Draußen ist bereits der volle Herbst, der Altweibersommer ist vorbei, und die Rosen blühen immer noch üppig. Viele Hobbygärtner verunsichert das aus irgendeinem Grund, anstatt dass sie sich freuen. Die Sorge ist einerseits verständlich: Die Rosen müssten theoretisch schon für die Überwinterung vorbereitet werden, das heißt geschnitten und abgedeckt, und dann so etwas… Was also tun in solchen Situationen?
Es antwortet die Landschaftsarchitektin Olga Woronowa:
— Denken Sie daran: Der Rosenschnitt im Herbst sollte am besten unmittelbar vor dem Abdecken für den Winter durchgeführt werden, indem man diese beiden Vorgänge tatsächlich kombiniert. Der dafür geeignete Zeitraum ist recht umfangreich und kann von der zweiten Septemberhälfte bis zur zweiten Oktoberhälfte reichen, und in südlichen Regionen wird oft auch die erste Novemberdekade «mitgenommen». Wenn Ihre Rosen also noch blühen — ist das kein Problem. Wenn die Vorhersage für die nächste Zeit keinen stabilen Temperaturabfall auf null Grad verspricht — brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen.
Die späte Blüte schwächt die Rosen keineswegs. Wie alle Pflanzen nutzen sie ihre Lebensenergie sehr rational, und wenn es Blüten gibt, bedeutet das, dass die Rose ihr Potenzial spürt, und bis zur Ruhephase muss sie es ausschöpfen. Wenn Sie die blühenden Rosen schneiden, dann provozieren Sie den Austrieb neuer Triebe, und das kann sich extrem negativ auf die Pflanzen auswirken — gerade die neuen Triebe können Kräfte rauben, die vor der Überwinterung so nötig sind.
Lassen Sie sie also blühen. In dieser Situation ist nur Folgendes sinnvoll. Stellen Sie — falls Sie es bisher getan haben — das Gießen ein. Selbst bei trockenem Herbst. Führen Sie eine außerplanmäßige Düngung mit Kalium-Phosphor-Düngern durch. Sie fördern die Verholzung der Stiele, was die weitere Blüte verlangsamen kann und für eine erfolgreiche Überwinterung äußerst nützlich ist, und darüber hinaus das Wurzelsystem Ihrer Rosen hervorragend stärkt. Haben Sie keine Angst vor frühen kurzzeitigen Frösten. Die Rosen sterben nicht nur nicht ab, sondern werden abgehärtet, was sehr vorteilhaft ist.
Und noch etwas. Sollte Ihnen die Blüte doch übermäßig erscheinen, biegen Sie einfach (aber reißen Sie sie nicht ab und schneiden Sie sie nicht ab!) die Stiele unter den Knospen. Auf diese einfache Weise verhindern Sie das Entstehen neuer Knospen, und die Blüten «altern» schneller und fallen ab.