Gerade im Herbst färbt sich diese Kohlsorte in leuchtenden Farben. Denn der Zierkohl hat keine Angst vor Kälte. Selbst Fröste bis zu –8…–10°C machen ihm nichts aus. Im Frühling treibt er wieder aus, und die ersten jungen Blätter können durchaus gegessen werden. Außerdem eignet sich diese Pflanze auch zur Fütterung von Haustieren.
Nach der botanischen Klassifikation gehört der Zierkohl zur Gruppe der kopflosen Formen (Brassica oleracea var. acephala). Seine Hauptzierde — die leuchtende Färbung der Blätter. Der zentrale Teil der Rosette kann weiß, rosa, lila, gelb oder cremefarben sein, während die Ränder gewohnt grün bleiben. Je kühler die Luft, desto ausdrucksvoller werden die Farbtöne. Im Herbst wirkt der Zierkohl vor dem Hintergrund des gefallenen Laubs besonders festlich.
Morgendliche Fröste verleihen den Blättern einen besonderen Charme: Die Rosetten scheinen mit einer transparenten Glasur überzogen zu sein. Wenn die Sonne wärmt, erwachen sie und schimmern in vielen Farben. Züchter haben Dutzende von Sorten entwickelt, die sich in der Blattform — zart, gewellt, fransig — und in einer reichen Farbpalette unterscheiden. Im Handel sind häufiger Samenmischungen erhältlich, sodass auf einem Beet ein ganzer «Strauß» wachsen kann.
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Anbautechnik
Im Gegensatz zum Kopfkohl steht der Zierkohl seinen wilden Vorfahren viel näher und ist daher weniger anspruchsvoll. Sein Anbau erfordert keine komplizierten Methoden und eignet sich auch für Anfänger im Gartenbau.
Die besten Ergebnisse erzielt man mit der Anzucht aus Jungpflanzen. In der Mittelzone erfolgt die Aussaat im März-April, die Pflanzung am endgültigen Standort — im Mai. In den südlichen Regionen verschieben sich die Termine um einen Monat nach vorne. Für die Anzucht eignen sich Gewächshäuser oder gut beleuchtete Fensterbänke. Die jungen Pflanzen wachsen schnell, sie müssen nur ein paar Blätter entwickeln, um beim Umpflanzen im Beet nicht verloren zu gehen.
Es gibt noch einen weiteren Vorteil: Mit zunehmendem Alter werden die Blätter dicker, und der Kohlfloh verliert das Interesse an ihnen. Damit die Rosetten kräftig und schön werden, setzt man die Pflanzen im Abstand von 25–50 Zentimetern zueinander.
Der Standort kann sonnig oder halbschattig gewählt werden, aber in der vollen Sonne wird die Färbung intensiver. In trockenen Sommern ist regelmäßiges Gießen notwendig, besonders direkt nach dem Umpflanzen.
Eine interessante Methode — das Umpflanzen des Zierkohls im Herbst in Töpfe. Wenn man die Pflanzen mit einem Erdballen ausgräbt und sie auf den Balkon oder die Fensterbank eines Südfensters aufstellt, erfreuen sie das Auge bis in den tiefen Winter. In Innenräumen benötigt der Kohl maximales Licht und mäßiges Gießen.
Geschichte des Zierkohls
Die Heimat der Zierformen — Japan. Genau dort begann man vor mehreren Jahrhunderten, leuchtende Kohlsorten zu züchten, die das kalte Klima ertragen und Gärten im Winter schmücken können. Nach und nach verbreitete sich die Mode für diese Pflanze in Europa und dann auch in Russland.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Zierkohl hauptsächlich in botanischen Gärten und privaten Sammlungen von Exotenliebhabern angebaut. Heute kann man die Samen in jedem Geschäft kaufen, und der Anbau ist für jedermann zugänglich.
Die besten Sorten
■ Osakskaja Rosa — mit leuchtend rosa Mitte und grünen Blättern am Rand.
■ Tokio — kompakte Pflanzen mit weißem oder rosa Zentrum.
■ Pishon — eine Sorte mit spitzenartigen Blättern und zarter Färbung.
■ Sibirskaja Krassawiza — hält starken Frost aus und verfärbt sich in Purpurtöne.
■ Korallowaja Korolewa — mit stark eingeschnittenen Blättern, die an Meereskorallen erinnern.
Pflegegeheimnisse
● Regelmäßiges Gießen ohne Überwässerung.
● Düngung mit Volldünger alle 2–3 Wochen.
● Lockern des Bodens und Entfernen von Unkraut.
● Schutz vor Kohlweißlingsraupen und Nacktschnecken.
Wenn man sie richtig pflegt, bleiben die Pflanzen bis Dezember dekorativ, bei mildem Winter sogar länger.
Verwendung in der Landschaftsgestaltung
Zierkohl kann man in Beeten und Blumenrabatten pflanzen. Besonders schön wirkt er in Kombination mit Koniferen und niedrigen Stauden. Aufgrund der ungewöhnlichen Färbung erinnern die Pflanzen an riesige Rosen oder pfingstrosenartige Blütenstände.
Oft wird Zierkohl in Gruppen gepflanzt, um einen «Teppich»-Effekt zu erzielen. Er lässt sich gut mit Astern, Tagetes und Veilchen kombinieren. Zudem benötigt der Kohl nach der Pflanzung keine besondere Pflege und behält seine Leuchtkraft, wenn die meisten Blumen bereits verblüht sind.
Verwendung in der Küche
Obwohl Zierkohl in erster Linie wegen seines Aussehens geschätzt wird, ist er durchaus essbar. Zum Verzehr verwendet man die jungen Blätter aus der Mitte der Rosette. Sie sind zart, saftig und haben eine leichte Bitternote, die an gewöhnlichen Grünkohl erinnert.
Im Osten ist Zierkohl seit langem in der kulinarischen Tradition verankert. Dort wird er in Suppen gegeben, mit Gemüse und Fleisch geschmort oder für Salate verwendet. Die äußeren harten Blätter sollten vor dem Verzehr kurz gekocht werden — 3–5 Minuten in kochendem Wasser. Größere Blätter kocht man länger. Bei der Hitzebehandlung geht die Farbe nicht verloren, und die Gerichte sehen sehr eindrucksvoll aus.
Junge Blätter können roh gegessen werden, gewürzt mit Mayonnaise, Joghurt, Sojasauce oder Adschika. Außerdem lassen sie sich gut zum Garnieren von Gerichten verwenden — Vorspeisen, Fleischplatten, kalte Salate.
Auch Haustiere — Kaninchen, Ziegen, Geflügel — fressen gerne Zierkohl. Somit ist die Pflanze vielseitig: sowohl schön als auch nützlich.
Übrigens
Zierkohl ist sowohl ein Gemüse als auch eine Zierpflanze. Er ist einfach anzubauen, kältebeständig, erfreut mit leuchtender Färbung und kann nicht nur in der Gartengestaltung, sondern auch in der Küche verwendet werden. Für alle, die eine anspruchslose und effektvolle Pflanze für den Garten suchen, ist dies eine ausgezeichnete Wahl.