Blattkompost, oder anders Blatterde, — ist kein «Dünger» im klassischen Sinne (er enthält nicht so viele Mineralstoffe), aber dafür ist er ein mächtiger Strukturbildner. Er verbessert die Wasserhaltefähigkeit des Bodens, die Luftdurchlässigkeit, «mildert» schwere Böden und macht leichte stabiler. Blatterde ist ideal für Setzlingsmischungen und als Mulch unter Erdbeeren, Nadelgehölzen, Rhododendren, Zwiebelpflanzen.
Inhaltsverzeichnis:
Was wird für die Herstellung von Blattkompost benötigt?
- trockene oder leicht feuchte Blätter (am besten eine Mischung verschiedener Baumarten);
- schwarze dichte Säcke 120–160 l oder eine Sektion aus Maschendraht (Käfig 1×1×1 m);
- etwas Gartenerde oder fertigen Kompost (als mikrobielle «Starterkultur»);
- optional: Harnstoff 10–20 g pro Sack, effektive Mikroorganismen (Präparate EM-1 Baikal, Sijanije u. a.), Häcksler.
Blattkompost in Säcken
Die einfachste und schnellste Methode zur Herstellung von Blattkompost
- Im Idealfall nimmt man 50–70 % weiches Laub mit neutraler Reaktion (Birke, Linde, Ahorn, Kern- und Steinobst), bis zu 30 % — Eiche oder Nussbaum (reich an Lignin, zersetzen sich langsamer). Nadeln fügen Sie bis zu 10–15 % hinzu, wenn ein saurer Boden benötigt wird (sauren Boden lieben zum Beispiel Nadelgehölze).
- Machen Sie in jedem Sack mit einer Ahle/einem Messer 15–25 Löcher an den Seiten und unten (Abfluss überschüssiger Feuchtigkeit + Luft).
- Sie schütten 20–25 cm Blätter auf und bestreuen sie mit der mikrobiellen Starterkultur — einer Handvoll Erde oder Kompost, und befeuchten Sie sofort mit 3–5 l Wasser aus der Gießkanne (das Laub sollte feucht sein, aber das Wasser darf nicht ablaufen). Wiederholen Sie dies bis zum oberen Rand, bis der Sack vollständig gefüllt ist.
- Zur Stabilisierung der mineralischen Zusammensetzung und Beschleunigung der Verrottung geben Sie pro Sack einen Teelöffel Harnstoff oder 0,5 l dickflüssigen Kompost- oder Mistaufguss hinzu. Für Eichen- und Nussblätter benötigt man etwas mehr: 15–20 g Harnstoff.
- Stellen Sie die Säcke in den Schatten unter ein Dach oder an eine Nordwand (Sonne zerstört den Kunststoff und überhitzt den Kompost).
- Alle vier bis sechs Wochen sollten Sie die Säcke leicht schütteln oder rollen, die Feuchtigkeit prüfen (das Laub sollte feucht sein wie ein nasser Schwamm). Wenn es trocken ist — gießen Sie 1–2 l Wasser von oben nach.
Kompostierungsdauer von Laub in Säcken
Bei +5…+15 °C — 6–9 Monate bis zur „jungen“ Laub-Erde, 12–18 Monate bis zur vollständig in dunklen Humus verwandelten „Pulver“. Im Winter kommt der Prozess nicht zum Stillstand, er verlangsamt sich nur. Um ihn zu beschleunigen, können Sie die Säcke in den Keller oder in eine tiefe Grube im Garten stellen.
Blattkompost in einem Gitterkäfig
Dieser Ansatz ermöglicht es, auf einmal viel Kompost zu gewinnen und Würmer für die Herstellung anzulocken.
- Aus Maschendraht oder Kunststoffgitter, das auf dem Boden unter einem Baum angebracht wird, wird eine Form von 1×1×1 m hergestellt und mit Pflöcken fixiert. Der Boden ist Erdreich (die Würmer sollen selbst in den Kompost gelangen).
- Befüllung des Gitterkomposters: Blätter + eine Handvoll Erde oder Kompost alle 20–25 cm; alle 40–50 cm — eine dünne (1–2 cm) Schicht aus zerkleinerter Pappe oder Stroh.
- Die erste Bewässerung ist großzügig (20–30 l pro Kubikmeter), danach richtet sich die Bewässerung nach den Niederschlägen.
- Einmal alle ein bis zwei Monate sollte die Masse mit einer Mistgabel durchstochen werden. Wenn Zeit ist — die Masse umrühren (das, was außen war, nach innen).
Vorteil des Gitters: Sie können in ein bis zwei Saisons Tonnen von Laub-Erde mit minimalem Arbeitsaufwand gewinnen.
Feinheiten und Lifehacks
- Zerkleinerung (mit einem elektrischen Schredder) verkürzt die Reifezeit um das Eineinhalb- bis Zweifache.
- Geruch. Es sollte nach Waldboden riechen. Ammoniak/Fäulnis ist ein Zeichen von Übernässung: Es müssen trockene Blätter/Pappe hinzugefügt und der Kompost gründlich umgeschichtet werden.
- Weißer Schimmel oben ist normales Myzel. Grün/schwarz — zu wenig Luft, wenden Sie den Kompost um.
Wo und wie man Blatterde anwendet
- Setzlinge: 20–30 % „Laubkompost“ + 40–50 % Torf/Gartenerde + 20–30 % Perlit/Sand.
- Mulch für Erdbeeren/Zwiebelblumen: eine 1–2 cm dicke Schicht im Frühjahr — weniger Unkraut, gleichmäßige Feuchtigkeit und zusätzliche Nährstoffe für Erdbeeren.
- Schweres Beet: 5–10 l/m² unter die Umgrabearbeit; nach einer Saison wird die Struktur merklich lockerer.
- Nadelgehölze/Heidekräuter: als Unterlage — unterstützt die „Wald“-Mikroflora.
Typische Fehler bei der Herstellung von Blattkompost
- Dichte Säcke ohne Löcher → Fäulnis.
- Nur Eichen-/Nussblätter ohne Zugabe von Erde/Stickstoff — können jahrelang liegen und nicht verrotten.
- Übertrocknung (Blätter wie trockenes Papier) — der Prozess „erstarrt“.
- Sonniger Standort: Überhitzung und Zerstörung der Beutel, Austrocknen der Blätter und Stopp der Kompostierung.