von Kissel, Marmelade, Gelee, Saft, Füllung für Kuchen usw. verwendet.
In der Volksmedizin wird der Saft des Schneeballs bei Erkältungen, Husten, Hautkrankheiten verwendet; Blüten und Früchte bei Sklerose, Bluthochdruck, Nierenerkrankungen; die Rinde zum Baden von Kindern bei Diathese.
In der wissenschaftlichen Medizin wird der Extrakt aus der Rinde des Schneeballs als blutstillendes Mittel bei inneren Blutungen sowie zur Senkung des Blutdrucks bei Bluthochdruck und als Beruhigungsmittel verwendet.
Der Schneeball wird oft als Zierpflanze angebaut, insbesondere seine unfruchtbare Form – Boule de Neige mit schönen weißen kugelförmigen Blütenständen.