Wenn agrotechnische, physikalisch-mechanische und biologische Mittel zur Unterdrückung schädlicher Mikroorganismen nicht ausreichen, werden chemische Mittel eingesetzt.
Bei der Anwendung chemischer Präparate sollten Sie nur diejenigen verwenden, die in diesem Jahr zugelassen sind, und die festgelegten Dosierungen der Gifte sowie deren Anwendungszeiträume strikt einhalten.
Bei der Verwendung von Pestiziden sollten Sie beachten, dass die letzte Behandlung spätestens 20–30 Tage vor der Reife der Ernte durchgeführt wird, dass keine Behandlungen während der Blütezeit der Pflanzen durchgeführt werden dürfen, und dass die Höchstmengen des Flüssigkeitsverbrauchs beim Sprühen mit chemischen Präparaten strikt eingehalten werden müssen: junger Baum (bis 6 Jahre) — 2 l, tragender Baum — 10 l, Johannisbeerstrauch — 1,5 l, Stachelbeere — 1 l, Himbeere — 2 l pro 10 Sträucher, Erdbeere — 1,5 l pro 10 m2.
Bei Regenwetter ist es nicht sinnvoll, Bäume zu behandeln; am besten tun Sie dies morgens oder abends bei bewölktem Wetter. Wenn sich im Zwischenraum des Gartens außer Bäumen auch andere Pflanzen, z. B. Gemüse, befinden, sollten diese während der Behandlung abgedeckt werden (mit Folie, Papier o. Ä.), um eine Kontamination mit Giften zu vermeiden.
Um Vergiftungen von Menschen und Tieren zu vermeiden, ist bei der Arbeit mit Chemikalien Vorsicht geboten und die Sicherheitsvorschriften sind einzuhalten. Die Gifte selbst sollten in separaten, vorzugsweise unbewohnten Räumen, fern von Lebensmitteln, in speziellen verschlossenen Behältern mit dem Namen des entsprechenden Präparats und der Aufschrift ‚Gift‘ aufbewahrt werden. Behandlungen sollten in spezieller Kleidung, mit Gummihandschuhen und Atemschutzmasken durchgeführt werden.
Während der Arbeit mit Giften darf nicht gegessen oder geraucht werden. Während der Behandlung dürfen sich keine Kinder oder Tiere auf dem Grundstück aufhalten. Auch das Hinterlassen von Pestizidresten auf dem Grundstück ist nicht erlaubt. Es wird empfohlen, sie in Gruben abseits des Grundstücks und des Hauses zu vergraben.
Sie sollten alle Vorsichtsmaßnahmen ergreifen und im Falle einer Vergiftung sofort einen Arzt aufsuchen.
Viele Hobbygärtner verwenden zur Behandlung von Kulturen verschiedene Abkochungen und Aufgüsse aus Pflanzen, die besondere Substanzen, sogenannte Phytonzide, enthalten. Diese Pflanzen, die in der Nähe von Obst- und Beerenpflanzungen gepflanzt werden, können diese vor Schädlingen und Krankheiten schützen. Die von den Pflanzen ausgeschiedenen Phytonzide wirken schädigend auf viele Mikroorganismen, Insekten und Krankheitserreger.
Obstbäume und Beerensträucher, in deren Nähe Dill, Petersilie, Zwiebeln, Meerrettich und Tomaten wachsen, leiden weniger unter Schädlingen. Wenn Himbeeren so neben einem Apfelbaum gepflanzt werden, dass sich ihre Zweige berühren, schützen die Himbeeren den Apfelbaum vor Schorf und der Apfelbaum die Himbeeren vor Grauschimmel.
Wenn Sie chemische Präparate und Pflanzenextrakte anwenden, bedenken Sie, dass diese nicht nur schädliche, sondern auch nützliche Insekten abtöten. Verwenden Sie sie daher nur in äußersten Fällen.