Damit der Frühlingsgarten mit üppiger Blüte der Zwiebelprimeln erfreut, müssen sie im Herbst richtig und rechtzeitig gepflanzt werden. Magister der Landschaftsarchitektur Margarita Saitsewa erzählt, welche Pflanzen gepflanzt werden müssen und welche Regeln zu beachten sind.
Inhaltsverzeichnis:
Welche Zwiebelblumen Sie im Herbst pflanzen sollten und warum
Zu den Zwiebelpflanzen, die eine zwingende Herbstpflanzung erfordern, gehören die sogenannten Ephemeroiden — mehrjährige Pflanzen mit einer sehr kurzen Vegetationsperiode. Ihr Lebenszyklus ist so aufgebaut, dass sie im Frühling schnell verblühen, solange in den oberen Bodenschichten genügend Feuchtigkeit vorhanden ist, und im Sommer in einen Ruhezustand übergehen.
Zu diesen Kulturen gehören Tulpen, Narzissen, Hyazinthen, Krokusse, Muscari, Haselhühner (Fritillaria), Zierlauch sowie kleinzwiebelige Arten — Scilla, Puschkinia und Chionodoxa.
Zur Bildung der Blütenstandsansätze müssen Zwiebelkulturen unbedingt eine natürliche Kälteperiode (Vernalisation) durchlaufen. Ohne einen solchen Kältestart werden die Pflanzen entweder gar nicht blühen oder einen schwachen, deformierten Blütenstand hervorbringen. Die Herbstpflanzung imitiert den natürlichen Entwicklungszyklus der Zwiebelpflanzen in der Natur.
Vorteile der Herbstpflanzung
Natürliche Bewurzelung. Bei niedrigen positiven Temperaturen (von +2°C bis +9°C) schaffen es die Zwiebeln, ein starkes Wurzelsystem bis zum Eintreten des Frostes zu entwickeln.
Frühe und kraftvolle Blüte. Pflanzen, die die Vernalisation durchlaufen haben, blühen gleichmäßig und zu den frühesten Terminen.
Erhöhte Winterhärte. Abgehärtete Pflanzen sind widerstandsfähiger gegen Frühlingsfröste.
Auswahl und Vorbereitung des Pflanzmaterials
Die Qualität des Pflanzmaterials ist die Grundlage der zukünftigen Blüte. Die Zwiebeln sollten gesund, fest im Griff, ohne sichtbare mechanische Beschädigungen, weiche Stellen, Schimmel und Fäulnis sein. Große, gleichmäßige Zwiebeln garantieren eine starke Blüte bereits im ersten Jahr. Kleines Pflanzgut (Brutzwiebeln) wird Masse aufbauen und in ein bis zwei Jahren blühen.
Besondere Aufmerksamkeit sollte dem Zwiebelboden und dem Hals (oberer Teil der Zwiebel) gewidmet werden. Der Boden sollte trocken und fest sein, ohne wachsende Wurzeln. Der Hals sollte trocken und fest verschlossen sein.
Vor der Pflanzung wird empfohlen, die Zwiebeln vorbeugend in einer Fungizidlösung (Maxim Datschnik, Fundazol) oder in einer 0,1%igen Kaliumpermanganatlösung zu beizen. Dieses Verfahren unterdrückt wirksam die Erreger von Pilz- und Bakterienkrankheiten auf der Zwiebeloberfläche und verschafft der Pflanze einen gesunden Start.
Die Zwiebeln werden für 20–30 Minuten in die Lösung getaucht und anschließend getrocknet.
Optimale Pflanzzeiten für Zwiebelpflanzen
Die Pflanztermine beeinflussen direkt die Überwinterung der Pflanzen. Eine zu frühe Pflanzung kann ein vorzeitiges Austreiben der Zwiebeln und deren Tod durch Frost auslösen, während eine zu späte Pflanzung den Zwiebeln keine Bewurzelung ermöglicht. Der wichtigste Anhaltspunkt bei der Bestimmung des Pflanztermins ist die Bodentemperatur. Eine allgemeine agronomische Regel besagt, dass Zwiebeln gepflanzt werden sollten, wenn die Bodentemperatur in Pflanztiefe stabil auf +9…+10°C gefallen ist.
