Wie wählt man die richtigen Nachbarn im Beet aus, um eine bessere Ernte zu erzielen?

Ich habe gehört, dass Pflanzen, die nebeneinander wachsen, sich gegenseitig helfen oder im Gegenteil stören können. Bitte sagen Sie mir, wie ich sie richtig auswählen kann, damit sie «Freunde» sind?  

Vor Beginn der Saison machen viele Hobbygärtner Pläne für die Bepflanzung im Frühling. Und hier ist es wichtig zu bedenken: Pflanzen haben, genau wie Menschen, ihre Freunde und Feinde. Die einen unterstützen ihre Nachbarn, schützen vor Schädlingen und teilen Nährstoffe, die anderen konkurrieren und übertragen Krankheiten. Auf die Frage antwortet der Agronom Pawel Laguta.

Regeln der guten Nachbarschaft

Es gibt einige einfache Prin­zipien, die man sich merken sollte:

  • Pflanzen aus derselben Familie sollte man besser nicht nebeneinander pflanzen — sie haben die gleichen Krankheiten und Schädlinge (so wandert nach dem Ausgraben der Frühkartoffeln der Kartoffelkäfer massenhaft auf die Tomaten über);
  • Hochwachsende Pflanzen spenden Schatten für schattenliebende Nachbarn (Mais bedeckt Gurken, Kohl schützt Salat);
  • Die Wurzeln sollten sich in Schichten verteilen: bei Karotten und Zwiebeln liegen sie unterschiedlich, des­halb behindern sie einander nicht;
  • Hülsenfrüchte teilen Stickstoff aus den Knöllchen und helfen so den Nachbarn, schneller zu wachsen.

Klassische ­Allianzen

  • Zwiebeln und Karotten — ein Duo, das jedem Gärtner be­kannt ist. Zwiebeln vertreiben die Möhrenfliege, und Karotten schützen ihrerseits den Nachbarn vor der Zwiebelfliege.
  • Ein weiteres Beispiel — Mais und Bohnen. Ersterer gibt Halt für die kletternden grünen Bohnen, und jene «dankt» es dem Boden mit Stickstoff. Zu diesem Duo kann man auch Gurken hinzufügen — sie fühlen sich im leichten Schatten des Maisstängels wohl.
  • Kohl verträgt sich mit Zwiebeln, Dill und Kamille: Die duftenden Nachbarn überdecken seinen Geruch und verwirren Kohlweißlinge und Motten. Doch neben Tomaten sollte man Kohl besser nicht pflanzen — er entzieht dem Boden sehr schnell die gesamte Feuchtigkeit, und die Tomaten verkümmern.
Siehe auch:
Verwechseln Sie nicht. Welche Gründüngung säen wir unter Kartoffeln, Gurken, Tomaten und Kohl

Blumen als Beschützer

Oft werden Zierpflanzen unterschätzt. Aber Kapuzinerkresse lenkt Blattläuse ab, Tagetes halten den Kartoffelkäfer fern, Ringelblume unterdrückt Pilzkrankheiten. Selbst die Kamille, die an Feldrainen gewöhnt ist, hilft den Gemüsekulturen, sich besser zu entwickeln.

Blumen erfüllen noch eine weitere Rolle — sie ernähren Nützlinge. Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen fliegen zu den Blüten, wo sie dort landende Schädlinge finden. Je mehr Blumen im Beet sind, desto weniger Chemie wird zum Schutz der Ernte benötigt.

Übrigens

Ein guter Gemüsegarten — das ist immer Abwechslung. Mischen Sie Gemüse, Kräuter und Blumen, wählen Sie Paare, die sich gegenseitig helfen, und vergessen Sie nicht die Ästhetik. Dann werden die Beete nicht nur mit der Ernte, sondern auch mit dem Anblick erfreuen und Ihr Grundstück in einen kleinen Garten-Galerie verwandeln.

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