Für die maximale Nutzung der Gartenflächen sollten sogenannte Nach- und Zwischenkulturen von Gemüse angewendet werden.
Nachkulturen von Gemüse
Viele Gemüsesorten, wie Radieschen, Salat, Spinat, Frühlingszwiebeln, frühe Erbsensorten und andere, liefern bereits 30–40–60 Tage nach der Aussaat Ernteprodukte. Kulturen wie Kohl, Tomaten, Karotten und Sellerie bringen erst 100–160 Tage nach der Aussaat Erträge. Daher wird die Gartenfläche bei Aussaat nur einer dieser Kulturen entweder frühzeitig frei oder ist von Frühjahr an nicht vollständig genutzt.
Viele Gärtner wählen geeignete Kulturen aus und führen Nachkulturen durch, um die Gartenfläche optimal zu nutzen, und ernten so im Laufe des Sommers 2 bis 3 Ernten von derselben Fläche. So liefern Radieschen, Salat, Spinat, Frühlingszwiebeln bei früher Aussaat bereits bis Ende Mai bis Anfang Juni eine Ernte, also vor dem Beginn der Pflanzung und Aussaat von Spätkulturen wie Kohl, Tomaten und Gurken.
Nach der Ernte von Frühkartoffeln und Frühkohl können die freigewordenen Flächen für die Aussaat von Spätgurken, Rettich, Blumenkohl, Petersilie sowie verschiedene Kräuter wie Spinat, Dill und Salat genutzt werden.
Durch mehrmalige Aussaat von Grüngemüse kann man ebenfalls 3 bis 4 Ernten pro Sommer von derselben Fläche erzielen.
Aussaat und Pflanzung von Zwischenkulturen bestehen darin, dass in den Reihenabständen der langsam wachsenden Hauptkulturen zusätzliche, schnell reifende Kulturen angebaut werden. Zum Beispiel können in den Reihenabständen von Kartoffeln, Kohl, Gurken, Tomaten, Kürbisgewächsen und einer Reihe anderer Kulturen Frühlingszwiebeln, Petersilie für Grün, Salat, Radieschen, Spinat und Dill eingepflanzt oder eingesät werden.
Zwischenkulturen
Die Kulturen für die Zwischennutzung sollten so ausgewählt werden, dass sie die Entwicklung der Hauptkulturen nicht beeinträchtigen. Dank der Anwendung von Zwischenkulturen können von derselben Gartenfläche eineinhalb- bis zweimal mehr Gemüse geerntet werden als üblich. Dies gelingt besonders gut auf gedüngten, lockeren und feuchten Böden.
Häufig werden Bohnen oder Erbsen zusammen mit Kartoffeln angebaut. Das erhöht einerseits den Kartoffelertrag, da Hülsenfrüchte den Boden mit Stickstoff anreichern, und andererseits erhält man eine zusätzliche Ernte von Bohnen oder Erbsen. Bei dieser Methode werden in jedes Pflanzloch gleichzeitig mit der Kartoffelknolle 2 bis 4 Samen von Bohnen oder Erbsen gesät. Die Samen der Hülsenfrüchte sollten etwas flacher eingebracht werden als die Kartoffeln, nämlich in 4 bis 5 Zentimeter Tiefe.
Gurken können im Zwischenanbau mit Karotten, Rote Bete, Bohnen, Kohl, Tomaten und anderen Kulturen angebaut werden.
Eine Mischkultur wird in die Zwischenräume oder in die Reihen gesät. Zum Beispiel: Wenn Gurken mit Tomaten verdichtet werden, werden die Gurken mit einem Reihenabstand von 100 cm gesät, und in der Mitte der Reihenabstände werden die Tomaten im Abstand von 30 cm zwischen den Pflanzen in der Reihe gepflanzt. Bei dieser gemeinsamen Aussaat nutzen die Tomaten die Sonneneinstrahlung aufgrund der breiten Reihenabstände gut aus, und die Gurken entwickeln sich besser, da sie durch die Tomaten vor Wind geschützt sind. Gurken können auch mit Futterrüben verdichtet werden.
Karotten und Petersilie können mit Radieschen oder Salat verdichtet werden, indem man sie in derselben Reihe wie die Hauptkultur oder in den Zwischenräumen aussät. In den Zwischenräumen von Möhren können auch Frühlingszwiebeln angebaut werden, indem man Steckzwiebeln (Zwiebeln mit einem Durchmesser von 2,5 bis 3 cm) pflanzt.
Gurken und Kürbisgewächse liefern hohe Erträge, wenn sie in Windschutzstreifen aus zwei bis drei Reihen Mais angebaut werden; die Windschutzstreifen werden alle 4 bis 5 Meter angelegt und quer zur Richtung der Trockenwinde oder kalten Winde platziert. Die Reihen der Gurken oder Kürbisgewächse werden in derselben Richtung ausgerichtet.
Die Windschutzstreifen schützen Gurken, Wassermelonen und Melonen vor schädlichen Windeinflüssen, vor Überhitzung und verhindern das Umkippen der Ranken durch Wind. In den Windschutzstreifen entstehen bessere Wärme- und Wasserbedingungen im Boden und in der Luft, und die Menge an Kohlendioxid, das für die Pflanzenernährung notwendig ist, erhöht sich. In den Mais-Windschutzstreifen ist es sinnvoll, Speise- und Futterkürbis auszusäen. Kürbisgewächse können auch mit Futterrüben verdichtet werden.
Die Bearbeitung der Mischkulturen erfolgt gleichzeitig mit der Bearbeitung der Hauptkultur. Je nach Anordnung der Reihen kann die Bearbeitung mit einem Grubber oder einer Hacke durchgeführt werden.