Es ist zu beachten, dass den Zwiebeln etwa drei bis vier Wochen vor dem Einsetzen stabiler Fröste für die Wurzelbildung zur Verfügung stehen müssen.
Standortwahl für verschiedene Zwiebelpflanzen und Bodenvorbereitung
Die Standortwahl für die Pflanzung wird durch die artspezifischen Bedürfnisse der Pflanzen bestimmt. Die überwiegende Mehrheit der Zwiebelblumen ist lichtliebend und benötigt sonnige, vor starkem Wind geschützte Standorte. Allerdings können Arten wie Blausterne, Schneeglöckchen, Krokusse oder Chionodoxa mit leichtem Halbschatten zurechtkommen. Von grundlegender Bedeutung ist der Grundwasserstand. Alle Zwiebelpflanzen vertragen absolut keine Staunässe von Schmelz- und Regenwasser. Staunässe — die Hauptursache für das Durchweichen und Faulen der Zwiebeln in der Herbst-Winter-Periode. Daher muss der Standort gut drainiert sein. Die ideale Wahl sind erhöhte Beete oder natürliche Hänge.
Zwiebelblumen stellen hohe Ansprüche an die Bodenstruktur und -fruchtbarkeit. Sie bevorzugen gut belüftete, wasserdurchlässige lehmige oder sandig-lehmige Böden mit neutraler bis schwach alkalischer Reaktion (pH 6,5–7,0). Saure Böden müssen unbedingt gekalkt werden. Zwei bis drei Wochen vor der Pflanzung sollte der Standort bis zu einer Tiefe von 20–25 cm (Spatenstich) umgegraben werden. Unter das Umgraben wird reifer Kompost oder Humus eingearbeitet. Frischer Mist darf nicht verwendet werden — er verursacht Verbrennungen am Zwiebelboden und fördert die Entwicklung von Pilzkrankheiten. Schwere Lehmböden werden durch die Zugabe von organischem Material und grobem Flusssand verbessert. Zur Erhöhung der Wasserspeicherfähigkeit werden leichte Sandböden durch die Zugabe von Kompost, Torf und Humus verbessert.
Von Mineraldüngern wird die Anwendung von Superphosphat, Kaliumsulfat oder Kaliumchlorid empfohlen, die die Entwicklung eines kräftigen Wurzelsystems fördern und die Winterhärte der Zwiebeln erhöhen. Auf sauren Böden kann phosphathaltiger Langzeitdünger — Phosphatmehl — verwendet werden. Stickstoffdünger werden im Herbst nicht verwendet.
Universelle und wissenschaftlich fundierte Regel
Unmittelbar vor der Pflanzung werden auf der vorbereiteten Fläche Pflanzstellen — Löcher oder Gräben — angelegt. Auf den Boden wird empfohlen, eine 3-5 cm dicke Schicht reinen Flusssands aufzuschütten, die eine zusätzliche Drainage schafft und den direkten Kontakt des Zwiebelbodens mit möglichen Infektionsherden im Boden verhindert. Die Zwiebeln werden vorsichtig mit dem Boden nach unten platziert, ohne sie mit Kraft hineinzudrücken, um die Wurzelanlagen nicht zu beschädigen.
Eine universelle und wissenschaftlich fundierte Regel zur Bestimmung der Pflanztiefe ist die Drei-Höhen-Regel. Demnach entspricht die Pflanztiefe der dreifachen Höhe der gepflanzten Zwiebel.
- Bei großen Zwiebeln (Tulpen, Narzissen, Hyazinthen) sind das in der Regel 12-15 cm.
