Die Pflege der Gurkenpflanzungen besteht aus dem Lockern der Reihenzwischenräume, dem Entfernen von Unkraut, dem Düngen und dem Gießen.
Nach dem Auflaufen der Keimlinge sollte eine Lockerung erfolgen, und wenn das erste echte Blatt erscheint, wird eine Vereinzelung durchgeführt, wobei die Pflanzen im Loch in einem Abstand von 6-7 Zentimetern voneinander belassen werden. Die zweite Vereinzelung erfolgt beim Erscheinen des zweiten Blattes, im Abstand von 12-15 Zentimetern, wobei die besten Pflanzen im Loch belassen werden — bei späten Sorten 6 Stück, bei frühen 4-5.
Die erste Düngung der Gurken erfolgt nach der Vereinzelung der Pflanzen, wenn das erste echte Blatt erscheint. Die Pflanzen werden mit einer Lösung aus Kuhmist oder Vogelkot gedüngt, und zwar ein Eimer Lösung auf 18-20 Pflanzen. Die Lösung wird in 3-4 Zentimeter tiefe Furchen gegeben, die beidseitig der Reihe im Abstand von 7-8 Zentimetern von dieser gezogen werden.
Die zweite Düngung erfolgt 15-20 Tage nach der ersten mit der gleichen Lösung oder mit Mineraldünger. Für die zweite Düngung werden die Furchen in der Mitte der Reihenzwischenräume in einer Tiefe von 7-8 Zentimetern gezogen. Nach jeder Düngung werden die Furchen mit Erde bedeckt und der Boden gelockert.
Neben den Düngungen ist es wichtig, bei der Pflege der Gurken rechtzeitig zu gießen. Bei Feuchtigkeitsmangel im Boden werden die Gurken gegossen; nachdem sie 4-5 echte Blätter gebildet haben, wird das Gießen eingestellt, da übermäßige Feuchtigkeit zu diesem Zeitpunkt die Blüte und Fruchtbildung verzögert. Das Gießen der Gurken wird während der Phase der Massenfruchtbildung wieder aufgenommen, besonders bei fehlendem Regen.
Um frühe Gurken zu erhalten, werden sie in Töpfchen vorgezogen. Torf-Humus-Töpfchen oder Humus-Erde-Töpfchen für Gurken werden mit einem Durchmesser von 8 Zentimetern hergestellt, und in jedes Töpfchen werden 25-30 Tage vor dem Auspflanzen ins Freiland 2 Samen gesät.
Für das Auspflanzen der Topfsetzlinge werden Löcher in den gleichen Abständen wie bei der Aussaat von Samen gemacht, und die Töpfchen werden 2-3 Zentimeter unter der Bodenoberfläche eingepflanzt. Die Löcher werden vor und nach dem Pflanzen reichlich gegossen.
Zum Schutz vor Frost werden um die gepflanzten Setzlinge mit Hacken Erdhügel aufgehäuft, und über Nacht werden die Pflanzen auf diesen Hügeln mit Glasscheiben und Ähnlichem abgedeckt. Die weitere Pflege der in Töpfchen vorgezogenen Gurken ist die gleiche wie bei der Aussaat von Gurkensamen.
Um die Fruchtbildung der Gurken zu fördern, muss bei jungen Pflanzen über dem vierten oder fünften Blatt die Spitze des Stängels abgekniffen werden. Dies fördert die verstärkte Entwicklung von Seitentrieben, an denen sich mehr weibliche Blüten befinden als am Hauptstängel.
Die Ernte der Gurken sollte erfolgen, sobald marktfähige Früchte erscheinen, alle zwei Tage, und bei massiver Fruchtbildung — täglich oder jeden zweiten Tag. Je häufiger die Früchte geerntet werden, desto höher ist der Gesamtertrag. Bei der Ernte müssen auch kranke, missgebildete, hakenförmige und nicht standardgemäße Früchte entfernt werden, da ihr Verbleib an den Ranken die Pflanze schwächt, ihre Produktivität verringert und somit zu Ertragsminderung führt.