Wintersaaten. Was Sie im November säen sollten, um im Frühjahr eine frühe Ernte zu erzielen

Viele Gärtner wissen, dass im Winter nicht nur Petersilie, Möhren oder Dill gesät werden, sondern auch eine ganze Reihe anderer Kulturen. Es ist jedoch wichtig, nicht nur zu säen, sondern dies richtig zu machen, damit die Keimlinge im Frühjahr gleichmäßig und kräftig sind. 

Beginnen wir mit dem Wichtigsten: Die Wintersaat wird auf bereits gefrorenem Boden durchgeführt, wenn die oberste Schicht vom ersten Frost erfasst wurde und die Erde nicht mehr feucht und klebrig ist. Wenn man sich beeilt und zu früh sät, können die Samen noch vor dem richtigen Winter keimen – und dann werden Sie die zukünftige Ernte nicht sehen.

Was wird im Winter gesät?

  • Gemüsekulturen: Möhren, Radieschen, Pastinak (bei Frühjahrsaussaat keimt er ohne winterliche Abhärtung im Boden sehr schlecht!), Petersilie (Wurzel- und Blattpetersilie), Dill, Sauerampfer, Spinat, Salat, Blattsenf, Schwarzwurzel, Portulak, Winterzwiebel, Speisezwiebel für Grün.
  • Blumenkulturen: Aster, Kornblume, Rittersporn, Ringelblume, Nelke, Goldmohn, Malve, Kosmee, Resede, Schleierkraut, Lupine, Gänseblümchen, Mohn.
  • Heilkräuter: Kamille, Melisse, Minze, Salbei, Ysop, Schafgarbe, Baldrian, Echinacea, Johanniskraut und viele andere Kräuter, die für gemäßigte Breiten typisch sind.

Süßes Leben 

Erfahrene Gärtner haben schon lange bemerkt: Ein Teil der Wurzelgemüse von Petersilienwurzel, Möhren, Pastinaken oder Schwarzwurzel, ebenso wie die Knollen von Topinambur und Stachys, können problemlos den ganzen Winter über im Boden bleiben. Im Frühling sind sie saftiger, frischer und viel schmackhafter als die, die im Keller gelagert wurden. Darüber hinaus löst die Kälteeinwirkung in den Pflanzen einen Mechanismus zur Anreicherung von Zucker aus – eine Art „Frostschutzmittel“. Genau deshalb schmecken Frühlingsmöhren süßer.

Damit solche Wurzelgemüse erfolgreich überwintern, müssen sie vor dem ersten Frost abgedeckt werden. Geeignet ist Laub in einer Schicht von mindestens 15 cm.

Die Bewohner des Südens (beginnend mit dem Breitengrad der Oblast Rostow und südlicher) haben noch mehr Glück: Hier kann sogar die Kartoffel im Boden überwintern, wenn man sie gut abdeckt. Dazu verwendet man Laub, Stroh, und manchmal wird sogar Dachpappe darüber gelegt. In milden Wintern übersteht die Kartoffel in den südlichen Regionen auch ohne zusätzliche Abdeckung, aber man sollte sich nicht auf das Glück verlassen. Jede Saison ist unvorhersehbar, und Frost ohne Schnee kann die für den Frühling zurückgelassenen Knollen über Nacht vernichten. 

In diesen Gebieten überwintert auch Grünkohl im Freiland. Entlang der Schwarzmeerküste von Anapa in Richtung Sotschi sowie im Süden Dagestans kann auch normaler Kohl überwintern und dabei seine knackige Frische bewahren.

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Vor- und Nachteile 

Zu den Vorteilen gehören:

  • die Gewinnung von sehr frühen Produkten ohne Nutzung von Gewächshäusern;
  • Einsparung von Zeit im Frühling, wenn es im Garten ohnehin genug zu tun gibt;
  • gleichmäßigere und kräftigere Sämlinge, die durch die Kälte abgehärtet sind;
  • Keine Probleme mit dem Austrocknen des Bodens während der Keimung der Samen, denn im Frühling erhalten sie sofort Feuchtigkeit vom schmelzenden Schnee.

Aber es gibt auch Nachteile. Vor allem — das Risiko, einen Teil der Ernte durch Erfrieren oder Durchweichen der Samen zu verlieren. Zudem eignen sich nicht alle Kulturen für die Winteraussaat: Wärmeliebende Gurken, Tomaten oder Paprika halten das zum Beispiel nicht aus. Auch muss man bedenken, dass die Ernte bei der Winteraussaat schlechter gelagert werden kann, da sie früher reift und schneller überwächst.

Vorbereitung der Beete

Die Beete für die Winteraussaat werden umgegraben, Unkraut wird entfernt, Humus oder Kompost wird eingebracht. Danach sollte die Oberfläche eingeebnet werden, damit das Tauwasser im Frühling nicht stehen bleibt.

Dann werden Rillen mit einer Tiefe von 3–5 cm geformt. Wichtig zu verstehen: Die Samen selbst werden nicht sofort in die Erde gelegt, sondern erst, wenn der erste Frost einsetzt. Bis dahin können die Rillen mit Folie oder Brettern abgedeckt werden, damit sie nicht durch Regen ausgewaschen werden.

Schutz der Aussaat

Nach dem Einschließen der Samen werden die Beete mit Mulch abgedeckt. Wenn ein schneearmer Winter erwartet wird, sollte man zusätzlich Reisig, trockenes Laub oder sogar Sackleinen bereithalten, um die Beete im Januar/Februar vor dem Erfrieren zu schützen.

Erfahrungen von Gärtnern

Viele Gärtner stellen fest: Winteraussaaten sind gut für diejenigen, die arbeiten oder im Frühling wenig Zeit haben. Hat man einmal im Herbst Mühe investiert, kann man sich für andere Dinge freimachen. Außerdem helfen Aussaten vor dem Winter, den Frühjahrsbefall der Möhrenfliege zu vermeiden — die Sämlinge erscheinen früher und sind bereits kräftig, wenn der Massenflug des Schädlings einsetzt.

Bei Zwiebeln und Knoblauch gibt es jedoch unterschiedliche Meinungen. Manche behaupten, dass Steckzwiebeln und Einzelknoblauchzehen gut überwintern, andere beklagen starke Verluste. Hier hängt alles von der Region, den Wetterbedingungen des jeweiligen Jahres und der Abdeckung ab.

Übrigens

Winteraussaaten sind eine Art Versicherung und die Möglichkeit, den Frühling näher zu bringen. Natürlich erfordern sie Erfahrung und Sorgfalt. Aber wenn man alles richtig macht, kann man bereits im April an der ersten frischen Karotte knabbern, vitaminreichen Spinat in den Salat geben und sich an blühenden Beeten erfreuen.

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