- Bei mittleren (Krokusse, Muscari) — 7-10 cm.
- Bei kleinen Tochterzwiebeln — 3-5 cm.
Diese Regel gewährleistet optimale Bedingungen für die Bewurzelung, schützt die Zwiebel vor Winterfrösten und ermöglicht dem Blütenstiel, ungehindert an die Oberfläche zu gelangen. Bei schweren Lehmböden kann die Tiefe um 2-3 cm verringert werden, bei leichten Sandböden — um 2-3 cm erhöht werden. Der Abstand zwischen den Zwiebeln hängt ebenfalls von ihrer Größe ab: in der Regel zwei bis drei Durchmesser der Zwiebel voneinander entfernt.
Die gepflanzten Zwiebeln werden vorsichtig zuerst mit Sand und dann mit der vorbereiteten Erdmischung bedeckt, wobei darauf geachtet wird, sie nicht zu verschieben.
Bewässerung und Mulchen
Nach dem Pflanzen der Zwiebeln wird empfohlen, die Fläche mäßig zu wässern. Dies ist notwendig, um den Boden um die Zwiebeln zu verdichten und die Wurzelbildung anzuregen. Ein weiterer wichtiger gärtnerischer Schritt ist das Mulchen. Eine 5-7 cm dicke Mulchschicht aus Torf, Kompost, verrottetem Sägemehl oder trockenem Laub erfüllt mehrere Funktionen: Sie gleicht das Temperaturregime des Bodens aus, verhindert sein schnelles Gefrieren im Herbst, verhindert die Bildung einer Bodenkruste und sorgt zudem für die Feuchtigkeitsspeicherung im Frühjahr. In Regionen mit strengen und schneearmen Wintern werden die Pflanzungen bei anhaltendem Frost zusätzlich mit Reisig oder Gartenvlies abgedeckt.
Die weitere Pflege nach der Pflanzung im Herbst ist minimal. Zusätzliches Gießen ist nur bei trockenem und warmem Herbstwetter erforderlich. Die Hauptaufgabe des Gärtners — Schäden durch Nagetiere zu vermeiden, wofür spezielle Pflanzkörbe aus Draht oder Abwehrmittel verwendet werden können.
Was tun, wenn die Pflanzzeiten versäumt wurden?
Wenn die optimalen Pflanzzeiten verpasst wurden, kann die Methode der späten Pflanzung mit Isolierung angewendet werden. Die Zwiebeln können im November gepflanzt werden, wenn der Boden noch nicht gefroren ist, wobei die Mulchschicht zwingend auf 10-15 cm erhöht werden muss. Von oben muss die Pflanzstelle zusätzlich mit Reisig abgedeckt werden, das den Schnee zurückhält. Die Schneedecke — der beste natürliche Isolator. Unter einer solchen «Decke» haben die Zwiebeln gute Chancen, erfolgreich zu wurzeln und zu überwintern, obwohl die Blüte im ersten Jahr etwas später einsetzen kann.
Wenn der Boden vollständig gefroren ist, müssen die Zwiebeln zur Lagerung in einen frostfreien Keller oder Kühlschrank gelegt werden, indem sie in Behälter mit leichtem Substrat gepflanzt werden, um die Kühlperiode zu durchlaufen. Im Frühjahr, sobald der Boden es zulässt, werden sie dann mit dem Erdballen ins Freiland gepflanzt. Bei dieser Vorgehensweise kann die Blüte jedoch weniger üppig ausfallen oder zeitlich verschoben sein.
Somit ist die Herbstpflanzung von Zwiebelpflanzen, die auf der strikten Einhaltung biologischer Gesetzmäßigkeiten und agrotechnischer Normen basiert, eine Garantie für ihre erfolgreiche Überwinterung und eine üppige, leuchtende Blüte, die eine würdige Belohnung für die investierte Mühe und Aufmerksamkeit darstellt.