Um nicht hunderte Euro zahlen zu müssen. Wie man Nadelholz-Stecklinge bewurzelt

Nur wenige wissen, dass viele Nadelgehölze, die recht teuer sind (bis zu 3.000-4.000 €), selbst aus Stecklingen gezogen werden können, und dass man bereits im Frühjahr Setzlinge erhält, die bereit für die Aussaat ins Freiland sind. Wie man das richtig macht, erklärte ein Agronom.

Vier Schritte, um Nadelgehölzstecklinge zu bewurzeln

Hier ist eine universelle Methode für Fichte, Scheinzypresse, Wacholder und andere Nadelgehölze.

1. Auswahl der Stecklinge

Man nimmt Triebe mit mehreren Seitenzweigen, die zusammen mit der «Ferse» — einem Stück des vorjährigen Holzes — abgerissen werden. Wenn die «Ferse» zu groß ist, wird der Überschuss abgeschnitten, um Fäulnis zu vermeiden. Die Nadeln im unteren Bereich, wo die Bewurzelung stattfinden soll, werden unbedingt entfernt.

2. Einweichen

Die Stecklinge werden für 12 Stunden in eine schwache Lösung eines Wachstumsregulators (1–2 Tropfen auf 100 ml Wasser) gestellt. Für Thuja und Wacholder ist ein Stimulator nicht zwingend erforderlich — sie bewurzeln auch ohne, aber das Einweichen beschleunigt ihre Bewurzelung.

3. Vorbereitung des Substrats

Trockenes Torfmoos wird eingeweicht, gut angefeuchtet und leicht ausgedrückt. Eine Einwegwindel wird so gefaltet, dass die saugfähige Schicht außen liegt, und entlang dieser wird ein Streifen Torfmoos ausgelegt. Auf Wunsch kann es durch Kokossubstrat oder Torf ersetzt werden.

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4. Behandlung und Einpflanzen der Stecklinge

Anschließend wird jeder Steckling in das Pulver eines Stimulators («Kornewin» oder «Ukorenitel») getaucht und dann auf die vorbereitete Substratschicht gelegt. Nachdem alle Triebe platziert sind, wird die Windel in der Hälfte gefaltet, wobei die Basis der Stecklinge angedrückt wird, und zu einer Rolle gerollt. Mit einem Gummiband fixieren. Die entstandene Rolle wird in einen Plastikbeutel gelegt und an einen kühlen, aber hellen Ort gestellt: auf die Fensterbank am Fenster.

Statt der Windel kann man das Bewurzelungssubstrat (Moos oder Torf) in einen Topf füllen und die Stecklinge zur Bewurzelung hineinstecken. Und oben mit einem durchsichtigen Gefäß abdecken oder einen Plastikbeutel überstülpen, um ein feuchtes Mikroklima zu schaffen.

Was weiter mit den Stecklingen zur Bewurzelung zu tun

Die Stecklinge zur Bewurzelung werden ein- bis zweimal pro Woche inspiziert und gelüftet, wobei darauf geachtet wird, dass sich kein Schimmel bildet. Bis zum Frühjahr bilden sich Wurzeln, und die Stecklinge können in Töpfe zur Weiterkultur oder ins Beet gepflanzt und an einem halbschattigen Platz im Garten gehalten werden. Nach 1–2 Jahren ist die Pflanze bereit, an ihren endgültigen Standort umgepflanzt zu werden.

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