Mit der Annäherung des Frühlings füllen sich bei vielen Rentnerinnen mit Datscha die Fensterbänke mit Bechern voller Erde. Es scheint, dass mit jedem Tag Paprika und Tomaten die Menschen buchstäblich aus der Wohnung vertreiben. Für die moderne Generation wird diese Tradition oft als Relikt der Vergangenheit angesehen, während sie für die ältere Generation ein fester Bestandteil des Lebens ist.
Die Korrespondentin erfuhr von ihrer Großmutter, der Rentnerin Marina Serdjuk, womit sie sich motiviert, die Wohnung in ein Gewächshaus zu verwandeln, und sammelte aktuelle Empfehlungen aus der Welt des Gemüseanbaus.
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Eigenes — schmeckt besser
Mitte Februar zeigt die Rentnerin Marina Serdjuk bereits erste Erfolge: fröhliche grüne Keime brechen ans Licht. Auf den Fensterbänken bereiten sich Paprika und Auberginen auf die Saison vor, als Nächstes — Tomaten, Gurken, Kürbisse und Zucchini. Jedes Gemüse erfordert eine besondere Herangehensweise: So müssen Paprika, die lange wachsen, bereits jetzt gepflanzt werden, während Tomaten zum Beispiel besser etwas später gesetzt werden, damit sie nicht überwuchern.
Manche vertiefen sich so sehr in die Botanik, dass in der «Kleinwohnung» nur noch Platz für lebensnotwendige Dinge bleibt. Woher kommt die Tradition, Setzlinge vorzuziehen, und warum im Zeitalter des Überflusses an Lebensmitteln den Rücken in den Beeten strecken?
«Eigenes Gemüse schmeckt immer besser, es ist saftig und aromatisch. Ans Sparen denke ich zuletzt, und ich kann nicht sagen, dass die Tradition aus der Familie stammt, — bemerkt Marina Serdjuk. — Sobald wir eine Datscha hatten, entschieden wir, dass wir unser eigenes anbauen werden. Auf dem Land machen das alle so.»
Sofort fällt der oscargekrönte Film «Moskau glaubt den Tränen nicht» und die Kult-Szene auf der Datscha ein. Und es stimmt doch: Sobald ein sowjetischer Mensch ein Stückchen Land hatte, fing er sofort an, es mit Gemüse zu bepflanzen. Sie zogen es an, weil es im Laden nicht die heutige Vielfalt gab, weil die Bräuche des landwirtschaftlichen Russlands in Erinnerung blieben, besonders deutlich in den Dörfern. Letztendlich fanden sie darin einen direkten wirtschaftlichen Vorteil.
Heute liegt der Sinn der Setzlingsanzucht eher in der Qualitätssicherung und der frühen Ernte. In den «gewächshausartigen» Wohnungsbedingungen gekeimte Samen werden stark und saugen Gesundheit auf, was ihnen im Sommer eine hohe Fruchtbarkeit garantiert.
Traditionen schwinden, Trends verändern sich.
Heute trifft man selten Jugendliche, die mit Kisten voller Setzlinge in der U-Bahn rennen: Die Zeiten ändern sich, Traditionen wandeln sich. Es scheint, dass wir bald die klassische «Gartenästhetik» ganz verlieren werden und die Datscha endgültig von einem Ort der Arbeitspflicht zu einem Landhaus der Erholung wird.
Trotz dessen, sind in letzter Zeit viele Neuerungen aufgetaucht, die dem Zeitgeist entsprechen.
1. Pflanzenlampen. Das Erste, was in den Fenstern von Hochhäusern, — das berühmte rosaviolette Leuchten. Solche Pflanzenlampen enthalten ein Spektrum aus blauen und roten Farben, das für die Photosynthese notwendig ist. Sie schaffen Bedingungen, die dem Sonnenlicht nahekommen, und verhindern, dass Pflanzen an trüben Tagen in die Höhe schießen.
2. Microgreens. Dieser Trend ist bei Zoomern und Millennials beliebt. Der Sinn der Pflanzungen — liegt in der Einfachheit, schnellen Keimung und hohen Vitaminkonzentration. Die Samen wachsen auf Jutematten, die auf jedem Marktplatz leicht zu finden sind, und die Zeit von der Aussaat bis zum Salat auf dem Teller — beträgt nur bis zu 14 Tagen. Eine ausgezeichnete Möglichkeit, sich im Stadtgärtnern zu versuchen, ohne sich die Hände mit Erde schmutzig zu machen.
Pflanzregeln: Spickzettel für Enkelkinder
Wenn Sie sich doch entschlossen haben, Ihrer Großmutter zu helfen (oder selbst in den Prozess hineingezogen wurden), sollten Sie eine Reihe von Regeln und Fristen einhalten.
- Januar: Sie können mit der Vorbereitung von Behältern und Erde beginnen.
- Februar: Zeit zum Pflanzen von Knollensellerie, Paprika, Auberginen und Gewächshaus-Tomaten später Sorten.
- März: Zeit, sich mit Blumenkohl und Weißkohl sowie klassischen Tomaten zu befassen.
- April: Es kommt die Zeit für Kräuter (Estragon, Melisse) sowie für Kürbisgewächse als Setzlinge — Patissons, Zucchini.
- Mitte April: Sie können Gurken für die spätere Aussaat ins Freiland säen.
Werkzeuge
Für ein garantiertes Ergebnis ist es besser, in gekaufte lockere Erde zu säen (sie ist desinfiziert) und Plastikbehälter zu verwenden. Im Geschäft können Sie spezielle Kassetten mit Tablett kaufen oder zu Hause Einwegbecher finden. Die Hauptsache — Drainagelöcher zu machen.
Den Sämlingen kann man helfen, den dunklen Frühling zu überstehen, und zwar mit der rosa Pflanzenlampe. Die Erde sollte feucht, aber nicht nass gehalten werden. Das Gießen der zarten Keimlinge ist wichtig, am besten — mit einer Sprühflasche.
Nach 2–3 Wochen nach dem Auflaufen der Keimlinge beginnt die Zeit des Pikierens. Dies ist der Prozess des Umpflanzens der Sämlinge in einzelne, geräumigere Behälter mit Einklemmen der Wurzelspitze. Dies regt das Breitenwachstum des Wurzelsystems an. Aber denken Sie daran: nicht jedes Gemüse mag «Umzüge» (zum Beispiel Gurken und Paprika vertragen das schlecht), daher ist es besser, sich im Voraus auf den Prozess vorzubereiten, indem man die Besonderheiten der Kulturpflanze studiert.