Regen — das Böse. Pflanzenzüchterin Ganitschkina: Die Ernte geht zugrunde, aber etwas kann man retten.
Der kühle, regnerische Juni und der Anfang Juli haben Gärtner und Gemüsebauern in Panik gestürzt. Datschen und Hausgärten versinken in Wassermassen, die landwirtschaftlichen Kulturen reifen nicht einmal in den Gewächshäusern aus. Und Prognosen zufolge wird das schlechte Wetter den ganzen Juli über anhalten. Und was nun, bleiben wir ohne Ernte? Pflanzenzüchterin Oktjabrina Ganitschkina versichert, dass die Situation schwerwiegend ist, aber eine Chance, etwas zu retten, besteht – die Hauptsache ist, nicht aufzugeben. Die Expertin erklärte, wie man die Verluste durch das kalte und feuchte Wetter, das sich Anfang Juli 2025 eingestellt hat, minimieren kann.
Sonnenmangel
«Aufgrund der niedrigen Temperaturen ist das Wachstum der Obstkulturen zum Stillstand gekommen, — erklärt Oktjabrina Ganitschkina. — Die Früchte reifen einfach nicht, sie sind erstarrt. Selbst Gewächshäuser helfen nicht – neben einer bestimmten Temperatur brauchen Obstpflanzen Sonne, und die gibt es nicht. Besonders Tomaten. Ich glaube, rote Tomaten werden wir dieses Jahr nicht sehen.»
Laut Ganitschkina sind alle erstarrt — Auberginen, Paprika, Zucchini, Bohnen. Die Pflanzen benötigen intensive Beleuchtung. Selbst ein sehr langer, aber bewölkter Lichttag ist für sie weniger geeignet als einige Stunden Einwirkung greller Sonnenstrahlen.
Oktjabrina Alexejewna erinnert sich daran, dass ein so kühler, sonnenloser Sommer zuletzt 1980 beobachtet wurde. Und damals gab es eine Missernte. Jetzt sind die Gemüsebauern in Trauer und rufen und schreiben den ganzen Tag Ganitschkina mit Fragen an — was ist los und wie soll man damit umgehen?
Wasser erwärmen
«Alles ist schwierig. Selbst wenn einige Früchte reifen können, werden sie geschmacklos, wässrig, unaromatisch sein, — bemerkt die Pflanzenzüchterin. — Eine Chance dafür besteht, wenn Ende Juli – Anfang August die Hitze zurückkehrt. Aber man darf nicht aufgeben. Man muss sich kümmern.»
Laut Oktjabrina Alexejewna kann und muss man gegen das schlechte Wetter vorgehen. Zum Beispiel die Pflanzen, auch die im Gewächshaus, mit warmem, auf 40 Grad erhitztem Wasser gießen. Das wärmt sie ein wenig und aktiviert den Stoffwechsel. Auch empfiehlt die Pflanzenzüchterin, die Kulturen regelmäßig einmal pro Woche oder alle zehn Tage mit organischen Düngemitteln, wie z. B. Kaliumhumat, zu düngen. Man muss die Gewächshäuser auch tagsüber geschlossen halten. Und nur zur wärmsten Tageszeit und kurz öffnen. Und natürlich ist es notwendig, die Beete von Unkraut zu befreien — sie beschatten nicht nur die Obstkulturen, sondern erhöhen auch die Feuchtigkeit, wodurch die Pflanzen schlicht verfaulen können.
Und wer sich über solches Wetter «freut», das sind laut Ganitschkina Kohl und Gemüse — Spinat, Petersilie, Dill, Sellerie, Koriander, Sauerampfer, alle Arten von Salat. Sie wachsen im Gegensatz zu ihren Artgenossen anderer Arten weiter.