Sauerampfer ist eine mehrjährige krautige Pflanze mit einer gut verzweigten Pfahlwurzel, die tief in den Boden eindringt. An einem Standort wächst sie vier bis fünf Jahre.
Es handelt sich um eine winterharte Gemüsekultur, die im Frühjahr sehr frühe und preiswerte Erzeugnisse aus dem Freiland liefert. Die frischen Blätter des Sauerampfers werden für die Zubereitung von grünem Borschtsch, Püree, Saucen sowie verschiedenen Gerichten und Konserven verwendet.
Am häufigsten werden drei Sorten angebaut: Schirokolistny, Belwilskyj und Odesskij. Sauerampfer wächst auf verschiedenen Böden, aber höhere und bessere Erträge erzielt man auf mäßig feuchten und gut gedüngten Böden. Lehmige, schwere, vernässte sowie trockene und sandige Böden sind für den Anbau dieser Kultur ungeeignet. Bei Feuchtigkeitsmangel im Boden werden die Blätter des Sauerampfers kleiner und grober.
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Sauerampfer pflanzen
Für den Sauerampfer wird eine Fläche gewählt, die frei von mehrjährigen (Distel, Quecke usw.) und einjährigen Unkräutern ist. Die besten Vorfrüchte sind Frühkohl, Frühkartoffeln, Salat, Dill und Radieschen. Zur Herbstfurche werden 20-30 t/ha Humus ausgebracht und in die Tiefe der Ackerkrume eingearbeitet.
Vor der Aussaat wird die Fläche geeggt und anschließend mit gleichzeitigem Eggen kultiviert. Im Frühjahr werden vor der Kultivierung Mineraldünger in einer Menge von 60-80 kg Nährstoff je Element pro Hektar ausgebracht.
Sauerampfer wird im zeitigen Frühjahr, im Sommer und vor dem Winter ausgesät. Im Frühjahr sollte möglichst früh in einen gut bearbeiteten Boden gesät werden. Die Aussaat erfolgt mit Gemüsesämaschinen im Reihen- oder Bandverfahren. Der Reihenabstand beträgt bei Reihensaat 45 cm, bei Bandsaat 45-60 cm und im Band zwischen den Reihen 20 cm. Die Saattiefe beträgt 1,5-2 cm. Die Aussaatmenge beträgt 3-4 kg/ha.
Im Sommer wird der Sauerampfer spätestens Anfang August in gut bearbeiteten, nicht ausgetrockneten Boden gepflanzt. Die Aussaatmenge wird um 0,5 kg/ha erhöht. Bei einer Sommersaat können sich die Pflanzen bis zum Winter und zum darauffolgenden Frühjahr gut entwickeln und einen hohen Ertrag liefern.
Auf nicht überfluteten strukturierten Böden kann Sauerampfer im Herbst vor dem Einsetzen der dauerhaften Fröste ausgesät werden, mit der Maßgabe, dass die Samen nicht keimen. Die Aussaatmenge beträgt 4-5 kg/ha. Unter günstigen Bedingungen erscheinen die Keimlinge im Frühjahr 10-12 Tage nach der Aussaat, im Sommer nach 12-15 Tagen. Der optimale Aussaattermin ist das Frühjahr.
Pflege des Sauerampfers
Die Pflege der Bestände umfasst das systematische Lockern des Bodens in den Reihenzwischenräumen, das Jäten von Unkraut, die Bekämpfung von Schädlingen und Krankheiten sowie auf bewässerten Flächen zusätzlich rechtzeitige Bewässerung. Während der Vegetationsperiode wird der Boden periodisch (fünf- bis sechsmal) gelockert, vier- bis fünfmal bewässert, mit einer Wassermenge von 350-400 m³ pro Hektar.
Im Frühling des zweiten und der folgenden Jahre, bevor die Pflanzen austreiben, werden die Bestände quer zu den Reihen geeggt. Nach der Ernte werden Mineraldünger ausgebracht. Um zu verhindern, dass die Pflanzen erschöpfen, werden bei Sauerampfer die Blütenstängel drei- bis viermal abgeschnitten. Maßnahmen zur Schädlings- und Krankheitsbekämpfung werden nach der letzten Ernte durchgeführt.
Sauerampferernte
Die Blätter des Sauerampfers aus Frühjahrsaussaaten erreichen 75-80 Tage nach dem Auflaufen die Marktreife. Die Ernte der Sommeraussaaten beginnt im folgenden Jahr Anfang Mai und dauert bis Juli. In den Folgejahren beginnt die Ernte im Frühjahr, 14-20 Tage nach dem Austreiben der Blätter (wenn die Rosetten vier bis fünf Blätter gebildet haben).
Während der Vegetationsperiode werden drei bis vier Ernten durchgeführt. Um die Wachstumsknospen während der Ernte nicht zu beschädigen, werden die Blätter vorsichtig abgerissen oder samt den Stielen abgeschnitten.
Die Ernte erfolgt bei trockenem Wetter, ohne Tau. Der Ertrag an handelsfähiger Ware beträgt 90-100 Zentner pro Hektar.