Und selbst in den Regionen des Landes, wo das Wetter nicht enttäuschte, verhielten sich die Pflanzen in vielen Gärten dennoch wie kapriziöse Gäste: Sie wuchsen nicht, trugen nicht richtig Früchte. Unwillkürlich stellt sich einem die Frage: Warum werden die Ernten von Jahr zu Jahr schlechter? Viele verweisen auf den Klimawandel, und das ist zum Teil wahr. Aber seien wir ehrlich: Die Veränderungen des Klimas, des Bodens und der Pflanzen sind größtenteils das Ergebnis unseres eigenen Handelns.
Inhaltsverzeichnis:
Worin liegt die Ursache?
Erinnern Sie sich, was im Herbst in den Gemüsegärten passiert: Nach der Ernte wird sofort umgegraben. Jahr für Jahr verwandelt sich der Boden in eine ausgetrocknete, rissige Einöde. Kompost wird auf solche Flächen selten ausgebracht, denn nicht jeder Gärtner beschäftigt sich mit seiner Herstellung. Dagegen werden die Klagen über schlechte Ernten immer lauter.
Aber was erwarten Sie von einem Boden, der nur ausgebeutet wird, ohne ihm Organik zurückzugeben oder auch nur die mit der Ernte entzogenen Mineralstoffe zuzuführen? Moderne Forschungen haben längst bewiesen, dass traditionelle Methoden der Bodenbearbeitung veraltet sind. Dennoch folgen viele noch immer den 'alten überlieferten' Technologien.
Ein neuer Blick auf die Landwirtschaft
Doch so traurig ist es nicht. Als Reaktion auf den sich verschlechternden Zustand des Bodens tauchen Anhänger des ökologischen Landbaus auf – eines Systems, das den Boden wiederherstellt und sich um seine Gesundheit kümmert. In der Schweiz zum Beispiel findet man kaum noch Produkte, die nicht ökologisch angebaut wurden.
Auch bei uns gewinnt diese Bewegung an Popularität. Viele Hobbygärtner und Landwirte sind von den Ideen des biologischen Landbaus inspiriert.
Da ich schon als Kind davon träumte, die Natur zu schützen, bin ich selbst längst ein Anhänger des ökologischen Ansatzes geworden. Dieses System ermöglicht es, den Einsatz von Pestiziden und die tiefe Bodenbearbeitung zu minimieren und dem Boden seinen natürlichen Zustand zurückzugeben.
Lehren für alle
Ja, und auch hier gibt es Kommerzialisierung und übermäßigen Konservatismus: Manche Regeln, nach denen Produkte als ökologisch anerkannt werden, entsprechen nicht immer dem gesunden Menschenverstand. Die grundlegende Idee bleibt jedoch richtig: Vernünftige Landwirtschaft ist der Weg zur Wiederherstellung der Bodengesundheit und zur Verbesserung der Erträge.
Im Folgenden führe ich konkrete Beispiele an, über die der Popularisator des ökologischen Landbaus, der bekannte russische Agronom Nikolai Kurdjumow berichtet.
Wie sollte ein idealer Boden sein?
Stellen Sie sich vor: Ihr Garten ist oben wie mit einem Schwamm bedeckt, etwas tiefer — eine Tropfbewässerung, und noch tiefer — ein unterirdischer See, der die obere Schicht mit Feuchtigkeit versorgt. In dieser natürlichen Mikrowelt arbeiten Bakterien und Würmer und ernähren Ihre Pflanzen. Genau so hat die Natur die Fruchtbarkeit erhalten, wenn man sie nicht stört. Und unsere Aufgabe ist es, diesen «Schwamm» aus Pflanzenresten, gemischt mit Erde, in einer Tiefe von 5–7 cm zu schaffen.
Fügen Sie Kompost und etwas Humus hinzu, und Sie erhalten eine organische Schicht, die Feuchtigkeit speichert, Verdunstung und die Bildung einer festen Kruste verhindert. Diese Schicht ist die Küche der Natur, in der Bakterien, Pilze, Würmer und Käfer Nährstoffe für Ihre Pflanzen produzieren.
Feuchtigkeit aus der Luft: Das Geheimnis der Natur
Der oberflächliche Humus, bedeckt mit Mulch, erfüllt eine weitere wichtige Funktion: Er senkt die Temperatur der unteren Schichten und schafft Bedingungen für die Kondensation von Feuchtigkeit. Das ist der Tau, den man als natürliche Tröpfchenbewässerung bezeichnen kann. Auf unberührtem Boden laufen solche Prozesse selbst an heißen Tagen in Größenordnungen von Tonnen pro Hektar ab.
Allerdings muss der Boden dafür ungepflügt sein: Die Kapillaren – Mikrokanäle, die von verrotteten Wurzeln übrig geblieben sind – leiten die Feuchtigkeit. Tagsüber, wenn der Boden kälter als die Luft ist, kondensiert die Feuchtigkeit, und nachts bringt die warme Luft das Wasser und die gelösten Mineralien nach oben zur Humusschicht. So funktionieren natürliche Pumpen, die die Pflanzen mit allem Notwendigen versorgen.
Daraus folgt: Tiefes Pflügen zerstört das Kapillarsystem. Und lockerer Boden ist entgegen der Mythen keineswegs notwendig. Im Gegenteil, Pflanzen gedeihen besser in dichtem Boden, in dem die Kapillaren erhalten bleiben. Für die oberflächliche Lockerung können Sie Grubber oder Hacken verwenden, aber sobald der Boden wiederhergestellt ist, können Sie auf das Lockern ganz verzichten.
Organik und ein vernünftiger Ansatz
Ein Garten mit diesem Ansatz blüht geradezu auf. Hitze? Die Rettung liegt im Mulchen und maßvollen Gießen. Freie Flächen? Besäen Sie sie mit Gründüngungspflanzen wie Getreide oder Hülsenfrüchten. Zum Beispiel zieht die Esparsette keine Schädlinge an, und im Frühjahr reichern ihre Rückstände den Boden mit organischer Substanz an.
Die Hauptregel: Graben Sie die Erde nicht unnötig um. Planen Sie Beete und Wege am besten im Voraus, um den Boden nicht zu zertrampeln. Fügen Sie mehr organisches Material hinzu, und Ihre Ernte wird Sie nicht enttäuschen.
Die Arbeit ist übrigens geringer, als es scheint: Dieses System ist ein ideales Beispiel für einen organischen und rationalen Landbau.