Stellung der Gräser in der Fruchtfolge. Im Aussaatjahr entwickeln sich mehrjährige Gräser langsam und liefern keinen Ertrag. Damit das Feld nicht brach liegt, werden sie üblicherweise unter eine Deckfrucht gesät – eine Winter- oder Sommergetreideart. Die Deckfrucht unterdrückt zudem Unkräuter und schafft bessere Bedingungen für die Gräser während der Überwinterung.
Gräser, die unter eine Winterdeckfrucht gesät werden, haben den Vorteil, dass sie näher an der gedüngten Brache stehen und die Aussaat zum frühestmöglichen Zeitpunkt erfolgen kann. Früh gesäte Gräser werden mit der Frühlingsfeuchte im Boden versorgt und treiben schneller aus. Sie beginnen früher zu bestocken, da Wintergetreide früher geerntet wird als Sommergetreide.
Beim Untersaat von Gräsern unter Wintergetreide ist es möglich, im Herbst Timotheegras zu säen, damit es bereits im ersten Nutzungsjahr einen Ertrag liefert.
Allerdings wirken sich die Bodenverdichtung unter Wintergetreide, die starke Beschattung der Gräser durch die hohen Bestände und die Neigung des Wintergetreides zum Lagern ungünstig auf die Entwicklung der Gräser im ersten Lebensjahr aus. Daher bevorzugt man auf schweren, verdichtungsanfälligen Böden die Aussaat mehrjähriger Gräser unter eine Sommerdeckfrucht.
Sommergetreide entzieht dem Boden weniger Feuchtigkeit als Wintergetreide, besonders in der Anfangsphase des Wachstums. Die Aussaat der Gräser erfolgt in lockeren Boden, was für vollere und gleichmäßigere Aufläufe sorgt.
In Regionen mit begrenzten Niederschlägen im Sommer sollten mehrjährige Gräser ebenfalls besser unter Sommergetreide gesät werden. In feuchten Regionen wird dieser Vorteil nicht beobachtet.
Bei der Wahl der Deckfrucht kann keine einheitliche Empfehlung gegeben werden. In jedem Einzelfall muss bei der Bestimmung des Platzes der mehrjährigen Gräser in der Fruchtfolge von den konkreten betrieblichen sowie Boden- und Klimaverhältnissen ausgegangen werden.
In einigen Regionen werden in Futter- und Ackerfruchtfolgen als Deckfrucht Wicken-Hafer-Gemenge, Weidelgras und andere verwendet.
Als beste Deckfrüchte gelten solche, die die Gräser weniger beschatten, Unkräuter gut unterdrücken, früh geerntet werden und unter denen der Boden weniger verdichtet und ausgetrocknet ist.
Gerste zum Beispiel ist eine wertvollere Deckfrucht als Hafer, da sie schneller reift und das Feld früher für die Gräserentwicklung freigibt. In Sibirien sind Sommeransaaten mehrjähriger Gräser ohne Deckfrucht von großer Bedeutung.