Langflachs hat einen aufrechten, runden, glatten, mit Wachs überzogenen Stängel.
Biologische Merkmale
Die Höhe beträgt unter normalen Feldbedingungen 65-100 cm, manchmal auch 125-150 cm. Bei dünner Aussaat neigt er zur Verzweigung. Die Blätter sind schmal, spitz zulaufend, ohne Stiel, erreichen eine Länge von 36-40 mm und eine Breite von 2-5 mm. Sie sind dicht angeordnet, abwechselnd entlang einer Spirale. Bei der Reife fallen sie ab, beginnend am unteren Teil des Stängels. Der Fasergehalt in den Stängeln beträgt 20 bis 30 Prozent.
Die Blüten sind blau, es gibt jedoch auch Flachssorten mit weißen, violetten und rosafarbenen Blütenblättern. Flachs ist — hauptsächlich eine Selbstbestäuberpflanze, aber Fremdbestäubung ist möglich. Die Frucht — eine kugelförmige, fünffächrige Kapsel mit fünf Kammern im Inneren, 6,1-8,3 mm lang, 5,7-6,8 mm im Durchmesser, enthält bis zu zehn Samen. Die Kapseln befinden sich an den Blütenstielen im oberen Teil des Stängels. Je nach Sorte und Anbautechnik hat eine Pflanze normalerweise 1-6 und manchmal bis zu 10-12 Kapseln. Je dünner die Aussaat von Flachs, desto mehr Kapseln am Stängel.
Die Samen sind hellbraun, glatt, glänzend, gleitend. Das Gewicht von 1000 reifen Samen liegt zwischen 3,5 und 5,5 Gramm. Leinsamen enthält bis zu 23 % Protein und 37-40 % Fett (Öl).
Die größte Wurzelmasse befindet sich in der Tiefe der Ackerkrume. Die Hauptpfahlwurzel erreicht eine Länge von bis zu 100-150 cm und hat zahlreiche Seitenverzweigungen.
Langflachs gedeiht gut an Orten mit gemäßigtem, feuchtem Klima. Kurzzeitige Fröste (3-4 °C) sind für die Flachssämlinge nicht gefährlich. Länger andauernde oder stärkere Fröste führen zu einer Ausdünnung oder zum Absterben der Sämlinge.
Starke Beleuchtung fördert die Verzweigung der Flachspflanzen und die Bildung von Blütentrieben. Diese Eigenschaft des Flachses wird bei der Samenvermehrung in der Saatgutzüchtung genutzt, indem man breitreihenweise Aussaat anwendet.
Anbau von Langflachs
Für den Anbau eines Zentners Ertrag verbraucht Flachs 400-430 Zentner Wasser. Daher leidet Flachs sehr unter Wassermangel. Am gefährlichsten ist für Flachs der Mangel an Bodenfeuchtigkeit während der Knospen- und Blütephase, was zu einem starken Ertragsrückgang führt. Allerdings verträgt Flachs auch keinen großen Wasserüberschuss im Boden. Auf Böden mit hohem Grundwasserstand wächst er schlecht. Übermäßige Feuchtigkeit während der Blüte und Reifung begünstigt die Entwicklung von Pilzkrankheiten und das Lagern von Flachs.
Flachs ist sehr anspruchsvoll hinsichtlich des Vorhandenseins von Nährstoffen in gelöster Form im Boden. Mit dem Wachstum des Flachses steigt sein Bedarf an Nährstoffen und besonders stark in der Zeit von der Knospenbildung bis zum Ende der Blüte.
Stickstoff ist besonders für Flachs während der schnellen Wachstumsphase notwendig — vom Fichtenstadium bis zur Knospenbildung, er erhöht die Gesamtertragsmasse. Allerdings verringert eine übermäßige Stickstoffdüngung die Faserqualität und erhöht die Neigung der Stängel zum Lagern. Kalium ist für Flachs in der Zeit vom Wachstumsbeginn und besonders während der Knospung und Blüte notwendig. Es fördert eine bessere Samenbildung und verbessert die Faserqualität.
Kaliummangel während der Knospenbildung führt zu einer geringeren Bildung von Samenkapseln an den Stängeln. Kalium wirkt dem Einfluss von Stickstoffüberschuss auf das Lagern des Flachses entgegen. Phosphor wird vom Flachs während seines gesamten Lebens benötigt, um einen guten Ertrag an Fasern und Samen zu gewährleisten.
Neben den genannten Nährstoffen benötigt der Flachs auch Eisen, Kalzium, Magnesium und Schwefel, deren Vorräte im Boden normalerweise in ausreichender Menge vorhanden sind, sowie in geringen Mengen Bor, Mangan, Kupfer, die durch die Ausbringung von Mikronährstoffdüngern ergänzt werden.
Die besten Böden für den Anbau von Flachs sind mittlere und leichte schluffige Lehme. Weniger geeignet sind leichte sandige Lehmböden, insbesondere mit sandigem Untergrund, da sie Wasser schlecht halten. Auf solchen Böden leidet der Flachs unter Feuchtigkeitsmangel. Noch weniger geeignet sind schwere bindige Tonböden, da sie stark verdichten und nach Regen eine dichte Kruste bilden.
Beim Faserflachs unterscheidet man folgende Wachstumsstadien bzw. Entwicklungsphasen: Keimlinge, „Weihnachtsbaumstadium“, Knospenbildung, Blüte und Reife.
In der Keimlings- und der „Weihnachtsbaum“-Phase wächst er sehr langsam. Das schnellste Höhenwachstum und die stärkste Faserzunahme treten beim Flachs nach der „Weihnachtsbaum“-Phase, gegen Ende der Knospenbildung, auf und dauern bis zur Blüte an.
Die Dauer der Vegetationsperiode und der einzelnen Entwicklungsphasen des Flachses hängt von den Witterungsbedingungen, der Bodenfeuchtigkeit und der Sorte ab. Mit dem Ende der Blüte hört das Höhenwachstum der Stängel und die Faserbildung in ihnen auf, während die Gewichtszunahme der Pflanzen bis zur Reife anhält.