Als Gründüngung (Gründünger) bezeichnet man die Masse grüner Pflanzen, die zur Einarbeitung in den Boden als Dünger angebaut werden. Gründüngung trägt zur Steigerung der Bodenfruchtbarkeit und zur Verbesserung ihrer Struktur und physikalischen Eigenschaften bei.
In der Regel werden als Gründüngung Hülsenfrüchte oder andere Gräser mit Hülsenfrüchten verwendet: mehrjährige und einjährige Lupinen, Wicke, Sandwicke (Peluschke), Pferdebohnen, Buchweizen. Besonders weit verbreitet sind Lupinensaatflächen, die sich durch ein stark entwickeltes Wurzelsystem und einen hohen Proteingehalt auszeichnen.
Einjährige Lupine (gelb auf Sandböden, blau auf Lehmböden und weiß auf Tonböden) werden im Frühjahr auf Brache gesät, mehrjährige Lupinen vor der Brache unter dem Schutz einer landwirtschaftlichen Kulturpflanze. Um die Unkrautentwicklung zu verhindern, muss die Lupine dicht gesät werden. Die Aussaatmenge für blaue Lupine auf Lehmböden beträgt 200 kg pro 1 ha bei Breitsaat und 150 kg bei Reihensaat.
Die Aussaatmenge für gelbe Lupine beträgt entsprechend 150 und 100 kg, für mehrjährige 40-50 und 20-30 kg. Vor der Aussaat wird der Boden mit Knöllchenbakterien infiziert, indem Erde von Flächen, auf denen diese Lupinenart bereits kultiviert wurde, ausgebracht wird, oder durch Infizierung der Lupinensamen vor der Aussaat mit Nitragin.
Die gesamte Lupinenmasse wird während der Blüte oder zu Beginn der Fruchtbildung in den Boden eingepflügt. Vor dem Pflügen werden die Gründünger gewalzt und mit Scheibeneggen quer zur Walzrichtung zerkleinert. Die Einarbeitungstiefe der Gründüngung beträgt 20-25 cm.
Die grüne Lupinenmasse ist im Stickstoffgehalt dem Mist gleichwertig; Phosphor und Kalium sind in geringeren Mengen enthalten, daher wird empfohlen, der Gründüngung Phosphordünger und auf Sandböden auch Kaliumdünger zuzusetzen. Der Nachteil der Gründüngung besteht darin, dass sie den Boden austrocknet. Daher sollte dieser Dünger in Regionen mit ausreichender Feuchtigkeit eingesetzt werden, vorzugsweise auf Sand- und Sandlehmböden.
In Regionen mit unzureichender Feuchtigkeit wird manchmal eine Feldkultur der Gründünger angewandt. Dabei wird die grüne Masse, insbesondere mehrjährige Lupinen, auf einem anderen Feld angebaut, gemäht, auf die Brache gebracht und dort eingepflügt.