Die Aussaat von Tomatensamen für die Anzucht sollte fachkundig und mit Sachverstand erfolgen. Denn von Aussaatzeitpunkt, Bodenbeschaffenheit, Anzahl der Düngungen und anderen nicht weniger wichtigen Details hängen die Entwicklung der Pflanze und die Erntemenge ab, die die Kultur hervorbringen kann.
Aussaatzeitpunkte für Tomaten zur Anzucht
Einer der wichtigsten Punkte ist der Aussaatzeitpunkt für die Anzucht, und jeder denkt, das sei einfach, da der Saatguthersteller auf den Tüten diese Daten angibt. In Wirklichkeit ist es viel komplizierter, denn die nach den Empfehlungen gezogenen Pflanzen können schwach und gar nicht bereit für die Pflanzung im Gewächshaus oder Freiland sein, da der Pflanztermin für alle Regionen des Landes angegeben wird und recht lang ist (innerhalb eines Monats).
Den richtigen Zeitpunkt für die Aussaat von Tomaten zur Anzucht kann man anhand der Sorte bestimmen. Tomaten haben unterschiedliche Vegetationsperioden: frühreif, mittelreif und spätreif, was bedeutet, dass sich die Jungpflanzen unterschiedlich entwickeln. Frühreife Sorten haben beispielsweise eine Vegetationsperiode (Zeit von der Samenkeimung bis zur ersten Ernte) von etwa 100 Tagen. Daraus folgt, dass der Aussaatzeitpunkt für die Anzucht ungefähr an den Erntezeitpunkt der ersten Früchte gekoppelt werden kann.
Zum Beispiel: Um am 25. Juli eine Ernte zu erzielen, müssen die Tomaten 110 Tage vorher, also am 6. April, für die Anzucht ausgesät werden. Hinzu kommen eine Woche für die Keimung bis zum Auflaufen der Sämlinge und etwa drei Tage für die Anwuchsphase nach dem Umpflanzen in neue Erde (100+7+3=110 Tage). Falls die Tomaten im Gewächshaus angebaut werden, sät man die Samen für die Anzucht im März, spätestens am 10. des Monats.
Manche erfahrene Gärtner empfehlen, bei der Aussaat von Tomatensamen für die Anzucht die im Mondkalender angegebenen Aussaatzeiten zu berücksichtigen.
Es ist zu beachten, dass eine voll entwickelte Jungpflanze ein Alter von 50 bis 60 Tagen hat (je nach Sorte). Zu diesem Zeitpunkt sollte warmes Wetter herrschen, das die Entwicklung und das Wachstum der Tomaten fördert.
Junge Pflanzen werden Anfang Juni ins Freiland gesetzt. Die Jungpflanzen werden vorsichtig aus den Behältern genommen, um das Wurzelsystem nicht zu beschädigen; bei Verwendung von Torftöpfen werden diese einfach mit Erde bedeckt. Ins Gewächshaus können die Jungpflanzen in der ersten Maidekade gepflanzt werden.
In dieser Zeit kann es jedoch nachts kalt sein, daher wird das Gewächshausgestell mit zwei Folien bespannt, wobei ein Luftspalt von 2-3 Zentimetern eingehalten wird. Die obere Folie sollte Anfang Juni entfernt werden.
Das Tomatengewächshaus muss ständig gelüftet werden, um Krankheiten vorzubeugen. Das Lüften ist besonders während der Blütezeit notwendig.