Nach einem ungewöhnlich warmen März prognostizieren Wetterdienste eine deutliche Abkühlung, in einigen Regionen ist sogar Schneefall möglich. Für die bereits erwachten Pflanzen stellt dies eine ernsthafte Bedrohung dar: selbst ein kurzer Frost kann die zukünftige Ernte vernichten.
Welche Fröste sind am gefährlichsten und wie schützt man Garten und Gemüsebeet vor ihnen? Wir klären dies gemeinsam mit Agronomin und Gärtnerin Tatjana Swetlaja.
Inhaltsverzeichnis:
Arten von Spätfrösten
Spätfröste werden in mehrere Arten unterteilt, je nach ihren Ursachen und der Art ihrer Ausbreitung.
— Strahlungsfröste treten in klaren und windstillen Nächten auf — der Boden und die Pflanzen verlieren schnell die tagsüber gespeicherte Wärme.
Dabei kühlt die Luft in Bodennähe deutlich schneller ab als in der Höhe, was zur Bildung einer Temperaturinversion führt. Solche Fröste haben lokalen Charakter.
— Advektionsfröste werden durch das Eintreffen kalter Luftmassen aus entfernten Regionen verursacht. Im Gegensatz zu Strahlungsfrösten erfassen solche Fröste weite Gebiete und können mehrere Tage hintereinander anhalten. Ihre Gefahr liegt darin, dass sie nicht nur die Bodenoberfläche, sondern die gesamte bodennahe Luftschicht betreffen und über große Flächen anhaltend niedrige Temperaturen erzeugen.
— Mischfröste — eine Kombination aus Merkmalen der beiden vorherigen Typen.
Zum Beispiel dringt zuerst eine Kaltfront ein (advektive Komponente), und dann verschärft die nächtliche Strahlungsabkühlung die Situation zusätzlich, indem sie die Temperatur in Bodennähe noch weiter senkt.
Solche Fröste gelten als besonders zerstörerisch für Pflanzen.
Welche Pflanzen sind in der Gefahrenzone?
Einige Kulturen reagieren besonders empfindlich gegenüber Temperaturabfällen.
Beerenobst
- Gartenerdbeere
- Himbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren
Gemüsekulturen
- Tomaten, Paprika, Auberginen
- Gurken, Zucchini, Kürbisse
- Kartoffeln
Obstbäume
- Kirschen, Süßkirschen, Pflaumen
- Apfelbäume, Birnbäume
- Aprikose (Fröste während der Blüte können die Ernte vollständig zerstören)
Zierpflanzen
- Rosen
- Clematis, Hortensien
- Zwiebelblumen (Tulpen, Narzissen)
Bewährte Schutzmethoden
Man findet oft den Rat, Räuchern anzuwenden (bei dem feuchte Abfallhaufen angezündet werden), aber wir lassen diesen Punkt aus – aufgrund der Notwendigkeit, strenge Brandschutzmaßnahmen einzuhalten. Besser ist es, auf bewährte und sicherere Schutzmöglichkeiten zurückzugreifen.
1. Beregnung
Das Bewässern der Pflanzen am Abend vor dem Frost erhöht die Luftfeuchtigkeit und erzeugt einen Treibhauseffekt. Das Wasser gibt beim Verdunsten Wärme ab, und der entstandene Nebel schützt die Pflanzen. Die Methode ist besonders effektiv für Obstkulturen.
2. Abdeckung
Die Verwendung von Vlies, Folie, Sackleinen oder sogar Zeitungen hilft, eine Barriere zwischen den Pflanzen und der kalten Luft zu schaffen. Abdecken sollte man nicht nur die Pflanzen selbst, sondern auch den Boden um sie herum.
3. Mulchen
Eine Mulchschicht (Stroh, Sägemehl, Torf) speichert die Wärme im Boden und schützt die Wurzeln. Besonders wichtig für mehrjährige Kulturen und Setzlinge.
4. Düngung
Phosphor-Kalium-Dünger, die vorab ausgebracht werden, stärken die Pflanzen und erhöhen ihre Widerstandsfähigkeit gegen Stress durch Temperaturschwankungen.
Stickstoffdüngungen im Frühjahr sollte man besser einschränken — sie fördern das Wachstum zarter Triebe, die leicht durch Frost geschädigt werden.