Wenn im Gemüsegarten an derselben Stelle über zwei bis drei Jahre hinweg die gleiche Kultur angebaut wird, zum Beispiel Kartoffel nach Kartoffel, Kohl nach Kohl, Tomaten nach Tomaten oder Gurken nach Gurken, dann wird der Boden einseitig ausgelaugt, der Ertrag sinkt und es entstehen günstige Bedingungen für die Vermehrung von Schädlingen, Unkräutern und Pilzkrankheiten. Um dies zu vermeiden, muss im Gemüsegarten eine bestimmte Fruchtfolge eingehalten werden – eine Art Fruchtwechsel.
Wenn ein Drittel des Gemüsegartens für Kartoffeln vorgesehen ist, wird das Grundstück in drei Teile eingeteilt und die Kulturen werden etwa wie folgt angeordnet: auf dem ersten Teil – Kartoffeln, auf dem zweiten – Kohl, Gurken, Kürbisse, Zucchini, Wassermelonen, Melonen; auf dem dritten – Tomaten, Auberginen, Zwiebeln, Rote Bete, Karotten, Petersilie, Pastinaken, Erbsen, Bohnen, grünes Gemüse.
In Fällen, in denen die Hälfte der Gartenfläche für Kartoffeln genutzt wird, wird das Grundstück in vier Teile eingeteilt und die Kulturen werden etwa wie folgt angeordnet: auf dem ersten – Kohl, Gurken, Kürbisse, Zucchini, Melonenpflanzen; auf dem zweiten – Kartoffeln, auf dem dritten – Tomaten, Auberginen, Paprika, Zwiebeln, Wurzelgemüse, Hülsenfrüchte, grünes Gemüse; auf dem vierten – Kartoffeln.
Das angeführte Beispiel gibt nur einen allgemeinen Überblick über die Fruchtfolge von Gemüsekulturen. Je nachdem, welches Gemüse angebaut werden soll, kann die Fruchtfolge variieren.
Bei der Fruchtfolge von Gemüsekulturen ist zu beachten, dass diese nicht alle gleich auf Düngemittel reagieren. So können auf frischem Mistdünger erfolgreich Kohl, Gurken, Wassermelonen, Melonen, Zucchini, Kürbisse, Salat, Spinat angebaut werden. Im zweiten Jahr nach der Mistausbringung sollten Kartoffeln, Tomaten, Zwiebeln, Rote Bete, Radieschen, Rettich angebaut werden. Im dritten und vierten Jahr nach der Mistausbringung werden Bohnen, Erbsen und so weiter angebaut.
Die Aussaat- und Pflanzzeit von Gemüsekulturen hängt von den Eigenschaften der Samen der jeweiligen Kultur, der Bodenfeuchtigkeit und -temperatur sowie von der Entwicklungsdauer der Pflanzen ab.
Die Samen vieler Gemüsekulturen, insbesondere von Radieschen, Zwiebeln, Karotten, Sauerampfer, Petersilie, Erbsen, Pastinaken, Salat, Rettich, Spinat, Dill und anderen, benötigen zum Keimen 3–5 Grad Wärme, daher werden diese Kulturen im Frühjahr, sobald der Boden aufgetaut und bearbeitbar ist, als erstes ausgesät. Kartoffeln werden gepflanzt, wenn die Bodentemperatur in 10 Zentimetern Tiefe 6–8 Grad Wärme erreicht.
Die Samen von wärmeliebenden Pflanzen wie Gurken, Tomaten, Auberginen, Bohnen, Paprika, Wassermelonen, Melonen, Kürbissen, Zucchini, Mais keimen bei Temperaturen über 11–13 Grad Wärme, daher werden sie später ausgesät, wenn die Frühlingsfröste vorüber sind.
Bei vorzeitiger Aussaat in feuchten und kalten Boden faulen die Samen und gehen nicht auf.
Die richtige Wahl des Aussaat- und Pflanztermins hat einen erheblichen Einfluss sowohl auf die Höhe des Ertrags als auch auf die Reifezeit des Gemüses.
In den südlichen Regionen der Ukraine werden die Gemüsekulturen der kältebeständigen Gruppe, je nach Wetterlage, Ende Februar bis Anfang März ausgesät. In der Lesostep beginnt die Aussaat ab Ende März, und in Polesie ab der ersten Aprildekade.
Für Kulturen wie Möhren, Petersilie, Pastinak, Salat, Spinat, Knoblauch, Sauerampfer, Zwiebeln erfolgt die Aussaat vor dem Winter.
Wärmeliebende Kulturen werden in den südlichen Regionen ab der zweiten Aprilhälfte gepflanzt und ausgesät, in den übrigen Regionen in der ersten und zweiten Maidekade.